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Ben Chananja · 1862-01-10 · 2 (10.1.1862) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
2 (10.1.1862)
Date
1862-01-10
Page
Seite 14 (sequence 6)
Language
German
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14 ter ist, nicht im allercntferntestcn in der Lage sind, den Anforderungen, die man an Vorstandsmitglieder in der Wiener Gemeinde zn stellen berechtigt ist, zu entsprechen. Indessen Sonnenschein und Regen geben tausenden von Insekten und Würmern Leben, man mnß daher auch die Nachthcilc, welche die Oeffentlichkeit bietet, mit in den Kauf nch« men und jedenfalls ist cs ehrenhafter, offen und frei zn kandidircn, als aus Schlei ch w c g c n sein Ziel zu erreichen. Wir billigen daher die Wahlvcrsammlnng, welche am 1. b. M. stattgcsnndcn hat. Sic war wenig besucht, aber es fehlte nicht au Lärm und öfters wurde man au die weiland polnischen Reichstage erinnert. Da wäre ein Präsident;1 In Dr. Hein nothwcndig gewesen, uud cs ist im Interesse der Sache zu bedauern, das ein Solcher fehlt. Es wurden einige Kandidatcnrcden gehalten, man schritt sodann zur Probewahl, doch zeigte sich eine sehr große Stimmcuzcrsplittcrung; blos ein Kandidat erhielt die Majorität der Stimmen dieses kleinen Häufleins, die anderen Herren nicht einmal die Halste. Die sogenannte orthod. Fraktion macht große Anstrengungen, um einige ihrer Kandidaten durchzubringen, und sie wird darin von Gemeindcmitgl. unterstützt, die nicht zn dieser Fraktion gehören- Man glaubt dadurch am besten die ״Schreihälse" zum schweigen zn bringen. Es ist indessen noch sehr fraglich, ob trotz dieses SukkurseS ein Erfolg zu erzielen sein werde. Der größte Thcil der Gemeinde will cö nicht glanbcn, daß dasJudenthnm in Pint bestehe, nnd eine Ehe nur unterm freien Himmel ciilgescgnct werden dürfe. Gestatten Sic mir bei dieser Gclcgcnh. über eine andere Vcrsammlung zu berichten. Es fand nämlich jüngst die Gründer-Versammlung deö Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender statt. ES wurden zu Vorstehern gewählt die Herren: Em. Biach, Jul. Goldschmidt, L- Horowitz, Mor. Ritt. v. stönigswartcr, I. N. Mannheimec, Will), v. Wertheimstcin und Dr. G. Wolf; der Verein hat bereitS über mehr als 2,000 fl. jährliche Beiträge zu verfügen und wird die Wirksamkeit desselben beginnen, sobald die Statuten gcnehmigt sind. A. Arad, 3. Jänner. So wie alljährlich wurde auch Heuer statnteninäßig, nnd zwar Sonntag den 20. Dezember, im Sitznngssaale der israelitischen KultnS-Gemeinde die Gencral-Versammlung des isr. NnterstützungS-VcreincS für Gewerbe- und Ackerbau abgehalten. Der seit dcnl Bestehen der Anstalt an der Spitze stehende Vereins-Präses Herr Paul Wallfisch eröfsnete die Sitzung mit einer Ansprache, in welcher er, anknüpfcnd an die Beschlüsse der vorjährigen Gcneral-Versammlnng, hervorhob, daß die fortschreitende Einführung der ungarischeu Sprache als amtlicher GeschästSsprache dieses Vereines nach Thunlichkeit augebahnt worden ist, indem die Protokolle in ungarischer- und deutscher Sprache nnd die Versammlungen des Ansschnsseö znmcist schon in ungarischer Sprache geführt werden. Für die beabsichtigte Gründung eines allgemeinen ungarisch-israelitischen Ackerban-Vercines sind in diesein Jahre keine weiteren Schritte eingeleitet worden. sobald jedoch hiesür ein geeigneter Zeitpunkt eintreten wird, wird der Ausschuß seine in dieser Sache bereits begonnene Thätigkeit fortsetzen. Hierauf wurde der Rechenschaftsbericht des Ansschnsseö verlesen, dem wir folgende Daten entnehmen: Die ökonomischen Verhältnisse des Vereines werden im Allgemeinen als befriedigend bezeichnet. Die Summe der snbskribirten freiwilligen Beiträge beträgt jährlich 10l3 fl., woraus in diesem Jahre 030 fl. einkassirt