Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 7 (14.2.1862)
- Date
- 1862-02-14
- Page
- Seite 55 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2542917-2542971-2542979--2478-2546262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
erlauben foiiiitcii, ו\!ו>< taut eilt c von Jabrcn fcte Sinescn, durch ihren beschränkten Menschenverstand allein schon ersonnen hatten." Es ist mir gewiß nicht cingcsallen, zu sagen, das? die Berechiinng der Ausgleichung des Mondes mit dem Souneujahre von Gott gelcbrt worden sei, nm so weniger, als auch Maimonidcs zugestehct, das, wir sic den griechischen Weisen abgclcrnt haben. sH- Kidnsch Hachodcsch 17, 25). Aber Herr .V. wird mir wieder schwerlich zttinntben wollen,?11 glauben, das? die Zuteil schon beim Auszüge ans Egypten die chronologische Berechnungstnnsi besessen haben, um durch die Einschaltnng von 7 Monaten ui 10 Zähren die Sonnen- und Mondjahre anszugleichen. Noch viele, viele Zahrhnndcrte später halten sie für die Einschaltung des 1:3 Monats keine bestimmten Jahre, wie ans dem Thalmud deutlich?1, entnehmen ist. Es ist daher nach meiner Ansicht erwiesen, das! derselbe Gesetzgeber, der das Pcssachsest ans den 15 des Frühlingsmonats angeordnet, zugleich die mündliche Belelirung gegeben hat, wie stets Sorge zu nehmen sei, daß cs immer der FrühlingSmoual bleibe. Wol sagt Maiinonides, das? die Weisen zu den Zeilen der Proscten Bücher über die chronologische Bercchnuiigskuust geschrieben haben, welche aber nicht zn uns gelangt sind (ibid). aber es ist leicht zn erken- 11(11, das? dieses blos im Ausweg sei, um den Weisen der eigenen Nation auch die Primitivität dieser Wissenschaft zuzucigiieii. Abcr gesetzt, dieser Ausspruch wäre wahr, so wird doch kein vernüusliger Mensch annehmen, das? die Israel, gleich beim Auszuge aus Egvpten sich mit dieser Wissenschaft beschäftigt haben. Korrespondenz. Ausland. Metz, Mitte Feber. Herr Ge rso!1 -Levy, rühmlichst bekannt, durch zahlreiche literärische Arbeiten, hielt vor längerer Zeit in der hiesigen Akademie einen Bortrag ״über die neuen Forschungen des Herrn Leopold Dukes aus dem Gebiete der hcbr. Poesie und der Moralfilosofie der maiiro-spanischeil Juden im zehnten und eilften Jahrhundert." Dieser Bortrag ist nun aus den MssmoircS der hiesigen Akadeniie in besoiiderem Abdrucke erschienen. Derselbe verdient, in den weitesten Kreisen gelesen zu werden, besondern in dem Geburtslande des Herrn Dukes, wo dessen Glanbellsgenosseil sich, wie aus dem ״B- Ehan." zu ersehen ist, erst seit Kurzem anschicken, den Verdiensten des Herrn Dukes Gerechtigkeit widerfahren zn lassen. Herr G. L. sagt unter Anderem: ״Wunderbare Hingebung der literarischen Passion! Herr Dukes, von Plntns nicht begünstiget, schon kein Opfer seiner Zeit, seiner Gesundheit, seiner bescheidenen Hilfsmittel; er verließt sein Vaterland, seine Fanlilie, seine Freunde, nm die Welt zn durchlaufen, und sich in den Staub von Archiven zu begraben, die Niemand berührt, und überall, wo er die alten, seit Jahrhunderten vergessenen hebr. Zclebzitäten anrnst, antworten sie seiner Stimme; er schafft den Hcbraismus des Mittelalters, wie Euvier aus einigen fossilen Bruchstücken die antedilnviauischen Thiere ivieder zilsamniengesetzt hat." Inland. L. Prag, 5. Feber*). Sie kennen aus d. öffentl. Bl. die Verheerungen, welche die lleberschwemmnng in unserer Stadt angcrichtet Hut. Die Altneusynagoge, die Meise!syuagoge, dicZigennersynagogc und der Tempel haben wegen ihr tiefen Lage bedeutenden Schaden erlitten; am größten ist jedoch der Schaden in der Pinkassynagoge, wo das Wasser über die h. Lade gestiegen war. Man glaubt, daß diese Synagoge kaum vor dem Wochcnfeste zur Abhaltung des Gottesdienstes *) Durch Zufall verspätet. geeignet sein werde. Die iüd. Wohlthätigkcitsvercine bewährten auch bei