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Ben Chananja · 1862-01-03 · 1 (3.1.1862) · p. Seite 8

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
1 (3.1.1862)
Date
1862-01-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 tim, Soferim und der Sorgfalt für die Sträflinge handelnden Punkte abfichtlich wegließ, um die Leser, auf welche seine Erpektorationen berechnet waren, desto leichter und entschiedener auf seine Seite zn bckommen. Der Umstand, daß Stein an den deutschen Konferenzen, welche auf die französischen Rabbinen offenkundigen Einfluß ausübten, lebhaft ten Antheil genommen hatte, mußte natürlich dazu beilragen, Hirsch'S Leidenschaftlichkeit zu steigern. Den Verletzungen Hirsch'S trat nun der Verf. der vorliegenden Schrift mit einer Reihe von Artikeln in den ArchiveS JsraeliteS entgegen. Von Munk aufgcmuntert und von Albert Cohn unterstützt, gab er diese mit vielem Beifall anfgenommcne Arbeit nach sorgfältiger Revision in einem besondern Abdrucke heraus; so entstand die Streitschrift, welche unserer Betrachtung vorliegt. Dieselbe gehört zu den literarischen Erzeugnissen, welche mehr bieten, als der Titel derselben verspricht, wie schon nachstende Jnhalts-Nebersicht beweist: 1. Eiiileitimg. 2. Orgel. 3. das Wort. 4. das Gebet. 5. FarisäiSm und Rabb'lnism. 6. Biblische und nachbiblische Poesie. 7. Einbrüche in das liturgische Gebiet. 8. Nördliche jüdische Einwanderung. 10. Rcstanration des Literarisch-Hebräischen. 11. Das heilige Feuer belebt sich wieder. 12. Kallir. 13. Gegcnwahrheiten. 14. Stratageme. 15. Parallele zwischen SaadiaS und Kallir. 16. Kallir'S Nachahmer 17. Manöver der puritanischen Opposition. 18. Blick auf die Korrespondenz des Konvcntikcls. 19. Das gegenwärtige Jerusalem. 20. Jerusalcmitauische Gebräuche. 21. Die Pijjntfrage faktisch gelöst. 22. Anti-pijjutischeS Echo. 23. Logik der Pijjntfreunde. Diese Nebersicht zeigt, welche reiche Fülle von Gegenständen und Fragen der gelehrte Verfasser zur Sprache bringt! Die Polemik des Herrn Verf. hat, wie die der meisten Wortführer der Reform, eine doppelte Tendenz. Einerseits bemüht sie sich, darzuthun, daß die in Rede stehenden Reformen im Sinne der frühereu rabbinischcu Kasuisten zulässig seien, andererseits unterläßt sie aber nicht, hervorzuheben, daß selbst die Stabilen sich bereits verschiedenen Reformen gefügt haben, so daß zwischen ihnen und ihren Gegnern kein spezifischer, sondern nur ein gradueller Unterschied obwalte. Was nun den ersten Punkt, — die Harmonie der älteren Kasuisten mit den Reformen der Neuzeit, — betrifft, so dürste den Freunden des Fortschrittes eine unbefangenere Objektivität und ein tieferes Eingehen auf den Geist der verschiedenen Zeiten zu empfehlen sein, da es des Fortschrittes nicht würdig ist, sich aus eine unwissenschaftliche Weise zu lcgitimiren. So ist cs allerdings bemerkenswerth, daß im Anfänge des 18. Jahrhunderts in einer Synagoge Prag'ö eine Orgel ertönte*), ohne daß die Rabbiuen Anstoß daran nahmen. Allein die ausschließlich zur Begleitung des Lecha Dodi bestimmte Orgel machte keine reformatorifthcn Prätenstoilen, und stand mit keinen reformatorischen Prinzipien in Verbindung. Der Hr. Vers, wird wvl schwerlich inr Ernste behaupten, daß die von ihm angeführten Autoritäten die heutigen Rcformbestrcbungen milder beurthcilt hätten, als dieselben von den Stabilen der Gegenwart beurtheilt werden. *) Sd. Qnclleniiachweis im vor. Jhrg. d. B. CH. Nr, 5. S. 40. Alim. 12. Wen» der Hr. Vers. S. 10 und an anderen Stellen die Orgel schon im Jahre 925 voraussetzt, so ist dies ein Jrrthnm. Zn jener Zeit gab es in Böhmen überh. noch keine Orgel, indem inan zur Verbrcitnilg des Christeiithniiiü daselbst tanm einen schwachen Anfang gemacht hatte. Bon den zwei Söhnen, welche