Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 1 (3.1.1862)
- Date
- 1862-01-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 nämlich fctrtt (Samuel Phöbns und dessen Vater, Nathan Beitel. der 18 Jahre vor dieser Katastrofe schon todt war. Ein Nachkömmling der Familie Lämel, (Simon*), wurde in den A delstand erhoben. Er starb den 18. April 1845. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland. /A Trier, int Dez. Die Wahlen für das Hans der Abgeordneten waren für die preußischen Inden von besonderer Bedeutung. Feudalismus und Mittelalter gehen stets 1111b allenthalben mit Unterdrückung der Inden Hand in Hand. Die liberale Partei rechnete daher auch ans die Sympatie und Unterstützung der Inden; Letztere rechtfertigten auch vollkommen die voll ihnen gehegte Erwartung. Hierorts wurden 4 Juden zu Wahlmännern gewählt. die sämmtlich mit der liberalen Partei stimmten. Auch im Komitü dieser Partei war ein Mitglied unserer Gemeinde. Die in der Synagoge nachdrücklich ausgesprochene Ermnnternng zur Betheiligung an der Wahl hat lebhaften Anklang gesunden. Mit gewohnter Meisterschaft wurde dieselbe von nnserm verehrten Oberrabbincr Kahn an den nächtlichen Kamps Jakobs mit dem unbekannten Manne geknüpft, und auf eine geistreiche Weise dnrchgcsührt. Der Redncr sprach von der günstigen Stellung des Prenß. Inden besonders seit der Regierung des gegenwärtigen Königs; wies aber offen darauf hin» daß es die Ausgabe der Juden sei, sich der sreisiiinigen Partei auznschlicßcn. Köln, im Dezember. Wenn ich einerseits mehr Geschick, anderseits mebr Lust, und endlich auch mehr Zeit zur Führung einer Polemik hätte, so wären Sie schon längst im Besitze einer Erwi: dernng auf die Korrespondenz, welche mir in Nr. 4L Ihrer Zeitschrift die unverdiente Ehre erzeigte, die Blicke aller Leser des Ben Ehananja auf mich zu lenken; obgleich bei dem Gedanken יקללו המה ראתה תבדך selbst das Schweigen nicht gerade ein Märtyrerthnm für mich gewesen wäre. Nun komme ich nachträglich. nm in aller Ruhe und Leidenschaftslosigkeit die lendentiöscn Angaben über mich und die Gemeinde, die mit mir verletzt worden ist, zu beleuchten. Märchenhaft ist zuvörderst die Darstellung , ans welche Weise das hiesige Rabbinat mir anvcrtrant worden ist. Gegen die fantasicreichc Kombination des Berichterstatters kann ich versichern, daß ich feiner Zeit lediglich ans Veranlassung des seligen Vorstehers K., dessen persönliche Bekanntschaft mir schon seit Jahren zn Thcil ward, zu einer Hieherkunft eingeladcn wurde; und daß als ich diesem Rufe Folge lei¬ *) Derselbe war nicht nur wegen seiner mannigsaltigen Geschäftskenntnisse nnd seines mit Klarheit und Sicherheit kombinireudcn Unternehmnngsgeistes hochgeachtet, sondern auch wegen seiner Biederkeit und strengen Rechtschaffenheit, seiner Wohlthätigkeit nnd nngehcnchelten Frömmigkeit, seines lebhaften Interesses für jüdische Angelegenheiten und seiner erprobten Treue gegen Fürst und Vaterland. Er sowol als seine Fran, welche hohe Bildung besaß, nnd selbst jüdisch-theologische Schriften mit Verständniß und Interesse las, gehörten der orthodoren Richtung an. Gleichwol wurde der sei. Ehorin von beiden sehr hochgeschätzt: LämclS Schwager, der durch seine thargnmistischen Forschnngen bekannte L ö b I e i t e l e s , war ein sehr intimer Freund Ehorin's. Letzterer stellte mich 183!! dem greisen Lämel als einen ״seinen Bachnr" vor, und von dieser Stunde an wurde ich im L.'scheu Hanse als Hansfreund angesehen, nnd sehr oft zn Tische geladen. Dieses Berhältniß verschaffte mir 1840 (in Gemeinschaft mit dem Herrn Rabb. Horowitz) die Ehre, den gelehrten Rapoporl bei Lämel in Baden einznführen. L ö w. stete und mehrmals in der Synagoge gesprochen habe — der Tert zur Predigt wurde mir einen Tag vor ihrer Abhaltung angewiesen — ans Grund dieses RigorosniliS und der über mich eingeholtcn Ncchcrchcil das Engagement stattgesundcii hat. Ich habe keinen Augenblick die hohe und schwierige Ausgabe, die sich mir zur Lösung ciitgcgeiihiclt, iinterschätzt; ihr meine ganze physische nnd geistige Kraft zu opfern, war aber auch mein heiliges, unermüdliches Bestreben. Um hier nicht mein eigener Panegyriker zu werden, will ich einem Berichte der Kölnische» Zcitniig vom 10. August 185!) die Fortsctznng überlassen, welche lautet: ״Rühmend verdient aber an dieser Stelle zunächst des ManncS erwähnt zn werden. welcher cs versteht, durch seltene Rührigkeit die religiösen Gesinnungen seiner Glaubensgenossen zu erwecken nnd zu beleben. Der vor einigen Jahren ans Banrcut hieher berufene Rabbiner ,D1-. Schwarz hat in der kurzen Zeit seiner Aintssührting schon viele nutzbringende Einrichtniigcn ins Leben grinsen. Sein Wirknngskrcis, dessen Gränzen er tu bewnndernngsweither Selbstverleugnung immer größer zieht, umfaßt zwar mit gleicher Liebe nnd Treue alle Zweige der Seelsorge: Arilienpflcgc, Krankenbesuch, Predigt, Katechisation und selbst die Unterweisung der Strafgefangenen; doch ist sein Hauptaugenmerk, lind mit Recht, auf die Jiigendbelchrnng gerichtet, lind ist dabei in anerkennender Weise hcrvorznheben, saß sich seine Lchrrührigkeit nicht nur ans die Schüler der jüdische» Elementarschule erstreckt, sondern auch auf solche, welche christliche Anstalten fregncntircn. Ja. ein besonderer Frühgottcödienst, erst kürzlich noch von ihm eingerichtet, vereint unter seiner Leitung diese jltgcudliche Schaar Samstags in der Synagoge, wo sie, ohne in ihrem Unterrichte gestört zu werden, in einer Andachtsstnnde die begeisternde Rede ihres Hirteil vernimmt." Daß aber auch das Terrain, auf welchem man sich bewegt, die Resultate, die erzielt werden, bestimint, wer dürfte dies bezweifeln? So lange darlim der Gemeinde die Korporationsrcchte, welche ihr seit einigen Monaten erst verliehen worden sind, fehlten, war eine dancrndc Gestaltung der so mühsam ins Leben gernfcncn Organisation nn- Ntöglich — so mußte auch der RcligionSnntericht in der Bürgerschule ans ausdrückliches Verlangen des Direktors, wegen lokaler und administrativcr Hindernisse eingestellt werden — erst jetzt vermag, durchhinlänglich gebotene Unterstützung, die gute Saat zn reifen, zumal hier, wo im Allgemeinen ein gesunder, religiöser Geist weht, und es keines- Wegs an Mänilern fehlt, die ״einigerniaßen mit den gegenwärtigeil Bedürfnissen des JndenthumS vertrant sind." Die rügenden Benicrknngcn über die Synagogen-Einweihnng, ״gegenüber der Halt- und Gestaltlosigkeit der Bestrebungen," werden von dem nnpartheiischcn Nrtheil aller, die sich von ihr und ihren Vorbercilungen überzeugen konnten, dementirt, zunächst aber durch das eines Mannes von Distinktion, der früher selbst die Kultus.-Angelegenheiten der Gemeinde mit großer Umsicht geleitet, und mir am 3. September wörtlich geschrieben: ״Mit der Ueberreichnng der hier beigefüglen Karle nehme ich Gelegenheit, meine dankerfüllte Ailerkennnng ausznsprechen, wozu mich die edle nnd hochgetragene feierliche Einweihnng der neuen Svnagoge veranlaßt, welche durch die voll Ew. Hochwürden begeisterte Führung zum Heile der Gemeinde sich gestaltet hat, und allen Betbeiligten eitlen nitvergeßlicheit Eindruck znrücklassen wird." Die einem einstußreichen Gemciude-Repräsentaulcn in den Mund gelegte Aeußcrnng ist ebenso unwahr, als der Dem Gründer der Synagoge 1l1!tcrscl>obene Wunsch, nnd die Eharakleristik, daß die Jugend ohne Führer sich selbst, nnd die Gemeinte gleich der letzten Dorfgemeinde einem geistlosen Schlendrian überlassen ist. Was schließlich meine Leistungen als Prediger betrifft, so berubigt mich hiebei vollkommen die Ansicht meiner Zuhörer, nnd die acht-