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Ben Chananja · 1861-12-27 · 52 (27.12.1861) · p. Seite 444

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
52 (27.12.1861)
Date
1861-12-27
Page
Seite 444 (sequence 2)
Language
German
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444 senschaft fällt das wahrhaft!׳ Bedürfniß des jüdisch-religiösen > Lebens zusammen. Manche wenig erireuliche Erscheinungen auf dem Gebiete des letztern vermögen zwar nicht die Hoffnung und Zuversicht deS denkenden Beobachters irre zu machen. Denn ״s i e l) e, nicht s ch l 11 m nt c v t, nicht schlaft der Hüter Jsrael'ö (Pf. 121, 4).״ AuS den religiösen Gährnngen der Gegenwart wird unsere göttliche! Religion sicherlich im Lichtglanze ihrer Verklärnng hervor-! gehen. Zuvörderst muß es aber der Geschichtsforschung gelungen sein, sichere und wohlbegründete Resultate zu Tage! zu fördern, Mißverständnisse zu berichtigen, und eine ohne, Leidenschaft geführte Verständigung unter den streitenden > Parteien anzubahnen. Die Eine, die Lehre und das religiöse Leben machen eS also dem heutigen Israel in gleichem Maße! zur Pflicht, auf den alten Ruf der Thora zu achten: ״Ge- > denke d e r T a g e der V 0 v z e i t, b!׳trachtet die I a hre de r v ergattgenen Ge sch lech te r; frag e deinett V a ter, e r wird di r's v e r k ü n d e n , d e i n e Ä l t e st e tt, sie w erd en di r's sa gnt (5 M. 32, 7)!״ ES liegt in der Natur der Sache, daß dieses Befra-! gen der Vergangenheit nicht selten mit einem gelehrten Ap-! parate verburtden ist. Schon die Fragen, die au die frühe-! reu Geschlechter gerichtet werden, sind in den meisten Fallen! von der Wissenschaft diktirt. Und vollends gar die Anttvor-! ten! Diese müssen bald auf entlegenen Gebieten gesucht,! bald erst verständlich gemacht, bald aus Andeutungen errathen! werden. Gebildete Laien werden an diesen gelehrten Aus-! führnngen um so weniger Anstoß nehmen, als ״Ben Chaj nanja" seiner Seitö in der angenehmen Lage sein wird, j auch ihr Interesse für die Vergangenheit und Gegenwart! Jsrael's wach zu erhalten, und demselben willkommene Be-; sriedignng zu gewähren. Die Marime A b r a h a m's , des Patriarchen, ״wem-; ger zu versprechen und mehr zu leisten (B. Mezia 87, a)",! hat ״Ben Chananja" auch in diesem Jahre befolgt, wie die; in Folge der wiederholten Beilagen vermehrte Seitenzahl | des Jahrganges beweist. Bei gesteigerter Theilnahme wird! der nächste Jahrgang auch in dieser Rücksicht seinen Vor-! gänger übertreffen. Tendenz, Richtung, Programm bleiben unverändert. Diesen gemäß bringt ״Ben Chananja" im fünften Jahre seiner Pilgerschaft in ansprechender Darstellung: 1. Erörtern tt g e tt ü bei׳ d i e b ü r g e r l i ch c Steli l u n g d e r I u d e n;; 2. A b b and!u tt g e n j üdisch -theol ogischett, in S o tt d e r h e i t r e l i g i o n s g e s ch i ch t l i ch e n I n- Halts; 3. Schilder tt tt g e n a n s der j ü d i s ch e tt G e s ch i cht e tt n d wichtige die jüdische S p e z i a l g es ch i ch t e betreffend e kl v F1111 b e tt: 4. V i o g r a f i e e tt h e r v o r r a g e n d e r v erstorbener Israeliten *); 5. A tt l h entische, objektiv gehaltene Berichte über Zustände j üd ische r Ge tttei tt den des Inu n d A u ö l a n d e s mit b e s o n d e r e r R ü ck s i ch t a n f S y tt a g o g c, S ch ule u n d Unterricht; 6. kl n p a r t e i s ch e tt n d eingehende M e z e n s i o- 11 c 11, lite 1• ä v i s ch c A n z e i g e tt tt n d et w a i g e R e p l i k e tt; 7. Al i t t h eiltt n g e tt von jüdischem Interesse a tt s tt 11 g a r i s ch e n W e r k e n n n d I o n r n a l e n (41 ungarica); 8. Besonders gcltt tt g e tt e G e dicht e religiösen Inhalt s. Predigten bleiben auch fortan aus dem Hauptblatte ausgeschlossen; als Beilage wollen wir jedoch gerne besonderö gelungene Predigten erscheinen lassen, aber nur unter gewissen Voraussetzungen, welche wir den geehrten Herren Einsendern von Fall zu Fall mittheilen werden. Von mehreren Freunden sind wir zu wiederholten Malen aufgefordert worden, das ״für jüdische Theologie", welches zu sehr nach der Studierlampe schmecke, gegen eine mehr die Gemeinnützigkeit des Blattes hervorhebende Bezeichnung zn vertauschen. Wir mochten unS indessen, nach reiflieber Prüfung dieser Rathschläge, zu solcher Aenderttug nicht entschließen. Einerseits scheint es uns der jüdischen Theologie nicht ganz würdig, daß sie ihren Namen schichlern verschweige, andererseits soll sie eben dem Vorurtheile etttgegeutreten, als wäre sie eine von der lebendigen Wirklichkeit abgewandte, sich in unpraktische Abstraktionen vernistende Wissenschaft, während sie, genau genommen, durch und durch praktisch ist, und die Aufgabe hat, daö Leben mit ihrem Äther zu durchdrittgen und mit ihrem Geiste zu erfüllen. Schließlich statten wir unseren gelehrten und verehrten Mitarbeitern nah und fern unser» aufrichtigen Dank für die Theilnahme ab, welche dieselben dem ״Ben Ehanam'a" zugewendet haben. Als einsichtsvolle Männer der Wissenschaft können sie unmöglich erwarten, daß alle Mitarbeiter eines Journals über alle Spezialitäten der behandelten Gegenstände gleicher Meinung sein werden; daher übernimmt jeder nur für das, was er als Resultat seiner Forschungen ausspricht, die wissenschaftliche Verantwortlichkeit. Der Austausch der verschiedenen Meinungen und Ansichten ist der genauern und liefern Erkenntniß der Wahrheit zu allen Zeiten förderlich gewesen. Mögen daher die gelehrten Freunde *) Ende Jänner erscheint als Beilage die Biografie vcs berülin^ ten 9t. Joachim Dentschmann, von Herrn Tomlcr, einen der hervorragenden Schüler desselben.

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