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Ben Chananja · 1862-01-10 · 2 (10.1.1862) · p. Seite 13

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
2 (10.1.1862)
Date
1862-01-10
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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13 Baffebi (Baß-Schcwi) Herr von Dreyberg (Brenenberg)", den der Kaiser in den Herrn- und Rittcrstand erhoben hatte. Sie haben sich bei einem hoch edlen Rath angcmcldet, nnd ihre Privilegien vorgczeigt. ES ist ihnen sodann erlaubt worden, in der Stadt zu bleiben und dieselbe zu besichtigen. Nachdem sic in der Stadt zwei Tage verweilt hattcn, sind Sic wieder abgercist. Man findet aucü, daß andere Kaiser Israeliten nobilisirttn, ja sogar unter Karl") ein Jude das jus nobilitandi gehabt habe, indem er AdclSbricse verkaufte, wo der Name vom Käufer ansgefüllt wurde. 3. Bernhard Freiherr von Cskcles. Uebcr diese», in der Geschichte Ocstcrr. rühmlich bekannt, fand ich in einem hebräischen Buche, gedruckt in Amsterdam 1706, folgende Notiz. Er ward 1753 nach dem Tode seines Vaters, Bernhard Eökeles, geboren. Der alte Vater Hane nämlich nach dem Hinschciden seiner ersten Frau eine zweite Ehe mit einer jungen schönen Person geschlosseit, die bei»! Sterben ihres Mannes in interessanten Verhältnissen war. Nach der Geburt eines Knaben, der den Namen seines Vaters Bernhard erhielt, warben viele Jünglinge um die Hand der jungen, schönen und reichen Wittwe. Der junge Josef Ncumark, Sohn des hochgeehrten Herz Neumark in Amsterdam, war der Bevorzugte. Er führte sie in! Trininf nach Holland. Hier wurde der kleine Bernhard EökcleS sehr fromm erzogen, man gab ihm als Erzieher und Lehrer einen polnischen Rabbiner. Dieser Rabbiner, der ein Mathematiker war, bemühte sich ans seinem Zöglinge einen frommen Rabbiner zn bilden, allein dieser sprang aus der Kutte. 4. D i e Familie Eh also». Der wahre Adel ist nicht der, welcher durch die Gunst eines Fürsten oder durch das Verdienst eines Cinzeliien entstand und oft schon bei der zweiten Generation ausartet, sondern ein solcher, der sich durch Tugend und Gelehrsamkeit während mehrerer Generationen fortpflanzt. Einen solchen Adel besaß unter andern die Familie Chalfon, die sich mehrere Jahrhunderte hindurch durch Moral und Wissenschaft anszeichnete. Diese Familie, aus Frankreich stammend, kam 1395 nach Jtalicn mit vielen ihrer Ncligionsgeuossen, die ihr Vaterland verlassen mußten. Dort zählte sie unter ihren Nachkommen den berühmten Josef Colonne, der 1480, und Rabbi Perez Chalfon, der 1500 blühte. Die Söhne des Rabbi Perez, Nathanel Chalfon und Elias Chalfon I, werden in der Geschichte als ausgezeichnete Männer erwähnt. BesondcrS der letztere, der 1530 sich als Arzt und Freund des Salomon Molchs bekannt machte. Elias Chalfon hinterlicS einen Sohn Namens Alba Mari I, und dieser, zwei Söhne, die Gelehrten Nissim und Elias Meuachcm Chalfon. Die liter. Arbeiten dieser ausgezeichneten Kabbalisten erregten in ihrer Zeit viel Interesse. Abba Mari Chalfon II, Sohn des Elias Chalfon II, Arzt wie sein Vater, verließ Italien nnd begab sich nach Böhmen. Er übte seine Knnst in Prag ans, und starb daselbst im Jahre 1586. Der gediegene Sohn des Abba Mari Chalfon. Ellas Chalfon III, wie seine Borfahren der Arznei beflissen, wurde in dieser Qualiiät und als Richter von Prag nach Wien berufen und erfreute sich dort einer großen Praris. Er starb in dieser letzt genannten Stadt, 1624. nnd seine Grabschrift lobt ihn als einen edlen, sehr gelehrten Mann sowol in der Natur- Wissenschaft als in der Kabbala und Theologie. Mehrere gedruckte und handschriftliche Bücher aus seinem Nachlasse, und mit seiner Unterschrift versehe», werden in der Hofbibliothek in Wien anfbewahrt. GliaS Chalfon hatte das Unglück, seinen Sohn Israel Chalfon, den letzten Sprößling seiner Familie, zu überleben! Er starb unverheiratet 16 l7 in Wien, seiner Geburtöstadt. