Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 51 (20.12.1861)
- Date
- 1861-12-20
- Page
- Seite 438 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Die Betrachtung der Gedanken selbst, welche dieselben verkörpern, ist ein Beitrag für die Geschichte der menschlichen Gedanken überhaupt. Wir wollen ein Beispiel zu den Gesagten hier liefern. Ein a ra b i sch e S Sprichwort lautet: ״G e b t nn ö (nur) unfern Korb zurück, wir verlangen keine Trauben hinein." Burkhard*) gibt den Sinn des Sprichwortes mit den Worten an ״bezahle nnö nur was du nnS schuldig bist, wir verlangen keinen Bvrtheil." Ein ähnliches Sprichwort mit einer kleinen Peränderung findet sich im Thalmnd. ״Habt ihr den Wein getrunken so stellt den Krug oder daö Faß zurück □(שהיה היין החזירו החבית למקומו)**)." 2luS dem thalmudischen Sprichworte erstehet man, wie lange das arabische eristirt hat. Die deutsche Redensart, von welcher wir auSgegangcn sind, stehet beiden sehr nahe, obwvl sie einen andern Sinn hat. .Koch cm IKotl itfirr ilcii 110. lifniiii. Leu!)iabb. M. Dr. D 11 f ch a f. Die Abhandlung über die große Versammlung und Simon den Gerechten im 1. Jahrgänge deS ״Ben Chan." hat so einen tiefen Eindruck auf mich und gewiß auch auf jeden aufmerksamen Leser gemacht und zurückgelassen, — namentlich was den gefeierten Simon betrifft, der nach d. erw. 2lbh. kein anderer ist als Simon der Makkabäer, — daß ich mit Vergnügen jedes Moment erfasse, welches diese Ansicht erharret und mehr begründet. Einen solchen Anhaltspnnkt und zwar eine weitere Begründung bietet mir eben der 110. Psalm, welchen der tüchtige Herr Dr. H ü b s ch in Nr. 46 deö ״Ben Ehan." gründlich und sehr berücksichtigeuöwerth behandelt. Da unö aber daS מלבי צדק und daö כהן לעולם, auf Eirus bezogen und angewendet, nicht einleuchtend ist, so halte ich den Verfasser dieses Kapitels für einen Hymnendichter der makkabäischen Periode und den Psalm für eine Hvmne an Simon den Makkabäer. Gerade die Härten und die Verrenkung der Sprache in diesem Psalm zeigt auf eine Zeit hin, wo die hebr. Sprache nicht mehr in deS Lebens Fülle u. Blüthe stand. Alö Ode und SiegeShymne aus Sim. den Makkabäer löst ders. alle Schwierigkeiten und Hindernisse sowvl der Eregetik alö auch der Kritik. Im Spätsommer deö Jahres 140 trat daS Dank *) Arad. Sprichwörter Ne. Ll>9. **) Bergt, unsere rabb. Sprachkunde S. 88 Nr. 190. Daö hier Gesagte dars auch alö Ergänznng deö Dortigen dienen. erfüllte Volk zusammen, und bestätigte S i m o n dem Frommen die Doppelwürde, welche er besaß, nämlich die des Fürsten und Hohenpriesters für ewige Zeiten. Der fromme Simon war demnach מלבי ערק und בהן לעולכם. DaS Volk that dies auö eigenem Antriebe und freiwillig עמך נדבות und versammelte sich im Vorhofe des Volkes GotteS Zanuutl C11azar-am-cl, welches die Leseart בהררי קדש prägnant aber auch בהררי für — הדורי — auödrücken würde; auch könnte בהד־רי daö Gold und den Purpur bezeichnen, in die zu kleiden Simon berechtiget wurde 1 Makk. 14; eS ist auch wahrscheinlich, daß Simon von diesem vom Volke ihm bewilligten Schmucke den Ramen Tassi—חבשים erhielt. Simon zeichnete sich schon in seiner frühesten Kindheit durch Besonnenheit aus, cS waren diese Eigenschaften, als ״der Thau seiner Kindheit" noch im frischen Andenken. Die Selbstständigkeit deS Volkes war 140, als Simon die zweifache Würde übergeben ward, nach außen hin noch nicht weiter gefördert; doch fehlte zu derselben jetzt schon so wenig, daß bei der anhaltenden und fortdauernden Verwirrung in Svrien, dieselbe unfehlbar cintreten mußte, was wirklich nach 2 Jahren geschah. ״Der Herr zu deiner Rechten, der an seinem ZorneStage Könige geschlagen, wird auch in der Folge Gericht halten über die Völker." Jin Jahre 148 begann eine neue 2lera von der ״Erlösung" und ״Freiheit" Israels, eine Inschrift, welche auf dem Münzen, die geschlagen wurden, zu lesen war. Das מנהל בדרך ist ein freudiger Blick in die Zukunft. ״Man wird vom Bach ans jeden! Wege trinken" eine Metafer für die Fülle des Glückes. Lorrespoudrii). Ausland.;׳• Frankfurt am Main, im Dezember. Herr Dr. Sternschuß auö Warschau, Berf. der Brochürc ״daö rcformheuchctnde und daö wahre Judeinlmm" und Lehrer au der ortl>. Lehranstalt in Weinheim, wurde Plötzlich seiner Stelle entlassen, weil sich hier daö Gerücht verbreitet hat, er habe die orthodore Zwangsjacke etwas gelüstet und am Sabbat den Tchnm um einige Millimeter überschritten. Derselbe hat in Folge dessen den ״Gcsetzeötrenen" den Rücken gekehrt und Herr Dr. PH. einen heftigen Artikel gegen dieselben eingesandt, der aber, eine Mystifikation befürchtend, keinen Gebrauch davon machte. Die Rabbinatokrisiö wird bald znr Entscheidung kommen. Der Gemeindevorstand bat beschlossen die Vakanz auSzuschreibcu, die von der neu entworfenen Instruktion begleitet sein wird. Dieselbe wurde dahin abgeändert, daß sie nur die positiven Pflichten, die Amtsfunktioneu deö Rabbiners enthalten, die sich natürlich nur auf die gotteödienstlichen Funktionen erstrecken. Die wichtigste Konzession, die der G.-B. den hierarchischen Anstrebungen machte, ist der Paragraf in dem es heißt: der Rabb. ist verpflichtet, bei den Sitzungen des Gemeinde- Vorstandes nnb des Ausschusses anwesend zu sei» , jo oft die Bcrwal-