der!»25 verstorbene Herzog Wratiölaw hinterließ, war der jüngere, BolcSlaw. eifrig dem Heidenthuiiie ergeben. Das ErzbiSthniu zu Prag wurde erst unter ressen gleichnamigem Sohne gegründet. Auch ist es eine Ungenanigteit. daß der Herr Vers. das. den ייךןך״ר ans Prag und ״Rabbi Löwe rutmueiit“ als zwei verschiedene Personen anführt, da deren Identität nicht dem geringsten Ztoeifel unterliegt. Die wissenschaftlichen Freunde des Fortschrittes können dies ohne Bedenken zugestehen, ohne daß sie deshalb das Recht anfgeben, in Bezug auf Kultur und Ästhetik den Kasuisten der letzten Jahrhunderte gegenüber dieselbe Stellung eiuzunehmen, welche MaimonideS selbst in Rücksicht auf dogmatische Anschauungen 'dem Thalmud gegenüber eingenommen hat. Sehr treffend sind die S. 39. angeführten Beispiele vollzogener Reformen. Auf diese Weise werden am Besten die Willkürlichkeiten und Spiegelfechtereien der nenorthodoren Romantiker charakterisirt. Eine willkommene Zugabe zu dem Kap. 5. (31—37) Gesagten dürfte folgende Thatsache sein. Salomo» b. Jakob Ailion, derselbe, welcher im Sommer d. I. 171 l. als Rabbiner zu Amsterdam, dem Merkchen Ha-Zad Zebi des Nehmt« Hajnn das Imprimatur ertbeilte, hatte noch aus dem Oriente, (ליגך־ני, Ligurio auf Morea?) bei den» Rabb. Samuel Aboab in Venedig (gest. 1691) angcfragt, ob eS zehn spagnolisch redenden Juden, (׳ (לועזים b t e b c $ <§ c & r ä 1־ scheu unkn 11 dig sind, und auch keinen des Hebräischen kundigen Vorbcter haben, gestattet sei, ihre Andacht gemcinschaftlich spagnolisch zu verrichten. R. Samuel autwortcte: ״So fremdartig dies auch scheint, und so sehr c S a n ch d e m Volke a u f s a l l e n w i r d, so ist es doch nach den meisten Kasuisten zulässig, wie es denn auch rücksichtlich des Tischgebetes üblich ist: כעין הנהוג בברכת המזון להוציא זה את זה בלשון לעז. Auch habe u; von glaubwürdigen Berichterstattern gehört, daß in der großcn Gemeinde zu Salonich ein eigener Lorbeter für die d e S H c b r ä i s ch c n unkundigen Franc» a n g e st e l l t ist, und den Gottesdienst spagnolisch vcrrichtet:יש הזן קבוע לנשים שאינן יודעות לה״ק ומוציא עצמו ואותן בלשון לעז." (Gutachten Debar Samuel, Ven. 1704. Nr. 32l.) (Schluß folgt.) Replik. Die ״S e r i s i n." Herr Leop. Dukes hat die Leser dieser Blatter (S. 447. d.vor. Jhg.) mit einer Probe deutscher und aramäischer Wortführung überrascht. Das deutsche Wort ״rüsten" soll ״sich waffnen" und?״ זדיrüstig" heißcn. Schade, daß die Philologie von den Sprüngen der Fantasie sich nicht meistern läßt. Rüsten ahd.!irustnn und hrusten bedeutet zurichten. äußerlich versehen mit etwas (gloss. Inn. 210), schmücken (gloss. Paris. Grass II., 546), dann aiich ״geschwind fertigen" (gloss. Inn. 203); ״rüstig" heißt daher ursprünglich soviel als mit Fertigkeit, mit lebhafter Eile, mit lebhaften Kräften versehen, mit Lcbensfrischc ausgestattet, lebhaft kräftig zur Thätigfeit.?זדי von זרז Gürtel entspricht dem lateinischeii 8u66in6t118, und hat mit dem deutschen ״rüsten" und ״rüstig" nichts gemein in etymologischer Beziehung. Die Essäer konnten sich wegen ihres Gürtels als זריזין bezeichnen. ״Die Sprünge über daö Lerikon gehören zu de,! Privatvcrgnügunge» bevorzugtcr Geister" rufe ich mit dem sehr geehrten Hr». DukeS aus. Dr. 3cHintf. m Inserat. Hei I. ImHnann in Jfrnnhfurt am Main ist erschienen und durch alle Buchhaudlnngett zu beziehen ,אלון בכות I j o! < * 11 1* n v o (1 c 11 von XZause, Lehrer in Ncukirchen. Preis 36 rhkr. 10 ״ Sgr. Dieses Merkchen ist bereits in mehreren Zeitschriften ans'c günstigste rezeiisut worden nnd erfreut sich eines raschen Absatzes. Dzegedin, Zklhstverlag der Nkdaklion. Leipzig, Loiiiiiiissioiis-Vrrllig von Frmir Ivlignc Druck von Sigmund Burger in Szeged in.

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