Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 51 (20.12.1861)
- Date
- 1861-12-20
- Page
- Seite 435 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543074--2394-2546169- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
435 AuS den wässerigen Dünsten entspringen zufolge der Bibel die Wolken, aus denen der befruchtende Regen strömt. Dadurch ist zugleich die Dichtigkeit derselben und der Luftschichten, durch welche sie auffteigen, angedentet. Die heilige Schrift schildert die wässerigen Dünste als in der Lust schwebend und als ein Glied in dein wunderbaren Kreisläufe, wodurch die Natur die Feuchtigkeit anS der Erde hervvrgeben und zu ihr ,nieder urückkehren läßt. Sie gibt ago der AlinoSsäre und den schwebenden Dünsten eine Wichtigkeit, welche erst durch die Wissenschaft der Neuzeit konstatirt worden ist. Rach den Berechnungen der großteil Fiüker verwendet die Ratllr jährlich zur Wolkenbildnng eine Kraftmasse, welche das gesammte Menschengeschlecht kaum in 2(K),(KH) Jahren eiuwicheln könnte; das ist der ״Unterschied zwischen den Wassern", die Trennung deS ober» Wassers von dem untern. Die Bibel bezeichnet vollkommen die Bedeutung deö Wassers in der Erdbildung. Sie lehrt, daß außer dem in der AlmoSsäre vertheilten und dem auf der Oberfläche der Erde verbreiteten Wasser sich noch eben so beträchtliche Massen im Innern derselben befinden. Die Erdrinde be> deckt nach ihr einen großen Abgrund, der sich zur Zeit der Sindfluth öffnete und den Wassern der Tiefe einen Weg bahnte. Auch hier ist die Bibel wieder den neuern Eutdeckungen vorangeeilt; diesen zufolge scheint die Erde in ihrem Innern ihre Flüsse, ihre Ströme, ihre Seen, vielleicht sogar ihre Meere zu haben. Noch jetzt ereignen sich von Zeit zu Zeit der Sindfluth ähnliche, nur bei weitem nicht so gewaltige und furchtbare Ueberschwemmungen, auö denselben Gründen, welche wir in der Bibel für jene allgemeine Fluth angegeben finden; auch hier wirken die Wasser der Tiefe mit, weil die deS Himmels allein so große Wirkungen nicht erzeugen können. Man findet in der Bibel auch Andeutungen über die Ausdehnung des Meeres in den frühesten Zeiten, selbst einige Angaben über die Thiere, welche es bewohnten, und welche der größer» Zahl nach den Bewohnern deö FestlandeS vorangingen. Die zahlreichen, in den Gebirgen begradenen Thiergeschlechter aber, auf welche die gegenwärtig eristirenden Arten folgten, bedurften mehr oder minder langer Perioden, um den Zweck ihrer Schöpfung zu erfüllen. Dieser Umstand allein schon beweist es, daß das Wort □יו nicht einen Tag, sondern eine Epoche bedeutet. Selbst das Zentralfeucr ist in der Bibel nicht vergessen und dieselbe beschränkt sich nicht darauf, seine Wirkungen auf die Wasser der Sindfluth anzugeben, sondern sagt ausdrücklich, daß es unter der Erde wieder vorhanden ist (Hiob, 28. 5). Wer hat denn Hiob über das Zentralfeuer belehrt, dessen Dasein erst der große Buffon vermuthet e, ehe die Hypothese ein bewiesenes Faktum war? Man erstaunt, in der Bibel so lange verkannte und ungekanttte fisikaliscbc Wahrheiten zu finden, wie die Schwere der Luft und das Zentralfeuer. Und neben dem Zeutralseuer, dessen Wirkungen sie schildert, erkennt die h. Schrift nichts desto weniger die Ausdehnung und Dicke der festen Erdrinde, welche unermeßliche Wassermassen in ihrer Tiefe verbirgt. Die Bibel belehrt nnö freilich nicht in der Sprache der Fisiker, in den Ausdrücken eines KopernikuS, Kepler, Newton, Laplaee; aber die Gründe, welche die Berfasser der heiligen Bücher bewogen, sich dieser DarstelluugSweise zu enthalten, liegen offen zu Tage. Hätten sie sieb über die Naturerscheinungen nicht in der Weise geäußert, wie diese sich unser!» Auge darstellen, sondern in der Weise, wie sie erst von den Gelehrten späterer Jahrhunderte aufgefaßl werden konnten — wahrlich. sie würden selbst von den auSgezeichuetsten Geistern nicht begriffen worden sein; sie wollten aber auch dem minder Gebildeten verständlich bleiben. Man ist überrascht, in der Bibel die Gebirge in zwei .»"lassen unterschieden zu finden, wie die Wissenschaft sie in primäre und sekundäre eintheilt. Im UM. Psalm gibt der Dichter eine Schilderung von der Bildung der Erde, worüber selbst ein Humboldt nicht wenig staunte. In diesem stellt der h. Säuger die Erde bar, noch bedeckt von den Wassern deS Abgrundes, wie von einem Kleide. Die Wasser überflulheten alle Berge, aber mehrere dieser Höhen stiegen auf und erhoben sich über den Wasserspiegel. Die Wasser zogen sich zurück, und neue Berge erhoben sich wieder, und an ihrem Fuße bildeten sich die Thaler und die Ebenen. ES gibt also nach dem h. Sänger zwei Hauptepochen seit dem Aufsteigen der Urgebirge, und diese entsprechen durchauS der von der Wissenschaft dargethanen Primär- und Sekundärformation. Auch in den Sprüchen SalomoniS (8, 25) werden die Hügel, oder die Gebirge zweiten Ranges, als zu besonderer Zeit entstanden dargestellt. Und wenn der 97. Psalm V. 5. sagt: ״Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn", waö ist daö anderes als die Entstehung der Bafalte? Hätte ein dichtender Geolog sich besser auSdrücken können? Selbst die Kraft bezeichnet die Bibel, welche diese Berge erhoben hat. In ihrer Bildersprache vergleicht sie (Ps. l U, 5) die Erhebung der früheren mit den Sprüugen der Widder, die der späteren mit dem Hüpfen der Lämmer; die Erde selbst nennt sie zur Zeit dieser großen Ereignisse weich wie Thon; sie sagt uns, daß dieselbe eine neue Form angenommen habe, (Hiob 38, 14.) indem sie den letzten Niederschlag des aufgeschweminten Landes andeutet. Das elektrische Fluidum läßt sie die ganze Atmosfäre durchdringen und in Blitzen bis an die Enden der Erde zucken בכל האר,{ יצא קום und wir finden sogar die zwei wichtigsten Motoren unserer Zivilisation deutlich in dem