Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 1 (3.1.1862)
- Date
- 1862-01-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2542917-2542971-2542973--2422-2546199- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5 thümlichen jüo. Mundart geschieht das. keine Erwähnung, vielmehr beruft sich Iss. auf die korrekte deutsche Aussprache: 1במדיג׳ שמזכירין (זכשין?) ד־׳שון ^שכנז צה ושנון וןאהר ^שון ^שכנז אנו 3 כותבין בגטי» Folge dessen erklärt er sich für das Kits. Das Altochdeiitschc lautet: purue, pure; das Mittelhochdeutsche buro, auch gibt es ahd. Frauennamcn ans pure. Nach Verlanf eines Jahrhunderts ist R. Moses JsserleS in Krakau an die abweichende Anssprachc der Juden schon so sehr gewöhnt, daß er dieselbe in die Zeit Jss.'S zurück verlegt, und letzterem mißverständlich die Bcsiinimling unterschiebt, nach welcher die spezifisch-jüdische Mundart für die Orthografie der Scheidebricse maßgebend sein müffe (Eben Ha-Ezer 128, 3). 'יי) S. W. 8, 13, 72. 73. ") Kant's S. W. II, 87. Die Judcnsragc S. 62, 83. ilfbrismen. Von Leop. Dukes. 1. S ch ö n h e i t. ״Die Schönheit herrscht, und Herrsche, wo sie sich zeigt." Schiller. Die Schönheit übt allenthalben ihren Einfluß aus. Die Art, in welcher sich dies zeigt, ist verschieden. Zur Anregung des Lesers lassen wir hier einige Einzelnheiten folgen. Ein roker Volksstamm — so belehrt uns Algazali in einem seiner Werke*) — betet jeden schönen Gegenstand, der ihm begegnet, an demselben Tage als göttlich an. Ob dieser Volksstamm noch diesen Gebrauch habe, wissen wir nicht. Ein alter Rabbi — so erzählt der Thalmud**) — sagte, wenn er ein schönes Geschöpf sah: ״Gepriesen sei der, welcher so schöne Geschöpfe bildete!" Der deutsche Dichter sagt: Wandelt oben in des Lichtes Flur Gott unter Göttern die Gestalt***). Daß die Schönheit das flüchtige Gemüth des rohen Menschen berührt hat, ist ein Wunder. Daß er sie — wenn auch nur für einen Tag — vergötterte, ist ein Fehler des Urtheils, und deshalb gerade zu entschuldigen. In sublimer Idealität hat der deutsche Dichter einer ursprünglich platonischen Idee eigenthümliches modernes Gewand umgeworfen; edle Gemüther fühlen sich mächtig davon ergriffen. Die Flüchtigkeit der Schönheit hat den Rabbi zum bleibenden Ursprung alles Schönen geführt. Die Naturschönheiten der Erde lenkten ihn zum ״ יושב בשטיםder im Himmel thront." — Der alte Rabbi stehet hier am höchsten, ohne daß derselbe die Aesthetik mit Ideen bereicherte. *) Vergl. Schire-Schtomo S. 11 der hebr. Beilage. Es findet sich dies auch im Gschkol Ha-Kofer so wie auch im Dabistan. Daß die Rezensenten dieses Stück von A l g a z a l i S Buch nicht erwähnten, darf auch hier gelegentlich angemerkt werden. **) Jeruschalmi Berach 0, 1. Vergl. b. Ab Zara 20, a. (S. auch Sukka 4, 5. Taan. 31, a. B. Eliau. 