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Ben Chananja · 1862-01-24 · 4 (24.1.1862) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
4 (24.1.1862)
Date
1862-01-24
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 Umstande muß man überhaupt zur Last legen, wenn wir oft auf harte, gezwungene, unhebräische Ausdrücke, auf Wörter, in einem unrichtigen oder uneigentlichen Sinne gebraucht, auf kühne und zu häufige poetische Freiheiten stoßen Ob solche Versuche der hebräischen Literatur zu einigem Nutzen gereichen, laste ich dahin gestellt. Uebrigens ist zwar der poetische Styl Romanelli's erhaben, kräftig und bündig, aber wir vermissen in ihm jene Flüssigkeit und jene Anmuth, die uns bei M. CH. Luzzatto, Efraim Luzzatto und Anderen entzücken. Der Ausspruch: Le style c'est!' bona me bewährt sich auch an Nomanelli. Cr ragt nichtsdestoweniger unter der Menge der neueren hebräischen Dichter in Italien hervor. Der Gedankeureichtlmm, die gehaltvollen Ideen, der Schwung der Fantasie, ersetzen bei ihm die Weichheit und den Wohlklang, Vorzüge, die bei Anderen nicht selten nur dazu dienen, die Leere deS Inhaltes zu bedecken. Außer den gedruckten Schriften, welche die Vorrede zur einer Ausgabe des משא בערב auszählt und dem dra- : malischen Gedichte הקולות יהדלון, kenne ich mir seine hebr. Grammatik (Triest 1799, 8"), זמרת עריצים (warum nicht זמיר nach Jes. XXV. 5?), eine Sammlung hebräischer Gedichte von verschiedenen Rabbinen der Versammlung der Deputirten und des großen Synedrion's zu Paris, mit seiner italienischen Nebersetzung und Noten (Mantua 1807. 8«), und ein schönes, im klassischen, untadelhasteu Style verfaßtes filososischeS ungereimtes Gedicht (׳מהזה שרי Illnsionc felice, ossia Visionc sentimentale. Turin 1808 28, 5°). Am Ende ein sinnreiches Sonett in beiden Sprachen über die Sonnen-Schlag- und Sanduhr. Anmerkungen. ') Zu der sianzöfischcn und der englischen Uebersetzung der Geschichte der Assaffiu, von 2. v. Hammer, die Hr. Dnkcö i» einer audern Note (״B. CH." v. I. Nr. öl) erwähnt, muß man die italicnische des Prof. Samuel Romanin in Venedig hiuzufügcu. Dieser dnrch seine 8torin ilocumentatii di Venezia rühmlich bekannte Schrisistellcr, den ein frühzeitiger Tod im vorigen September dahiuraffte, leitete das Wort Ghetto von Getto, Kanouengießerei, ab, da die erste Inden stad t in Venedig, wo die erste Absonderung der Ziideu in eigciicil Quartieren löl6 stattfand, in der Nähe jener Austatt festgesetzt wurde. Wie Getto in Ghetto überging, ist hier nicht zu erörtern. — Cara Gesicht, Figur (italienisch Gera) ist auch spanisch. ׳) Eine poetische Version in italienischer Sprache dieses bcrühmten Gedichtes gab Michele Bolafsi, mit einer langen Vorrede, unter dem Titel: 'L'eoilia ossia Juno filosofico a Dio, (.)di s emi libcre. (Vvoriio 1809 8) heraus. מנוחתי (י 3 .מבוכתי .אנחתי .ויום צאתי מערב אחרי מות הסולטאן» der Hs. findet sich nur eine Randbemerkung zum 15. Verse nämlich Die lleberschrist und die erste Slrose dieses Gcdich- (' יהד יס*על♦ לכבוד עדת המאספים אשר בעיר מלוכה ברלין :tes lauten ביום בואי מערי מערב במקום זה ללין. האח. שמי בך־ ״לי ן, האח, ראיתי . לא אזכרה עוד העמל וטרח כל־ מוצאות אותי ותלאות ארה. אך זה הלא היום _קוה קויתי! י) Zn diesem Sonette war vielleicht unser Dichter der erste, der den verblichenen Weltweisen mit den zwei berühmtesten gleichnamigen großen Geistern verglich: :שלש פעמים זה שהרי נבקע ישליש פעמים זה אורי נגרע. מאז בנו עמרם התעודד - ... תם. אהר בנו מימון הוסע...נשקע. אור בן ־מנחם נא ורה ... נעתם! ״) Wie z. B. נא für כי;עתה für ערץ .אישר nubibltsch. H i m- 11t e I, um es mit אך־ץ reimen zn lassen und dgl. niehrcre. Gemeinde- und Nabbinatswesen. 1. Die jüdischen Zustände am Rhein. Die hiesigen Zustände des Judenthums, was seine innere Fortentwickelung betrifft, mögen Ihnen dort hinten im Osten wol noch wenig bekannt sein; ich will cs versuchen, Ihnen ein möglichst getreues Bild von den hiesigen Gemeinden zu geben, zunächst im Ganzen. Die Rheinlande gehören zu denjenigen occidentalen Ländern, die am frühesten von unfern Stammgeuossen besucht wurden. Auch haben sie sich hier, trotz der grausamen Verfolgungen, deren Opfer sie besonders in der Epoche der Kreuzzüge wurden, in ziemlich großer Anzahl erhalten. Vom Elsaß bis zu den Niederlanden gibt es keine Stadt, die nicht der Sitz mehr oder weniger zahlreicher und wohlhabender Gemeinden, kaum ein Dorf, das nicht von Juden bewohnt wäre. — Bei dem Unternehmnngögeiste und der Wanderlust, die unsere rheinländischen Brüder mindestens in ebenso hohem Grade, wie alle unsere Glaubens- und Stammeögenossen besitzen, lieferten sie auch stets ein bedeutendes Kontingent für die Auswanderung nach Frankreich, Belgien, Holland, England und Ameuka. Heute findet vielleicht uirgend ein so rascher Wechsel der Bevölkerung statt, als unter den Juden in der Rbeinprovinz. Der Zug geht ziemlich regelmäßig aus den größern Ortschaften nach den oben genannten westlichen Ländern, jetzt auch nach Italien, und die Lücken der städtischen Gemeinden werden durch die jüd. Landbevölkerung der Nachbarschaft mehr als auögefüllt. — Selbst in Spanien, ja, in Afrika, China und Australien wohnen rheinische Juden; und erst vor wenigen Tagen reiste ein junger Israelit aus Bonn nach dem inner« Afrika, um Verbindungen zwischen den Ländern jenseits der Sahara und dem französischen Algerien anzuknüpfen, eine Verbindüng, welche bekanntlich von der französischen Regierung gewünscht und begünstigt wird. — Eine so rührige Bevölkerung mußte begreiflich in die allgemeine Strömung der europäischen Kultur mit hinein gezogen werden, wenn ihr auch die jüdischen Reformbestrebungen bis vor Kurzem ziemlich fremd geblieben sind. Der Einfluß der modernen Bildüng zeigt sich bet den occidentalen Juden direkter, als bet

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