wurden. Interessen von hypothezirten Kapitalieu uud Slaatspapieren sind 310 fl. 8(! kr. eingeflossen. Der Fond ist dem vorjährigem Stande mit 6440 fl. ö. W. gleich geblieben, und wird durch einen dem diesjährigen Kassa-Ucberschnß entnommeuen Betrag von 254 fl. aus 0700 st. erhöht. Die vom Vereine gegründete und erhaltene SonntagSschnle wird von den israelitischen Handwerkölehrlitigen zahlreicher und fleißiger besucht, als es bisher der Fall war, wodurch den Bemühungen des Lehrkörpers ein besserer Erfolg, den Lehrlingen aber auch ein wesentlicherer Nutzen gesichert ist. Dieses günstige Resultat ist vorzüglich dem lebhafteren Interesse, welches die Herren Meister für das Institut bctbäligcn, zn verdanken, indem eine Deputation derselben vereint mit dem Ansschnssc den Schulbesuch überwachet. Die Zahl der unter dem Schutze des Vereines stehenden, in die Sonntagsschule anfgcnommcnen Lehrlinge betrug im Jahre 18G1: 90. Diese gruppircn sich nach Handwcrfett wie folgt: Bäcker 2, Binder 7, Gold- 11. Silberarbcitcr 5, Kürschttcr 3, Schneider 18, Schuster 24, Sch mir in ach er!>, Seifensieder 4. Schlosser 6, Tischler 8, Tapczirer 3. Uhrmacher 1. Von diesen und 12 ausgetreten und frcigcsprochen worden, und 13 gänzlich ansgebliebcn. Zn Ende des Jahres verblieben sonach 65 Lehrlinge als orventlichc Schüler der SonntagSschnle cingeschricbcn. Die Erbaltungskosteii der Schule haben 397 fl. 32 kr. in Anspruch genommen. Ans Bckleidüng armer Lehrlinge sind nicht mehr als 50 fl. 20 kr. verwendet worden, nnd wird cs mit Anerkennung hervorgchobcn, ras! die Herren Meister mit Ausnahme weniger llnbcmiitcltcr den Verein nicht mehr zur Bekleidung ihrer Lehrlinge in Anspruch nehmen. Die Ansschnsuvahl für 1802 ergab folgendes Resultat: Präses: Pani WallslischVize: Präses: Wilhelm Bing; Kassier: Adolf Steiner: Sekretär: Leopold Rosenbcrg. Ausschuß-Mitglieder: Heinrich Blau, Med. Dr. Sigmund Chorin, Heinrich Goldschcidcr, Redakteur der Arad.-Zlg., Sigmund Hirschl, Moritz Klein, Samuel Prinncr. L. S. Singer. Jnr. Dr. Eduard Schöpkeö» Karl Schöpkcö, Dr. Eliaö Schuster, Josef Stcinitzcr jun. Ersatzmänner: Simon Hirschmann, Gustav Map. Rudolf Spitzer. P. Pest. 0. Jänner. Der 1111״!;. Isr." wird seine unterbrochene Lausbahn in Bälde wiedersortsetzen. Ein junger Jurist, der geistvolle Mezey, hat d- Red. übernomme». DaS Blatt war kein theologisches und wird kein theologisches sein, so daß sich ein biesiger Kvrrcsp eines Wiener Blattes seine diimmen Witze hätte ersparen können. DaS trefflichc r^ion (!’Israel wird von einem Advokaten und einem Arzte lH o n e l und W o r in s e r) rcdigirt, ohne daß es eine», vernünsligen Menschen in den Sinn gekommen wäre, hierüber Glossen zu machen*). Literarische Anzeigen. Orgue t*t 1'iouMin par Gerson — Levy, Meinbre de 1' Acadcaiic Imperiale de Metz, de cello de Stanislas de Nancy, de Ja Societä asiatique de Paris. Paris au bureau des Archive« israelites. 1859. 8". XXXII. 174. Preis: 2 fr. 25 e. Schluß **). Also urtheilte Aboab, als die liturgische Sprachsrage ansprnchloö auftrat, und der Gebrauch der Muttersprache ohne weitere rcsormalorische Tendenz als Nothbehels für Unwissende zugclasscu werden wollte. Ganz anders urtheilt die Orthodoric in unseren Tagen. Am prägnantesten drückt Isr ael Lüpschütz ihre Meinung ans. An die Mischna Soia 7, l., welche bekanntlich in jeder beliebigen Sprache das Gebet zu verrichten gestattet, anknüpfend, sagt er in seinem Mischnakommciitare: ״In unserer Zeit führen die Neuerer diese Mischna zu Gunsten des *) Ich ergreife mit vielem Vergnügen die Gelegenheit, dem Herrn Honel für sein anerkennendes mich sehr ehrendes Urtheil über den ״Ben Chan." sNr. 7 S. 270) meinen aufrichtigen Dank anszusprechen. L. **) S. Nr. l S. 7.

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