Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1862-01-03 · 1 (3.1.1862) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
1 (3.1.1862)
Date
1862-01-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2542917-2542971-2542973--2424-2546201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

7 barer öffentlicher Organe, die mit rer des t>t>rrcf>0»01ס rtc 1t nicht übereinstimmen. De» iiijnciösen Borwurf des Plagiateo weife ich »ach ge- »a»er Pcüsnng auf feinen Werth :uvüef, cö »autelt sich tabei wer er »1» eine wissenschaftliche Entdeckung. »och mit dae Monopol der so naheliegenden >,»d moralisehe» Sentenzen. II»r so lverde ich traut, »»beirrt der auf mctu Wisse» , Können und Bollbringen gehausten Invcctiven eines Anoinninis, de» Weg wandein, re» ich vor Gott »iio meinem Gelvisse» für r eit rechten und »ichbringende» erachte, das friedliche Gedeihe» der religiöse» und hilinane» Z»leresse» meiner Gemeinde fördern, und mit der Hülfe des», der dem Schwache» Mull, und Starte verleiht, Sein und guter Mensche» Wohlwollen erlange».׳'y Dr. S ch w arz, Rabbiner. Inland. x. Pest, 2K. Dezember. Die Einsicht, der Takt und der rege Eifer, womit nnser Gemeinde-Porsteher, Herr mc!ck. Vr. Hirsch! er die Angelegenheiten »nserer KnItno-KomlUllne regelt, ordne! und leitet, sind ei» wahrer Trinms für die Männer der Wissenschaft, deren Berns zur Leitung öffentlicher Angelegenheiten von manche» einseitige» Praktiker» nicht selten in Zweifel gezogen wird. Die verftandige llnbesangelibeil, mit welcher alle Glieder nnferer Gemeinde die Verdienste Hirschler's anerkennen, ist ein sprechendes Zengniß für die Intelligenz und den Gemeingeist unserer Kominntte. Ich registrire einige wesentliche Bei bessern,igen, welche die neue Verwaltung, an welcher lauter gebilbete, für das Wohl der Gemeinde glühende Männer theilnehmen, zur Reise gebracht hat. Zu erster Reihe steht die Reform des Spitals. Der bisherige Primärst, vr. I a k o b o v i l S, hat sich, wie allgeniein anerkannl wird,;;:» das Spital bleibende Verdienste erworben, sein Rücktritt war ilnn aber von seinen persönlichen Bei hält»issen geboten. Dr. F ilipp G r o s>, ein vielbewährter Arzt, hat die Primaarztstelle mlt Berzichtnng auf jeden Gehalt von Seilen der Gemeinde übernommen und es wurden Berbessernugen in's Leben gernsen , welche vollkommen geeignet sind, unserer Krankenanstalt das Gepräge der Bolltoiiimenheit anszudrücken. Eine bis ans die kleinsten Spezialitäten wohlgeordnete Verwaltung d. Gem. verbunden mit einer strengen Kontrolle, sindet eben so allgeiueiue Auerkcuunug, wie das eingesührte ErspcuungSsvstem. Die Inkorporation neuer Mitglieder ist einer eigenen Kommission übertragen. Die in de» Geuieindeverband Eintretenden fassioniren sich selbst, und sind aus diesem Wege, wie ich aus zuverlässiger Quelle vernehme, bei drei Kommissioussitznngen 1000 st. für bic Gemeindekassa, 200 st. für wohlthatige Zwecke eingeflossen. Wie ich vernehme wird auch die Umlage der jährl. Kiiltnsstener in, Wege freiweiliger Faffion geschehen. Leopold II. sagte, die besten Schätze der Fürsten sind in den Herzen ihrer Völker; so sind auch die besten Schatze einer Gemeinde in den Herzen ihrer Mitglieder. Der Vorstand glaubt also die vernünftigste Bahn einznschlagen, indem er die Deckung der Gemeiudekosten den edlen Herzen der Gemeiudeglieder empsiehlt. Die Träger^ der jüdischen Wissenschaft werden ebenfalls nicht vergessen; nächstens wird der Vorstand der Auerkenuuug der Verdienste unseres gelehrten Landmanues Dukes Wort und Ausdruck geben. Zum Schlüsse noch die Notiz, daß die ״Homilien über die Sprüche der Väter" von nnserm Herrn Oberrabb. vr. Meisel in ungarischer Uebersetzung erscheinen werden. Der Uebersetzer, Herr Lehrer Bauer, hatte den sonderbaren Einfall, in der Pränumerations- Einladung das Wort ״Väter" mit ״ösatyäk“ miederzugeben. Der Notizeusauunler des ״Pester Llohd" übersetzte dieses Wort ganz richtig mit ״Urväter." Mancher Leser muß demnach auf den Gedauken kvmmen, daß von Sprücheu der Patriarchen, oder gar der antediluvianischeu Heroen die Rede sei. *) Hiemit ist die Diskussion über die Kölner Angelegenheiten für d. Bl. geschloffen. Red. Gross-Kanischa, 25. Dezember. Unser Notar und zweiter Kantor, Herr Abr. Schwarz hat am 11. d. M. sein 60-jähriges Dienstjnbiläni» gefeiert, und bei dieser Gelegenheit von der Gemeinde einen Elfrenpokal erhalte». Die Gemeinde beabsichtigt im Laufe deö nächsten Sommers wieder ein Hans zu bauen. Nach Vollendung dieses Baues wird das Budget d. Gem. so ziemlich durch deren Realitäten gedeckt sein. Gibt es viele Gemeinden, »׳elcher sich einer gleichen sinanziellen Lage rühmen können? Literärische Anzeigen. Oi-zuo «>1 I*i011ii 111 par (10180־» — Levy, Mombrc do 1' Acadcmie Imperialu de Mot./,, do colle de Ztnnislnn de Niincy, do la Sooicte :isiatiipie de Daria. Paris au Imreau dc.s Archives israolitos. 1850. 8°. XXXII. 171. Preis: 2 fr. 25 e. Nick» mir dem gelehrten, geistreiche», seit einem halben Jahrhundert für den Fortschritt thäligen Verfasser, sondern noch mehr seinem, in neuester Zeit in mehreren Gemeinden vielfach ventilirten Gegenstände sind wir cs schuldig. die geehrten Leser d. Bl. mit dem Inhalte vorliegender Schrift bekannt zu machen. Die Veranlaffnng zur Herausgabe derselben war folgende. Im Jahre 1850 traten die französischen Großrabbtnen in Paris zu einer Konferenz zusammen. Die Konferenz wurde am 10. Mai eröffnet, am 20. Mai geschlossen. Gegenwärtig waren: Ulmann lZentralkonsistorinm), Aron sStrassbnrg), Marr D. (Bordeanrt, Isidor (Paris). Libermanu (Nancy), Klein (Eolmar), Marr S. (Bayonne), Eaben!Marseille), Weil (Algier), Munk (Sekretär des ZenlralkonsistorinmS) Rabb. Pros. Trenel (Sekretär der Konferenz). Gegenstände der Berathnng: Zulässigkeit einer Revision der Pijjntim; Uebersetzung und Parasrase eines Theils der Sidra oder der Hastara: Regelung des synagogalen Gesanges, um eine kürzere Dauer des Gottesdienstes zu erzielen; allgemeine Bestimmung der Mittel, welche geeignet wären, den öffentlichen Gottesdienst würdiger, erbaulicher und instruktiver zu machen; Einschränkung deö Mi sche-Berach und des Haschkaba-GebeteS (bei den Sefardim), die Segnung derKinder von Seiten der Eltern während Virchat Kohanim, Modifikation des sabballichen Nb Ha-Rachamim; Gleichförmigkeit der Gebräuche bei Trauuugen und Begräbnissen: Seelengedächtnis am Versöhnnngötage, Erwähnung derer, welche in dem abgelaufenen Jahre dahingeschieden sind; Einsegnung der neugeborneii stiiider in der Synagoge (der Knaben nach geschehener Beschneidung); Einführung der Orgel: Konfirmation (imtirrtion), welche ״Zeremonie der religiösen Großjährigkeit" genannt werden soll; Religionsnnterricht der Jugend, llmfaffende VerbeffernngS-Vorschläge in dieser Beziehung; Revision des Katechismus, Betrauung Ulmann's mit der Ausarbeitung eines ausführlichen ReligiousbncheS; Beaufsichtignng der Schochatim und Soferim. so wie derer, die Mezuzoth und Thefillin zum Verkaufe haben; Gründung einer Zentralkasse. Schließlich spricht die Konferenz noch folgende Wünsche aus: Der Prof. Lazard an der Rabbinerschnle erhalte eine Pension; diese Schule werde nach Paris verlegt; die jnd. Sträflinge soklen an Sabbaten und Festtagen von der Arbeit befreit sein; für Rabbinen und Kantoren möge ein Kostüm eingesührt werden. (Archives israelites 1856. 305—314.) Die Bestrebilligen und Vorschläge der resokmistisch gesinnten Rabbinen in Deutschland hatten also bei den Großrabbiuen Anklang und Eingang gefunden! Dies war hinreichend, um den leicht entzündlichen Herrn Hirsch in Frankfurt am Main in Wuth zu bringen. Dieser eigenthümliche Heilige hetzte die französischen Gemeinden gegen ihre Seelenhirten, und fälschte zu diesem Behnfe den in den französischen Blättern enthalteilen Bericht über die Konferenz, indem er die von den Schocha-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.