Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 4 (24.1.1862)
- Date
- 1862-01-24
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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26 men ist Cie biblische Fräse ״dann werden frohlocken alle Bäume des Waldes" die Grundlage der thalmndischen Erzählnng. Enthusiasmus — das Kind der Fantasie — nimmt eine weite Fläche für seine Anschauungen ein, so auch die Ausdrücke, die derselbe gebraucht. Der Mensch, versnnken in Ideen, belebt um sich herum die ganze tobte Natur. ״Uns blieb nur das entseelte Wort!" Das Perek Schira wird von N. I o s e f A l b o °) erwähnt, der die allgemeine Idee desselben entwickelt. ES wird von älteren Schriftstellern selten zilirt. Kommenlirt wurde es von R. Samuel Kimchi, dessen Kommentar'"), so weil uns bekannt ist, niemals gedruckt war. In neuerer Zeit, etwa vor 20 Jahren, ist nnter dem '׳)kamen כנף רעים in Krotoschi n ein Kommentar erschienen. Wir haben dieses Buch nicht gesehen, wie wir hören, soll dasselbe interessant sein. Der Verfasser — dessen Namen wir vergessen haben — soll in hebräischen Schrifteil sehr belesen gewesen sein. Die Grundidee des Perek Schira — dieses sei in kurzen Worten gesagt — ist eine moralische: Die ganze Natur verkündigt das Lob Gottes ף׳. Das Fragmentarische unserer Zeilen wird der Leser entschuldigen, es sind dieselben nur zur Ergänzung einer ebenfalls fragmentarischen Notiz vom Herausgeber dieser Blätter (v. I. S. 370—372) bestimmt. Die Sprache ist mit dem Menschen so enge verknüpft, daß sie von dem Gedaukeu unzertrennlich ist. Es ist daher ganz natürlich, daß das Wort Sprache und sprechen in uneigentlicher Bedeutung bei vielen Gelegenheiten gebraucht wird. So ist die Redensart ״die Sprache der Natur" anschaulich genug für den forschenden Betrachter. Es darf die folgende Stelle hier angeführt werden: Niemals sagt die Natur niemals was anderes die Weisheit ")." Auch der folgende arabische Spruch darf hier einen Platz finden. ״Die Sprache der Natur ist vorzüglicher als die eigentliche Sprache '"). ״Der Ausdruck ״die Sprache der Position")" ist hier vielleicht an seinem Platze. ״Die Zunge der Erfahrnng — sagt das arab. Sprichwort — verdient den meisten Glauben ")." Gar manches hängt noch mit dem Perek Schira zusammen, dessen Betrachtung einer geeigneten Gelegenheit Vorbehalten bleibt. Anmerkungen. ') Addis on itt seiner italienischen Reise bat manche Einzelicheikcn über diesen Gegenstand, woraus wir auch hier diese Notiz genommen haben. l) Auch von Ra schi in seinem Kommentar B. M. I zitirt. 3) Wir wollen darüber einige Worte in diesen Blättern sagen. 2 Bergt, unsere Notiz darüber v. I. S. 369. s) Burkhardt: arabische Sprichwörter Nr. 391. °) ES mögen hier die Worte השב יוצר על"^ מכונו angeführt werden. Diese Worte des ססר יצירה sind in mancher Beziehung anregend. ') Bnrkhardt Nr. 494. ״) Iernschalmi Ehagiga II. Halacha 1. כל iilHD — מיד האילנות ואמרו שירה אז ירננו כל עצי היער. — Es sind die biblischen Worte hier mit der Erzählung des TbalmudS verwebt, ohne durch eine der gewöhnlichen Eiiiführniigösormeln getrennt zu sein. ״) 2m □עקרי in. Kapitel 1. *יי) Handschriftlich in M ü n ch e n und O r f o r d. ") Xcrtitlliaii (vom Gebete §. 29) sagt ebenfalls: ״Auch die Engel beten, alle Geschöpfe beten." '2 2»v c n a l'S Satiren XIV ».321. ,■עומר השכחה 2111 (י so angeführt (Seite 110) — וזה נקרא בלשין ערבי ליסאן אל האל וכ" ר״ל הדבור של המבע ר״ל מה שידבר הטבע הוא יותר טיב מדבור המבטא. — Wir haben in diesem Augenblicke nicht das genannte Buch vor uns, und könne» daher den Nmsang des Ausspruchs nicht ״aber bezeichnen. ") Noticos et extraits Band U S. 95 ״In language de In position“ sind die Worte die Sylvestre de Sacy braucht. ‘5) Bnrkhardt Nr. 592. Hiogtafifdjes. 1. Samuel ^ionta!teilt und seine Schriften. Bon Prof. L. dclla Sorte in Padua. Eö ist nur zu wahr, wie der geistreiche Herr Dukes sehr treffend bemerkt (״Bett Chan." p. I. Nr. 49), daß manche, und zwar nicht die minder anziehenden, der neueren Reisebeschreibungen von Schriftstellern herrühren, die ihre Vaterstadt fast nie aus dem Gesichte verloren haben. Es ist auch möglich, wie er in einer Note hinzufügt'), daß eine solche Bemerkung auch von dem משא בערב oes italienischen Dichters, Samuel Romanelli (nicht Roman iii, wie Prof. Delitzsch in seiner Geschichte der jüdischen Poesie irrig schreibt) gemacht worden sei; man braucht aber nur auf dieses reizende Büchlein, und auf die vielen Einzelnheiten, die den Verfasser selbst so oft betreffen, einen flüchtigen Blick zu werfen, um sich von seinem wirklichen Aufenthalte in den von ihm beschriebenen Ländern zu überzeugen. Daß Romanelli nicht nur die Barbaresken-Staaten, sondern eineu großen Theil Enropa's bereist hat, bin ich im Stande zu bezeugen. Da er die letzten Jahre seines unsteten Lebens in Easale Mvnferrato verlebte, wo meine Mutter wohnte, und wo er 1817 verschied, hatte ich, damals ein zwöljähriger Knabe, Gelegenheit, ihn in seinen letzten Tagen persönl. kennen zu lernen. Ein Hausfreund, Sohn seines Wirthes, sein Lieblingöschüler und Vertrauter, der vor nicht vielen Jahren als Sekretär der israelitischen Gemeinde zu Rom starb, und mit dem ich auch später in freundschaftlichem Verkehr blieb, führte mich zu diesem sonderbaren Manne, der ans mich einen unauslöschlichen Eindruck machte, und dessen Schriften ich meinen leidenschaftlichen Hang zur hebräischen Poesie in meinem Jünglingsalter verdankte. Ich kann mich zwar nicht seines Gesprächs erinnern, aber mein schätzbarer und gebildeter Gewährsmann hat mir nachher so oft und so umständlich die abenteuerlichen Begebenheiten seines Freundes, Gastes und Lehrers, und insbesondere seine vielen und langen Reisen erzählt, daß über diese gar kein Zweifel erlaubt ist. Sein unruhiger Geist, seine äußerste Armuth , seine Freimüthigkeit, die zuweilen an Grob-