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Ben Chananja · 1862-02-14 · 7 (14.2.1862) · p. Seite 56

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
7 (14.2.1862)
Date
1862-02-14
Page
Seite 56 (sequence 6)
Language
German
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06 Vom Jahre 1860 verblieben in Behandlung 8 Männer 2 Weiber 10 Individuen Zugewachsen sind im Jahre 1861: 94 Männer 23 Weiber 117 Individuen in Summa 102 Männer 25 Weiber — 127 Individuen. Von diesen sind entlassen worden: Geheilt 83 Männer 19 Weiber 102 Individuen Gebessert 5 ״ 5 ״ — ״ 88 Männer 19 Weiber 107 Individuell. Gestorben sind 10 Männer 4 Weiber 14 ׳ Individuen Verblieben in Bchaudlung auf's Jahr 1862 4 Männer 2 Weiber - 6 ״ 102 Männer 25 Weiber 127 Jndividnen. Die Zahl der Verstorbenen erscheint für den ersten Augenblick etwas groß, allein wenn man in Betracht niiuint, das 4 Mann »nd 1 Weib, in Sniniiia 5 Individuen sterbend cingcbracht wurden, die gar keine ärzlichc Behandlung im Spitale genossen, 3 an absolut unheilbarcu Krankheiten mid 1 an Altersschwäche (79 Jahre) gestorben sind, so verblieben für neue Krankheiten und für'S mittlere Alter nicht mehr als 5 Stcrbefälle, mithin kaum 4 Prozent. was als ein überaus günstiges Resultat betrachtet werden muß, wen» überdieß berücksichtigt wird, daß die größere Zahl der Kranken in körperlich verwahr׳ lostem Zustande und zumeist auch in bereits weit vorgeschrittenem Krankhcitöstndium das Spital bclrelcn. Der Brüderschafts-Vorstand hat diesen Bericht der Herren Spitalsärzte in seiner jüngsten Sitzung zur Kcniitilis, gciiouimcn, und ihnen in Anbetracht, daß die bedeutende Zahl der Genesenen nicht minder als das höchst günstige Mortalitäts- Berhältniß evidente Beweise ihrer erfolgreichen, wissenschastlichen, ärztlicheu Thätigkcit sind, im Nameu der Brüderschaft und iui stlamen der lcidenden Menschheit, in deren Dienste sie thätig sind, einen Dank votirt und schriftlich;»gestellt. Unter einem sei hier erwähnt, daß das israel. Spital bereits gänzlich ansgebaut ist, der Belcgranin somit mehr als um das doppelte erweitert, und die Ansnabme einer größer» Anzahl Kranken ermöglicht ist. Die zum Zwecke der inner» Einrichtung von den Brüdcrschastsuiitgliederu gewidmeten wahrhaft grvßmüthigen Spenden wollen wir bei näihster Gelegenheit berühren, und heben nur noch hervor, daß der Vorstand nicht minder als alle Mitglieder rer Brüderschaft cs als ihre heilige Ausgabe betrachten , die ökonoinischen Verhält- Nisse des Spitaleö ans einen solchen Standpunkt zu erbeben, daß so wie bisher auch in der Zukunft den berechtigten Ansordernngcn der wahrbaft bilssbedürstige» Kranken genügt und entsprochen werden können und dasselbe somit i» des Wortes schönster und eigentlichster Bedentinig zu einem Denkmale brüderlicher stiebe und Barmherzigkeit, zu einen wahren Heilinstitute zu gestatten. Literarische Jiizeigen. N<1u1\sLo I *!*< *( I iL» tl i((,!,arui*. Vonragc zur Förderung der Humanität. Von Di׳, st. Adler, kursürstlich-beffischem standrabbine»׳ Kassel M. S. Meßner. 1860. 8. VII. 216. ״Die Vorträge sind", wie der geehrte Herr Vers, in der Vorrede bemerkt, ״ursprünglich in stid. Kreisen gehalten worden, und sollteil zugleich ׳Religiosität und Humanität bei der jüd. Zuhörerschaft fördern. Aber durch deren Herausgabe wird nicht nur dieser Kreis zn erweitern beabsichtigt, sondern gleichzeitig noch ein anderes Ziel ange strebt, nämlich dazu beizutragen, daß zwischen Christen und Inden das Verhälnnß immer mehr den Prinzipien der Humanität entsprechend sich gestalte." Die Bildung der deiltschen Inden hat eine so hohe Entwickelungsstufc erlangt, und sic hat ein so entschieden deutsch-nationales Gepräge, daß ein Rabbiner sich nicht zu schcneu braucht, öffentlich anszusprcchen, er beabsichtige nicht nur auf jüdische, sondern auch auf christliche Leser zu wirken. Die vorliegende Samiiilnng, welcher bei günstiger Anfnahme Heilere Sammlungen folgen sollen, enthält 18 Vorträge: 1. Festrede am 50. Sliftuugstagc d. Gcscllsch. d. Humanität. 