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Ben Chananja · 1861-12-20 · 51 (20.12.1861) · p. Seite 439

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
51 (20.12.1861)
Date
1861-12-20
Page
Seite 439 (sequence 7)
Language
German
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489 tuug es für geeignet sindcn werde. Weillt null — wie cs d:r allgemeine Wunsch ist — Rabb. Stein sich mit diesen Konzessionen begnügt, so wird von jeder Neuwahl abgestanden-, wenn nicht — fo muß der Nubikon überschritten werden. Inland. Pest, lt. Dezember. Folgende Notiz macht die Nnnde in den ,»elften hicstgen Journalen: ״Ein hervorragender Jsraclitc wurde in Wien zur Ausnahme in das dortige Nationallassno empfohlen Bei der Abstimmung ergaben sich lauter schwarze Kugeln, indem selbst der Empfehlende gegen seinen Empfohlenen stimmte. Ware ein solcher Fall bei uns vorgekommcn, so batten die ״Wiener Zeitungen" sicherlich Sturm geläutet!" Die Ned. d. Magyarorssüg fügt hinzu, dass in das Pester Nationalkasino bisher jeder cmpsohlenc Jsraelite ausgenommen wurde. Bevor die Beeidung des erste» jüd. Advokaten, Dr.'s Schönbergcr, bekannt wurde, sollen, wie ich ans guter Quelle vernehme, einige christliche Juristen de» Entschluss gefasst haben, zu Gunsten ihrer jüd. Kollegen zu vetitionen. Dieser Schritt ist nnnmebr überflüssig ge- Worten, da die Bahn gebrochen ist, und der Praris jüd. Advokaten kein Hindernis! mebr im Wege steht. Die Ehe zwischen dem Karmel und der Jllustrirte» Jndenzeilnng hat sieb aufgelöst! Erstercr gibt in Folge dessen gänzlich sein Dasein aus-, requiescat in paco! Die Ebeschcidnng wurde ohne vorhergegangene Misshelligkeitcn ans die sricdlichite Weise zu Stande gebracht. Die ״Jllustrirte" wird nach wie vor von dem gcist- und kcnntnissreichen Dr. David S ch tv a b rcdigirt werden. Wien, 15. Dezember. Man braucht sich nur kurze Zeit in den hiesigen jüdischen Kreisen zu bewegen, um sich von der herrschenden Unbehaglichkeit zu überzeugen. Die Verweisung des Religions-Ediktes an die Landtage soll bereits entschieden sein; die Ausfälle gegen Ungarn in Betreff der Judensrage werden daher immer kleinlauter. Die Bcrsuche einer Transaktion mit den Orthodoreu haben bisher zu keinem erfreulichen Resultate geführt. Doch sind letztere in diesem Augenblicke von einer Berlegcnheit bedroht, die sie zwar zu vertuschen suchen, deren Bedeutsamkeit aber schon in der nächsten Zuknnst hervortreten dürfte. Ein uug. Rabbiner hat nämlich einigen seiner hiesigen Freunde aus Herz gelegt, keine gcmcinschastliche Sache mit denjenigen zu machen, welche sich den Bart mit dem Rasirmesser abnehmen lassen. Sie Alle, erklärte der Rabbi, sind □ רשעי, wie aus dem Ehoschen Mispat, 34, 2. klar und deutlich zu ersehen ist. Nach kabbalistischen Grundsätzen ist die Abnahme des Bartes vermittelst des Nasirmcssers ein Schändern erregender, irreligiöser Akt. All diejenigen, die in dieser Rücksicht nicht vollständtg Busse thnn, müssen von der Theilnahme an den Bcstrebmigen der Orthodoreu gänzlich ausgeschlossen werden. Null wird aber versichcrt, dass unter 5» hiesigen Orthodoreu kaum ein Einziger ist, der einen kabballsiischeii Horror vor dem Rasirmcsser empfindet! Einige wenige sollen sich nun in uencster Zeit allerdings herbeigelassen haben, ihre Bärte ungeschoren zu lasse» . aber die Zahl dieser Pogonotrosen ist verhältnissmässig sehr geringe! —Bon dem jüngeren Geschlcchte der hiesigen Orthodoreu werben Sie sich leicht einen Begriff machen, wenn ich Sie versichere, daß einer derselben bei der ersten Kunde von den Warnuugcn des ung. Rabbiners auöries: ״Da ist ja leicht abzuhelseii! Ich bin zwar gewöhnt, mich jeden Tag rasiren lassen; von jetzt an will ich aber am Sabbate aussetzen!" Der gute Mann meinte nämlich, das 'Rasirmesser sei, gleich der Zigarre, nur am Sabbate zu meiden! — Ein Anderer fragte den ehrw. Rabb. Horwitz, ob