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Ben Chananja · 1862-02-21 · 8 (21.2.1862) · p. Seite 66

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
8 (21.2.1862)
Date
1862-02-21
Page
Seite 66 (sequence 8)
Language
German
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66 in welcher der Gottesdienst auf zeitgemäße Weise geregelt ist. Die Predigten des begabten Rabbiners Cohn6 erfreuen sich nngetheilten Beifalls. Zu erwähnen sind noch der BrüderschaltSvercin, der Leseverein und der Frauenverein. (Forts, f.) LiterSrische Äiyeigen. Astarte. Tin Beitrag zur Mythologie des orientalischen Alterthumö. Von Dr. Alois Müle r. Wien. Gerold und Sohn. 1861. 6. 44. (Bes. Abdr. aus d. Ber. d. k. k. Akad. d. Wissenschaft in Wien). Den eigentlichen Schwerpunkt der vorliegenden, von nmfassciider Belesenheit und kritischem Geiste zeugenden, Abhandlung liegt in dem neuen Erklärungsversuche des dunkeln Wortes עשתרת in der Anziehung zu 5 צאן. M. 7, 13. 18, 51. 28, 4. Hr. Berf. übersetzt: ״die starken deines Kleinviehes (S. 15.)," indem er עשת für die Wurzel halt, welcher er die Bedeutung ״fest sein, stark sein" vindizirt; ת ist die Bildungssylbe, wie in צנחו־ . (י&תר. Für die Bedeutung der Wurzel wird Meier (Wrtrb. S. 416) als Gewährsmann aUgSführt, die Nominaltermination ־) führt schon Fürst an (Concord. 1358, 6). Nach der Meinung des Hrn. Vers, ist sogar עשתרת mit 1 קשרים. M. 30, 42, — ״die Wintergcburt des kleinen Viehes," — gleichbedeutend,*) indem derselbe auch für lezteres קש als die ursprüngliche Wurzel ansieht, und auf die Verwandschaft des ק und ע in d. Semitischen Sprachen hinwcist. Leztere Etimologie dürfte sich vielleicht keines allgemeinen Beifalls erfreuen; aber die Haltbarkeit der gegebenen Erkläruug ist davon nicht abhängig. Ist man geneigt, mit Meier das Verbum עשת in der Bedeutung von ״stark sein" zu nehmen, nnd sich mit der einzigen Stelle Jer. 5. 28., welche dafür angeführt wird, zu begnügen; so wird man dem Hrn. Vers, gern beipflichteu. Gewiß ist, daß die bisherigen Ableitungen viel weniger befriedigen, und die alten Uebersctznngen bloß aus dem Zusammenhänge gerathen sind. Ist עשת— stark sein, und עשתר — das Starke. so ist — עשתרת als mythologischer Name die Bezcichuuug einer starken Göttin (S. 20). Mit dieser sprachlichen Erklärung ist aber natürlich der Astarte ihr Platz in der orientalischen Mythologie noch nicht angewiesen. Zu diesem Nesultäte sucht der Hr. Vers, durch folgendes Raisonnement zu gelangen: ״Nicht bloS die üppige Natur zog die Aufmerksamkeit des Natursohns ans sich, sondern auch die von der Sonnengluth verbrannten Anger nnd Trist und die von ihr versengten Bäume (Jvnl. 1, 19), wenn der Himmel wie Erz über, dem Haupte hing (5. M. 28, 23). Auch hiefür mußte der Mensch in seiner Einfalt veranlassende Kräfte, Gottheiten haben, welche sich ihm so feindlich offenbaren.... Als ein furchtbares, gewaltiges, starkes Wesen stellte er sich die Weibliche vor, wieder von tellurischer Anschauung ausgehend (Das.)" Die Astarte ist also zerstörende Gottheit, wie Aschera (אשרת) die gebärende oder erzeugende Gottheit ist. Dieses Raisonnement scheint uns jedoch der nähern Begründung zu bedürfen. Zunächst müßte bewiesen werde», daß dem SemitiSmnS die Begriffe der Stärke und des Zerstörens so verwandt find, daß ec das zerstörende Element ohne weiters als das starke bezeichnet. Ist er ja an adäquaten Bemerkungen für jenes gerade nicht arm! Ferner müßte motivirt werden, warum dem ״Natursohne" gerade die weibliche Gottheit so furchtbar erscheine. Der Hr Vers, beruft sich auf die tellurischc Anschauung nnd auf die Worte: והארץ אשר 5 תחתי׳ ברזל. M. 28, 23. Wir vermögen aber nicht cinzusehen, was diese Stelle mit der weiblichen Gottheit zu thnn habe. Die Erde ist dem Semiten die erhaltende Mutter, worauf das genuS femininum hinweist; die angeführte Metafer, mit welcher eine außerordentliche Dürre anschaulich gemacht wird, vermögen wir mit der Astarte-Grörterung in gar keinen Zusammenhang zu bringen. Die fönizischcn Namen der Astarte, welche S. 30. angeführt werden, sind nur geeignet, die filologische Ansicht des Hrn. Berf. zu unterstützen, aber nicht die mvthologischc. lieber das religionSgcschichtliche Moment der vorliegenden Abhandlung enthalten wir uns jedes NrthcilS. Nach reiflicher Erwägung wird der uns sehr befreundete Vers, ohne Zweifel selbst cinscben, daß es selbst auf seinem Standpunkte eine literärische Anomalie ist, so viele gewagte — allerdings nicht originelle — Bchauplnngeu so nebenbei auszusprechen, ohne sich ans eine tiefer eingehende, die einschlägige Literatur kritisch würdigende Erörterung cinzulaffen. Er erklärt, daß ihm zur Erfassung seines Gegenstandes die Fantasie ״mehr als nothwendig" erscheine (S. 22). Er wird nns aber zu gutehaltcn, wenn wir freimüthig bekennen, daß er der Fantasie einen zu großen Spielraum gegönnt habe. Wir glauben, daß Männer von Fach, welche sich mit den biblisch-historischen Fragen nicht seit Jahren. sonderu seit Jahrzehnten beschäftigen, in dem Berf. einen reichbegabten jungen Forscher erkeuncn werden, der in dem Frohgefühlt, nnbefangencr und klarer zu sehen, als viele Andere, der Versuchung nicht wiederstehcn kann, sich denen anzuschließen, die die Geschichte des biblichen Jsrael'S ganz auf die Spitze stellen, den historischen Verlauf willkürlich kcnstruiren, und die nationalen Gestalten der alten Hebräer in mythologische Figuren verwandeln. Der edle Wahrheitssinn des Hrn. Vers.'s bürgt dafür, daß auch er zu der Einsicht gelangen werde, daß der Monotheismus, für den die Prosctcn kämpfteu, nicht von Jesajas und Jeremias cndcckt wurde (!), sondern ein Gegebenes, ein heiliges Erbe der Väter war, zu dessen Aiierkennung, Würdigung und Bewahrung die Profeten, die Herolde des alten Gottes Jsrael'S, die in den Naturkulten befangene Masse zu leiten strebten. Miszellen. . n. Zu dem treffl Ans!'. EhrmaniiS ertaube ich mir zu bemerken. Sabb. 21. steht nach Arnch י2ריתי syrisch: krank. סריהי kommt, so viel mir bekannt, in der Bedeutung ״Vögel" im Thalmud nicht vor. Auch דמערבא ist schwierig, da die Heimat der Pflanze, auf welcher die Zugvögel eine Ruhestätte finden, nicht angegeben ist. Außerdem heißt מערי konstant: Palästina, was hier im Munde eines Palast, vollkommen paßt. Für Ar. u. Raschi spricht Sabb. 145, Ir. wo diese AuSdr. jedenfalls ״Kranke des Abendlandes" bedeuten. Sollte also mit den fraglichen Worten nicht gesagt sein, daß man in Palästina auö den breiten, an den Zweigen hängenden Blättern des Wunderbaums ein weiches, bequemes Lager bereitete? Raschi hat mit dem Worte ,שובבי vielleicht darauf hingedeutct. Pros. Dclla Torre. Semerkungen. Hrn. Chal. Nicht ״zu viel!" ich bitte, in beiden Richtungen fortzufahren. Daö verl. Bl. werden Sie erhalten. Hr. S. S. wolle mir seine Adresse mittheilen, dann wird seinem Wunsche willfahrt An d. Red. d. Vor. isr. Die 3. Lief, ist mir nicht zugekommen *) Ueber das zweimalige Werfen des kleinen Viehes s. Wiesner im B. CH. v. I. S. 284» b. u. d. Bericht d. Eldad Ha-Dani Abschn. 4. (S. ר. ed. Carmoiy.) צאנם יולירו שני פעמי׳ בשנה♦_ Szege-in, Leipzig, Selbstverlag der Nedaktlon. Lommisswns-Vrrlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein viertel Bogen Beilage.

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