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland. Paris, 3. Jänner. Die so eben erschienrne Nummer der ArchiveS JsracliteS enthält eine Zusammenstellung der statistischen Angaben über die Gesammtzahl der Inden auf dem Erdenrunde. Die höchste Angabe ist 6,600,000, die kleinste 3,260,000. Selbst nach letzterer Zahl ist also das heutige Israel größer als das, welches Farao'ö Land verließ. Ich entnehme dieser Nummer noch folgende interessante Notizen: In Turin wird eine neue großartige Synagoge gebaut werden. In Neapel, wo sich eine jüdische Gemeinde bildet, wurde an den letztverflossencn hoben Festen der Gottesdienst in Rothschild'S Palais abgehaltcn. Herr BcrnayS ist zum Nordamerikaiiischcn Konsul in der Schweiz ernannt worden. Ans Tergnem's Antrag eröffnen die Archives eine Subskription zu Gunsten einer französischen Ucbcrsctznng der Hodcgetik von Frankel. In Bayonne würden von RodrigueS und Salzedo ein Sicchcnhans nnd eine Kinderbcwahranstalt gegründet. Der vor Kurzem verstorbene TomaS Dnnkombc, Parlamentsmitglied, war ein entschiedencr Freund der Emanzipation, nnd beschäftigte sich mit der Ansarbeitung einer Geschichte dce Inden in England. Dem UnivcrS Jsraelite entnehme ich folgende Notizen: Die Stadt Paris hat dem dortigen Konsistvrial-Rabbiner bisher 1500 Fr. als Q-uarticrentschädigiing gezahlt: in Zukunft erhält er 3500 Fr. Am 28. November vorigen Jahr'S starb der als Thalmndist ausgezeichnete David Sofer in Forbach. Der B. James von Rothschild hat, wie in vorigen Jahren, so auch in d. I. 3000 Kilogrammes Brod unter die Pariser Armen vcrthcilen lassen. Nach dem I-ion d'Israol beschäftigt sich die Straßburger Gemeinde mit den Vorarbeiten zum Baue einer neuen Synagoge. DaS Konsistorium des hohen Rheins gründet einen neuen Verein zur Unterstützung der Armen. x. Dresden, 1. Jänner. Es hat in der hiesigen Gemeinde einen sehr wohlthnenden Eindruck gemacht, daß Sie den Jahrgang 1861 des ״Ben Chaiianja", welcher in so würdiger Weise die Juteressen des Jndenthums und der jüdischen Wissenschaft vertritt, dem Andenken unseres unvergeßlichen Vorstehers Herrn Dr. B. Beer gewidmct haben. Die Stiftung ist erfreulicher Weise im Wachsen begriffen. Herr Albert Cohn in Paris, der vielverdiente, sendete auch 100 Fr. Inland. t. Groß-Kanifcha, 3. Jänner. Der hiesige Thalmud-Thora- Verein sorgt nicht nur für die Nnterrichtskosten und die Schulrequisiten der armen Kinder, dieselben wurden vor Kurzem von Seiten des Vereins auch mit Kleidungsstücken versehen. Gottes bester Segen ruhe auf dem frommen Werke und ans dessen wackern Urhebern! ü- Wien, 3. Jän. Die bevorstehenden Ergänzungswahlcn für den Vorstand haben eine Bewegung hervorgernfen. Als Freunde der Öffentlichkeit begrüßen wir freudig diese Bewegung; wir würden jedoch von der Wahrheit abweichen, wenn wir sagen wollten, daß dieselbe, wie sie sich kund gibt» uns sehr erbaue. Man sieht Personen sich zu diesen Ehrenämtern hervordrängen, welche, so ehrenhaft auch ihr Privatcharak- ♦) Unter welchem? Red.

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