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Ben Chananja · 1862-02-14 · 7 (14.2.1862) · p. Seite 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
7 (14.2.1862)
Date
1862-02-14
Page
Seite 54 (sequence 4)
Language
German
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;54 bleibt, e rhält nun seine besondere Bedeutung). Wir übergeben diese Auffassung dem Urtbeile kompetenter Fachmänner, glauben jedoch behaupten zu dürfen, das! die Tertkritik deö Thalmud die Beachtung der jüdischen Gelehrten der Neuzeit in hohem Grade verdient. Der Gewinn für die Wissenschaft deS IudenthumS müsite ein unschätzbarer werden. In der vorliegenden Arbeit suchten wir skizzenhaft die äusrere Sprach hülle des Thalmnd zur Darstellung zu bringen, so weit dies! in einer periodischen Schrift zulässig ist. Den Abschluß kann der Gegenstand erst erhalten durch — waS noch immer ein 1>n!m dosidoriimi ist — ein thalmudischeö Wörterbuch vom Staudpunlte der Wissenschaft in der Gegenwart. J5i fl) et uni) Hält eil. Po>1 1>11) .׳. Earmoly. 1. Echenltob ben Schafrut. Schemtob b. Schafrut, nicht Sciprut, Sporta oder Sprot, gehört zu den später!! spanischen Schriftgelehrten, die den Nichm der Frühem behaupteten. Gr war aus Tudela in der Navara und lebte als praktischer Arzt in Arragonien l :>70. Korrespondent von Israel ben Seheschet (S. dessen Nga Nr. 210) verfaßte er ein Werk über die Agadot deS Thalmud'S. Dieses Werk, daö er PardeS Rimmonim nannte, wurde in Sabionitta 1554 in 4. gedruckt. Es enthält 51 Blätter mit so genannter Naschischrift ׳, der Herausgeber, Salaiuou Israel Jerusalemiter, ben Menacbem, vulgo Seckel Askhenasi, schrieb dazu ein Nor- und Nachwort. Der Druck, durch Kornelio Adelkind Levi, wurde Freitag den 4. Ijar 414, d. i. den 6. April 1514 vollendet. Daö Titelblatt hat eine Verzierung von Blumen und am Ende steht der Druckstempel vom Druck- Herrn Tobias Foa. Die Agadot sind nicht nach der gewöhnlichen Ordttttlig gegeben, sondern nach folgender Reihe: Seder Moed, Seder Naschim, Seder Seraim und Seder Kadaschiln. S. 5, 6; 6, a; 14, a; 20,;1; 30, (i; 33, a; 35, 6; 41, a; 44, a; k. erwähnt der Verfasser seinen Kommentar zu Aden Esra über den Pentateuch, betitelt: Zafuat Paane ach. Diesen Kommentar, handschriftlich in der Pariser Bibliothek (An eien Fonds, Nr. 143), haben wir durchgelesen. GS ist ein sehr interessantes Werk. Au der Spitze steht eine Einleitung von Nissim Morial aus Tarazona, der eö für den Sohn deS Verfassers abschrieb. Schemtob ben Schafrut zitirt darin seinen Kommentar zum Eanon, betitelt: En Khol; sein Werk Doresch Tob, verschieden von der Schrift O z a r Tob, die er im PardeS Rimmonim, Seite 36, a. erwähnt. Am Ende gibt der Verfasser einen Abschnitt über die Agadot die im Kommentar Aden Esra'S Vorkommen. — Ein sechstes Werk unseres Schemtob, daS er sowvl im PardeS Rimmonim, als im Zafuat Paaueach anführt, ist daö polemische Eben B och an. Er schrieb eö 1385, und gibt darin einen Theil seiner hebräischen Uebersetzung der Evangelien, die er in seiner Vorrede erwähnt. Diese Uebersetzung der Evangelien ist wenig bekannt, hingegen befindet sich der Eben Bvchan in vielen Handschriften. Wir sahen ihn in Leiden und in Orford. Eine andere polemische Schrift unseres Ar;- teS sah ich in Paris. Sie