2. Die rclig. Bedentuug der Klage über die zunehmende Verarmung. 3. Kinder seid ihr dem Ewigen, eurem Gotte. 4. Zivilisation u. Judenthum. 5. Religion und Gesundheit. 6. Ideen über Handwerk und Handel in religiöser und sittlicher Beziehung. 7. Die Prüsting unserer Wünsche. 8. Das Geld als Besörderuugsmittel der Hmuanilät. 9. lieber das Verh. des Judcnthumö zur Kultur. 10. Gebächtnißrede bei Erössuuug der PH. Fcidel'schen Waisenhauöstistung. l l. Pinchas. 12. Grabrede. 13. Das verlorne Vaterland. 14. Das wiedergcsundene Vaterland. 15. Eine Schul re de. 16. Das Hnmauitätsprinzip als Vercinigungsvnnkt der Humanität und Wissenschaft 17. Grabrede. 18. Ein sicher leitender Grundsatz. Schon diese Themata sind geeignet, Interesse für die vorl. Prcdigtsammlung zu erregen, welche wir Freunden erbaulicher stektüre, besonders aber jüngeren Predigern sehr angelegentlich empfehlen, wiewvl der Herr Vers, sich in der Vorrede ausdrücklich dagegen verwahrt, als hätte er Mnsterpredigten liefern wollen. Frei von allem Haschen nach Effekt fließt der Strom seiner gedankenreichen Rede dahin, ohne der gemüthlichen, zum Herzen sprechenden Elemente zu entbehren. Die Reden sind sorgfältig disponirt, und ist der geehrte Redner in dieser Beziehung zuweilen — z. Bin der 3. Predigt — vielleicht zu weit gegangen. Die gewählten Bibelterle sind mit gebührlicher Sorgfalt benutzt und verarbeitet. Die Emanzipationsfrage bcbandclt der Redner nicht rein polemisch, wie manche >üd. Prediger, sondern ans eine der Kanzel würdige Weise. Indem er in der 14. Rede ״über unser Verhältniß zu»׳, wiedergesundenen 'Vaterlande" spricht, sucht er s. Znh. zu überzeugen, 1. daß die stärksten Anregungen zur Ausübung der Pflichten gegen das Vaterland in der israelitischen Religion enthalten seien׳. 2. Die stärkste Tröstung und Beruhigung, wenn wir uns über Unrecht und Betrückmigen im Vaterlaude zu beklagen haben. I» letzterer Rncksickt sagt er mit Bezugnahme auf seinen Tert: 5 M. 3 . 23—-25 : ״Wenn man uns unserer Religion halber zurücksetzt, so steigen wir mit Moses auf den Gipfel des geistigen Lebens, der sittliche» Vervollkomninung und standhaften Anhänglichkeit au den väterlichen Glauben. Unsere Religion ist kein Hindernis!. Die Wahrheit steht einmal fest nnd je fester wir ihr anhangeu, um so mehr ist uns das Heimatland ein Vaterland. Haben wir dennoch zu leiden, so bleibt uns der Trost: wir leiden unverdient, wir leiden schuldlos, wir leide״ Unrecht und besser llurecht leiden, als Unrecht ansüben. Darum seid standhaft und bleibet religiös! Aber seid auch standhaft und bleibet gute Bürger!״ Möge diese treffliche Sammlung so weite Verbreitung sindeu. daß der geehrte Redner ausgemuntert werde. die homiletische Literatur auch in der Folge mit seinen gediegenen Arbeiten zu bercicherii. Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. An Dr. A.'s Reden reihen wir die Anzeigen folgender Kasualspredigteil: 1. n',02 אלון. st e i eh e ״red e n v. Bened Hause. Franks. am Main. 1861. I. Kaufmann. 8. 124. 2. Rede aus den Tod Sr. Majestät Friedrich Wilhelm IV.

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