denn daö Rasirmesscr wirklich so viel aus sich habe, und dieser gab ihm die Erklärung, daß die Einführung des EhorS mit der Orgel und der Dispens von der Rezitation aller Pijjntim, ja sogar die Poslirnng des Almemors vor die h. Lade lauge nicht so viel aus sich habe, als der einmalige Ge-! brauch des fatalen RasirmesscrS. Nun forderte aber der Fragesteller den! Rabbi ans, diese Erklärung in der 'Snnagoge (in der schönen Latentgaffe) zu wiederholen, indem die meisten Besucher derselben eine wahre! Jbiosinkrasie gegen das von dem Rabbiner cmpsohlene mu׳mn pigraentum empfinden. Bis zur Stunde hat der Herr Rabb. H. dieser Anssorternng noch nicht entsprochen. Gewiss ist. dass die wahren Orthodoren ein wachiameS Auge ans die Bärte ihrer Anhänger haben, und! bestrebr sind, die erhobenen Schwierigkeiten ä la camera zu beseitigen. I ,׳. Altofen, Mille Dezember. Unser neuer Rabbiner entwickelt! einen wahrhaft anögezeichnetcn Amtseiscr. Zur Ucbcrwachnng des Ko-! scherweines sind von ihm eigene Inspizienten ernannt worden. Die Ba-! chnrim, etwa 40 an der Zahl, stehen unter strenger Aussicht, und dürscn ohne ausdrückliche Erlaubnis! des Rabbiners nicht nach Pest gehen. Ucbcr den Sabbat in Pest zu verweilen, wird keinem gestattet. Wie ich höre, steht der Rabbiner gegenwärtig mit dem Geincindevorstande in einer Unterhandlung, wie für die Znknnst dem in so vielen Häilsern beliebten Kochen am Sabbate gcjleuert werden soll. Die Borsteher sind bereit, ihre ganze Kraft auszubietcn , um das alte Altosen zu restanriren. Gütlö, An sang Dez. Der durch seine großartige Wohlthätigkeit rühmlich bekannte Herr Philipp Sche», hat den ans der Hirsch-'Frankel-Fchde bekannten Herrn Gottlieb Fischer, der seine geschlossene tausniäiinischc Lausbahn mit d. rabb. zu vertauschen wünschte, als hies. Rabbiner angcstellt, und das Rabbinat d. hics. kleinen Gemeinde; mit vieler Mnnifizenz dotirt. Dem Lernehmen nach wurde dem neuen! Rabbiner von seinem Mäzen zur Bedingung gemacht, dass er sich gegen den benachbarten Obcrrabb. 1)1\ Zipser, welchen F. in Stuhlwcisscn-! bürg bitter verfolgte, rnssig und friedlich betrage. Literiirikchc Anzeigen. ״ ...סבוב ר׳ פתחיה• Bcuisch. (Bergt, oben, S. 423.) Besprochen von L. Dukes. In der kurzen Beschreibung unseres Verfassers von Bagdad lesen wir die folgende» Worte: כי אומה אהת יש אצל בבל ואין i שם bv המ4ך וחיים בנזרבר ונקראים הרמיבס hv חוששין שגוזליבם והומסין מכר־1 אומה. סניהכם כעשב גרונא, ו^ין | I ״ מאמינים אלא באלהי יחזקאל וג׳In der srähe von Babylon ist 1 eine Völkerschaft, welche sich nicht um den König kümmert, sie leben!alle in der Wüste und heißen Charamim (חרמים), weil sie allcnt-! halben rauben und plündern. Ihre Gesichtsfarbe gleichet dem Kraute-!welches Grona (נרונה) heißt, sie glauben nur an den Gott von ( Ezechiel 1e. 1c. ,e."! Wir sehen in diesen Worten eine Beschreibung der Charamjeh.! Es ist dieses ein Zweig der Assassinen. Der Reisende, der das Wort - Charamim hörte, brachte, ohne arabisch zu verstehen, dieses Wort! mit dem hebräischen חרמים in Verbindung, und erklärte cS nach dem Hebräischen. A l g a z a t i erwähnt beiläufig die C h a r a m j e h.') (אלכרמייה) Die Assassinen halten verschiedene Namen, und eristirten verschiedene Zweige derielbc». Daö Assaskincn ist der enropäische Ausdruck für daö arabische Alihaschischi, welche Benjamin ans Tudela genannt werden.׳') Eine Abtheil,mg derselben heißt anch Molhad die Gottlosen') und auch andere Namen finden sich Da die Sekte zu den geheimen Gesellschaften gehörte, so darf man nicht viel von unserm Reisenden erwarten. Daß er sie erwähnte, ist schon genug.') . Die Angabe von dem Gott Ezechiels wollen wer ans sich selbst beruhen lassen. Daß sich viele Fabeln in diesem Buche finden, ist leicht zu denken. Es sind übrigens nur die Fabeln, welche demjclben, jowie änli-

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