ist betitelt: Vikkuach, und enthält seinen religiösen Disput mit Petro de Luna, Kardinal in Arragonien 1374. Jl. efi0r £r 11ilili011. Nevlik £Hh׳natH'. F a f s e l. 5״ Nr. 2 d. BI. ftreitet eilt Herr X. aittJ Frank fiat am Main gegen meine Ansicht »Der Irafciiioii, 11110 meint, das! wir jenen Grundsah, daß ein Unterschied sei;wischen dein, wae der Berlin»ft widerspricht, und dem was sie nicht begreifen kann, nnr bei selchen Wahr- Heiken anwendei! können , die bei allen Kulturvölkern Eingang gefunden haben; eder bei GescliichlSwalirbeiten, die wir durch den Glauben an die Autorität schriftlicher Denkmäler aniielimen, wie die Offenbarung ans Sinai, wäbrend für die TraditionSlebre diese beweisende Zeugenschaft deö zeitgenössischen Geschichtsschreibers nicht bei,;»- bringen sei, denn erst ein Jahrtausend »ach der sinaitischen Gesetzgebnng tauchte die traditionele Doktrin de», Namen nach ans. Und darum meint Herr X. habe die Pernnnst daö!!!echt eine Doktrin znrückznweijen, die sie der göttlichen Weisheit unwürdig hält, und für welche die Eviden; des Augenzeugen, und die glaubwürdige Zeugenschast deö Geschichtöschreiberö fehlt. ״In unserer Zeit, sagt Hr. X-, würden wir dem Hillel geantwortet haben: Wir glauben Dir betreffs deö schriftlichen Gesetzes, wofür wir die Zeugenschast deö Moses und der Proseken haben; wir glauben Dir aber nicht betreffs deö mündlichen, weil diese Zeugensch a st fehlt." Für religiöse Walirheiten gibt eö keine mathematischeu Beweise und ein Streit über subjektive Ansichten zu führen ist sehr unergnicklieh, weil da fast niemals Einer den Andern überführen kann. Die Bernnnft des Herrn X. hält die traditionelle Doktrin der göttlichen Weisheit nnwürLig, während mir meine Bernnnft sagt: Wenn die Tradition der göttlichen Weisheit unwürdig ist, so ist eö auch der Offenbarnngöbegriff, und mehr noch dieses und jenes mosaische Gesetz. Herr X■ sagt: der Traditioil fehle die beweisende Zengenschas: des zeitgenoffischen Geschichtsschreibers; während sie, die Tradition selbst sagt: Ich bin von demselben Gesichtöschreiber von Mund zu Mund Euch überliefert. E'S sind Meinungen, daß daö Buch der Thora gar nicht dasselbe sei, welches Moseö überliefert hat, sondern Ehilkijahu der Hohepriester oder wer weiß wer sonst habe eö nach seiner Ansicht versaßt, und sonach müßten wir auch Betreffs des schriftlichen Gesetzes unsere Lehrern nicht glauben; denn auch hier könnte gesagt werden, es fehle die Zeugenschast von Moseö. Aber ich habe in Nr. 51 v. I. d. Bl. nicht nnr die Möglichfeit sondern auch die Wirklichkeit einer Tradition dadurch bewiesen, weil sich von einem Schallmonate in der heiligen Schrift keine Andeutung sindet, ohne diesen aber das Pessach- und Sulkoth-Fest verrück! worden wäre. Diesem Beweise tritt Herr X. damit entgegen, daß auch andere Völker in ihrer Zeitrechnung den Sonnen- und Mondlans zugleich berücksichligen, und daß schon die Sinesen denselben EhklnS von 19 Iahreu - 235 ׳ Monaten hatten, und schließt mit den Worten: ״Fasse! kann uns aber schwerlich znninthen wollen, daß wir den Verstandeskräften der Inden so wenig chronologische Berechnnngöknnst zntrauen sollten, so daß sie nur durch mündliche Unterweisung der Gottheit das

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