Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 51 (20.12.1861)
- Date
- 1861-12-20
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zum ״Ben Chananja" Ne. 51 Noch fiit Wort über die Zustiindr in Hold- Me)ö-H»s«rhety. Bon Wolf Kol, 11. Meinem in Nr. 44 dieser Blatter veröffentlichten Ansfatze über die Kultus- und Schnlzustände in Vüsärhelv ist in Nr. 46 Herr I 0 a eh i in Heikler in einem ״Zichvdors Ans. Nor ander" überschriebenen Artikel in Beziehung ans das Schulwesen entgegengetreten. Was ihn hiezu bewogen haben mag, will ich nicht erörtern; Berns war es in keineni Falle, da ihm, wie sein Artikel zeigt, jedes Verstandniß der Sache vollständig abgeht. Herr Heitler behauptet am Anfänge seines Aufsatzes, ich habe über Lehrer und Leiter der Schule in Vnsürbely dermaßen(?) den Stab gebrochen, sie so sehr an den Pranger gestellt, daß er sich im Interesse ״deren Ehre" für verpflichtet halte, mir entgegen zu treten. Ich will nun nicht untersuchen, woher Herrn H. die Verpflichtung oder auch nur daS Recht zu kommt sich der Interessen des betreff senden SchnlpersonalS anzunehmen; muß ihm jedoch bemerken, daß ich nicht die Personen, daher auch nicht die Lehrer und Leiter angegriffen, vielmehr ausdrücklich erklärt habe, nur für das Prinzip sprechen und mich jeder Persönlichkeit enthalten zu wollen. Ich habe über Niemanden den Stab gebrochen, als über die Schule selbst, trotz dem ich in der Lage wäre, die nnzweiselhaftesten pädagogischen Nachweisungen zu liefern, a n w e m d e r Fehl e r der g e r ü g t e n U e b e l st ä n d e liegt. Daß min die Schule in Vüsnrhelp ihrem Zwecke in keiner Weise entspricht, wagt Herr Heitler nicht einmal zu bestreiten, und gesteht hierdurch die volle Berechtigung meiner Behauptung zu, so daß es ganz unbegreiflich erscheint, wozu er seine gründliche Feder in Bewegung setzte. Geschah eö nur um für die Nnschuld der Lehrer eine Lanze zu brechen, so muß ich wiederholt bemerken, daß ich derselben nicht entfernt nachgestellt habe. Da H. H. die Richtigkeit meiner Behauptung zngestanden, und sich so selbst den Boden unter den Füße!: weggezogen hat, so könnte ich meine Replik schließen; da ich jedoch nicht gesonnen bin, ihm noch einmal auf daS Gebiet der Polemik zu folgen, so will ich alle seine Einwendungen mit einem Male abfertigen. Herr H. behauptet der Grund der schlechten Schulen bei uns liege ״in der häuSlichen Erziehung." Daö ist eine Behauptung, aus die er wegen ihrer Originalität ein Privilegium nehmen sollte. Was will er von häuslicher Erziehung? Sollen wir die Kinder vielleicht schon zu Hause alles lernen lassen? Daö wäre für die Lehrer freilich sehr bequem, aber — dann brauchten wir sie eben nickt! Herr H. möge sich beruhigen, die häusliche Erziehung ist bei uns nicht schlechter, als sonst wo in gleichen Sfären, und sie führt die Kinder so der Schule zu, daß diese, F a l l S sie n u r s e l b st ihre m B e r u s e entspricht, etwas Tüchtiges aus ihnen heranzubilden im Stande ist. H. Hwirst mir vor, ich stelle zu große Anforderungen an die Volksschule, die keine Künstler, Geschäftsleute k. bilde. Es ist mir nicht eingefallen, dieses zu verlangen; ick begehrte nur, und bernfe mich in dieser Beziehuug ausdrücklich auf meinen Aufsatz, daß in unserer Schule ein tüchtiger Grund gelegt werde; und daö wird wol auch mein Opponent zugestehen, daß eine gute Grundlage die Bedingung aller Entwickelung ist. Schließlich wird H. H. sentimental, er appellirt an mein Gefühl und sagt, mau möge die Schule als ein Heiligthnm betrachten, das durch jede Berührung ״mit dem Eisen d r rohe n G e w a l t" entweiht wird. Ich beneide den Herrn um die reizende Form, in welche er diesen Gedanken kleidete, muß ihnr jedoch entgegnen, daß man ein Nebel nicht heilt, wenn man ihm respektvoll fern bleibt, sondern dadurch, daß man ihm an den Leib rückt. — Doch genug. — Die glänzendste Rechtfertigung findet mein früheres Schreiben darin, daß sich in Vnsnrhelp, unter Leitung der Tüchtigsten in der Gemeinde, eine Schulkommission gebildet hat, welche sich die Hebung des Schulwesens zur strengen Aufgabe machte. Die Namen der Kommissionsmitglieder, eines Di*. Berger, (Sp ft eilt, I a k o b Blau rc. bürgen dafür, daß ihr Bemühen ein redliches und unermüdliches, und daß auch der Erfolg ein erfreulicher sein wird. Wie -efinirt Mann. den Cpikrivos? Bon Rabl). M. Fein. Mail», gibt »NS den sichersten Schlüssel an die Hand zum richligen Verständnisse des im lhalmndischen Sprachgebrauch^׳ häufig in verschiedenen Abstufungen und Schattirungen vorkomnienden EpikuroS. Zn seinem Kommentar zur Mischna ') stellet er hierüber folgendes als leitenden Grundsatz auf: es gibt zwei Klassen von Epiknräcrn; l§pikuräer ersten Grades sind Menschen ohne allen Glauben und ohne sittliche Grundsätze-, lose und lockere Leute, die ein wüstes und zügelloses Leben führen . ohne alle Weihe und Heiligung deren geistiges Auge und aiigcbvrneS Seelenlicht getrübt, erloschen, eine Beute der Leidenschaft geworden ist, welcher sie sich ganz ergaben; Leute solchen Gelichters werden in der Sprache des Thalmud's, sind sie Juden Epikuräer, sind sic Nichtjnden □,NTUJ) genannt; Epikuräer zweiten Grades find solche, die wol noch auf dem Boden der göttlichen Offenbarung stehen, das geschriebene Gesetz glauben, gleich den Sadduzäern aber die Tra-