1, 438. Red.) ***) Schiller: das Ideal und das Leben. Jüdischer Ätzet*). Von vr. C a r m o l p. 1. Die Familie Lämmel aus Wien. Im Jahre 1549 oder 50 lebte in Wien ein Mann, dessen vornehme Stellung in der jüdischen Gesellschaft ihm ein hohes Ansehen gab: Der Rabbi MoseS Aaron ans dem Hause Lämcl. Er war stolz auf seine Familie, und oft erwähnte er, daß dieselbe noch nie eine Verdunkelung erlitten habe. MoseS Aaron Lämcl verheiratete sich; er nahm eine schöne Frau, die Tochter eines frommen und gelehrten Rabbiners. Sein Sohn Samuel Phöbns Lämcl, war ein reicher, wohlthätiger und großniürhigcr Mann. Er lebte ebenfalls in Wien, wo er sehr angesehen war, und wo er auch den 22. April 1616 starb. Auf seinem Grabe lieft man: ממשפחת לעמל, בחורה ומצות עמל, מיום הגמל: גומל הסדים, ומכניס אורחים, ומילא צרכם: ״Von der Familie Lämcl abftammcnd, beschäftigte er sich von Jugend aus mit der Lehre und deren Gebote». Er war mildthätig und gastfreundlich; er sorgte für alle Bedürfnisse der Armen." Samuel Phöbus hinterlieö einen gelehrten Sohn, de» Rabbiner Nathan Beitel, oder Veidel. Ec wurde nmö Jahre 1560 in Wien geboren. nnd sogleich zum Rabbinerstande bestimmt. Nathan Beitel zeigte ein besonderes Rednertalent und jung noch hielt er schon in Krakau mit Beifall einen Vortrag (Dernsch) zur P a r a s ch a V a- I i g a s ch, in Gegenwart dcS hochbejahrten Rabbi PinchaS Lcvi Hörwitz, wie der Verleger dieses Vortrags bezeugt. Nach Vollendung seines Studiums in Krakan, wurde er als Rabb. zu Hotzenplotz u. dann zu Austerlitz gewählt. Im Jahre 1609 veröffcntlichte er neue Derascha'S, in 3 Theilen, und ging nach Worms, wo er die Stelle des Oberrabbiners Jffachar Spira einnahm. Nach fünf Jahren kehrte er nach Wien zurück, wo er 1614 beim Leben seines Vaters als Oberhaupt der jüdischen Gemeinde feierlich ausgenommen wurde. Nathan Beitel starb in seiner Vaterstadt, im Jahr 1630. Die oben erwähnte Predigt zur Parascha Va-Jigasch, führt den Titel: מתנת נתן. Sie ist aus 6 Seiten, in 4., S. a. et l., aber zu Krakau ums Jahr 1577 gedruckt. Diese Predigt ist sehr selten, wir haben sie nur einmal, in Orsord, Kollektion Oppenheim Nr. 409, Q., gesehen. Das Datum 1600 in Katalog mss. ist fehlerhaft: eben so die Angabe des gedruckten Katalogs: ״Prag 1623." Dem Verfasser schwebte das beigebundene Werk von Israel Katzenellenbogen vor, das zu Prag 1623 gedruckt ist. Daß Zunz diesen Fehler nachschreibt, liegt in der Natur seiner bibliografischen Arbeiten nach Bücherverzeichnissen. Die anderen gedruckten Vorträge von unserem Nathan Beitel, oder Veidel sind ebenfalls zu Krakau in 4. bei Israel ben Aaron Prostitz erschienen. Sie sind betitelt: חק גחן (Nathan'S Gesetz) und führen auch den Namen: .דרושים לכל חפציהם Ein Sohn des Rabbi Nathan Beitel Lämel führte den Namen seines Großvaters Samuel Phöbus Lämel. Er folgte den Fußtapfen seines Vaters, und wurde Rabbiner in Polen. Im Jahre 1648 war er Angenzenge des schrecklichen Kosakenkrieg'S und beschrieb dessen traurige Folgen in einem Merkchen טיט היון betitelt, das er zu Venedig s. a. 7 pp. m.— 8 herauögab. Auf dem Titelblatte heißt es: ״Verfaßt von dem sehr gelehrten R. Samuel Phöbus, Sohn des ehrwürdigen Rabbinen Nathan Beitel aus Wien." Es ist mir unbegreiflich wie Wolf und seine Abschreiber ans dieser Angabe zwei Verfasser machen konnten, denen sie das Merkchen טיט היון zueignen. Red. f) Zugleich als Forts, d. Wand. 3093941183