dieser Gelcgenbeit ihre heilsame Wirksamkeit; sie spcudctcn den HilfSbedürftigen ebne Glaubensuutcrschicd. Zn letzterer Zeit wurde i» einer Nepräseutauzsitzung das ״Schulrufen" abgeschafft. Dieser Beschluß wurde den Svuagogeuvorsteheril mit dem Bemerken kundgegcben, daß die Svuagogcudicner die bisher übliche Gebübr für das Schulritfen nicht mehr zu beziehen haben. Die Svnagogenvorstchcr erblickten bierin euiku Eingriff in ihre Autonomie, und protestirteu dagegen, uachdcin sie das zu Gunsten des fraglichen Gebrauches sprechende Gutachten der Nabbiucr cnigeholt batten. Die Nabbinen erklärten, der Gebrauch stamme ans dem grauen Alterthume, und sein schon zur Zeit des Jerusalcmischei, Tempels üblich gewesen. Parallel mit dieser Differenz läuft eine andere. Vor Kurzem wurde an? jüd. Spitale, das auf dem alten Friedboke siebt, eine Arzt angcsiellt, der Koheu ist. Die Nepräscutanz bat sich also au die Nabbinen init dem Ansuchen gewendet, dem Koben den E'intritt in's Spital zu verbieten, oder — auch in der Schnlrnfensrage uachzugcbcn! Man ist gespannt, wie sich die Herren Nabbinen aus dieser Verlegenheit ziehen werden. - Wien,!>. Feber. Die Wahl des Herrn Lcop. v. Werthcinislcin zum Vertreter, und der H. H. Fr. v. Sehe!), Paul Schiff und Mor. Pollak zu Bciräthcn konstatirtc die auch sonst bekannte Thatsache, daß die hiesigen Ortbodorcn über keine soziale Kapazität vcrfügen, und daß sie trotz ihres Parteistandpnnktes Einsicht genug haben, die Vertretung der Gemeinde Kräften anzuvertraucn. die ihnen selbst nicht zn Gebote stehen. E) Nen-Peft, kl. Feber. Der hiesige würdige Rabbiner, Herr Julius Deßaucr, hat seine vor zwei Jahren gehaltene Antritts-- rede veröffentlicht, und dadurch eine schöne Probe seines haggadischcn Nedncrtalentes abgelegt. Unsere >uuge Gcmc.ndc und unser junger Nabbiner lhnn das Möglichste, um ihre schönen Hoffnungen in schönere Wirklichkeit zn verwandeln. Szegcdin, 12. Feber. Der Sohn eines hiesigen jüdischen Gcmeindegliedes.?velchcr am hiesigen Obergymnasium stndirte, entfloh im Jahre 385!) ans dem Hanse seiner Eltern, und wurde Soldat. Da er jedoch noch nicht das 20. Lebensjahr erreicht hatte, so wurde er in Folge der Neklamation des Vaters entlassen. In das Haus seiner Eltern zurückgekchrt, setzte er sein Studium fort, blieb jedoch vor dem Ende des Schuljahres aus, und maturirte natürlich nicht. Hierauf trat er als Lehrling in eine Buchhandlmig, welche er nach einigen Wochen wieder verließ, um in Ofen in die Vorbereitiiiigsschnle zur Technik zn treten u. dort ließ er sich vor Kurzen! taufen. Die Nachricht davon brachte das ״Szeged! Hiradü" mit dem Beisätze, daß der Vater des jungen Menschen in diesen Schritt gewilligt habe. Der energisch abgefaßtc Protest des Vaters wurde im ״Szegcdi Hiradü" nicht abgcdruckt; statt dessen bemüht sich das ״Sz- H.", dem Vater anfzudisputireu,er müsse Kenntniß davon gehabt haben, daß sein Sohu eine Zeit lang dem kath. Neligionsunterrichtc beigewohnt habe, während cs Thatsache ist, daß der Vater sogar überrascht war, von dem Gymnasialdircktor zu vcrnchmen, sein Sohn sei vor Ablauf des Schuljahres ansgeblieben!! Wie kann auch ein einfacher Gewerbsmann die höheren Studien seines Sohnes kontrollircn? Wir begreifen wirklich nicht, wie das ״Szegedi Hiradü" in seinem frommen Eifer so weit gehen kann, dem Vater Intentionen anzudichten, gegen welche sich derselbe feierlich verwahrt! Die Betrachtung, die sich uns hiebei aufdringt, müssen wir jedoch unsereu Lesern vorenthalten. L. Arad, Ende Jänner. Die Herren Spitalärzte I)r. M. Nobitschek und E. Schuster haben dem Vorstande der israelitischen Brüderschaft den Ausweis über die inc Jahre 1861 in! israelitischen Spirale allfgeuomiucnen und bchandcltcn Kranken mit Angabe der Krankheitösormen eingereicht. Wir entnehmen demselben folgende Daten: