Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 50 (13.12.1861)
- Date
- 1861-12-13
- Page
- Seite 430 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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430 ter. Vor seinem Tode bekannte er weinend und schluchzend vor Inden, daß er die begangene Heuchelei bitter bereue. Sein Vater hieß Efraim: seine Söhne. Abraham nnd Efraim, lebten als Juden in Ofen. Zwei berühmte Rabbincn, Mcir Katzencllcnbogen in Padua und EliaS Levi in Konstantinopel, erklärten den ungarischen Schatzmeister Emcrich SzercncseS nach dessen Tode für ein wirkliches nnd treues Mitglied der Jndenheit. Aber schon bei seinem Leben scheinen diese Meinung die Hnßarcn und Hajdnkcn gcthcilt zu haben, welche am 5. Juni!525. Emcrich's Hans in Ofen anSplündertcn (Törten. 68 vallnstiid. erte- Irer:68elr. Közli Löw Lipöt. S7eg. 1801. 10—19).״ So weit mein GnvährSmann. Was haben nun die gelehrten Herren in Wien gegen diese guellengeinäßc Darstellung einzuwenden? Sic meinen ה7 הגרים^ bedeute eine türkische Gemeinde, tvclche einen eigenen Ritus gehabt haben soll. Allein von einem türk. Ritus, Minhag Hagri. geschieht nirgends Erwähnung. Wenn im 10. Jahrh. in Ofen ein doppelten Ritus üblich war, so kann cs nur der sefard.!!. dcnts. gewesen sei» : cs müßte also ״Kehal Sefardim" heiße» , da letztere Benennung den polnischen Rabb. sehr geläufig war. Daß aber Ungarn Hagar ("))7! ^אר׳) hieß, ist hinlänglich bekannt. Denn wenn auch die Thargumim Ungarn nicht! erwähnen, so ist cs doch nnzwciselhaft, daß die westeuropäischen Nab- ׳ bitten seit dem 11. Jahrhundert Ungarn nicht anders bezeichnen, als! mit dem Namen Land Hagar. Anastafia, die Mutter des Königs Salomon, welche während der Jugend ihres Sohnes an der Verwaltung theilnahm, hatte Inden mit Mnnzgeschäftcn betraut, und die Streitigleiten, die zwischen denselben in der Folge anSbrachcn, wurden von einem deutschen Nabbiner geschlichtet, welcher sich ebenfalls der Bencn-! nung Hagar bedient (S. den Quellennachweis Eassel Magyar. Alterth. 188—191). Im dreizehnten Jahrhunderte wurde ein Scheidcbricf aus Ungarn nach Frankreich gebracht, nnd die eigentbümltche Orthografie der Ortsnamen in demselben, so wie mancher ungewöhnliche Ausdruck gaben zu Erörtcrnngen Anlaß. Leider sind die geografischen Namen in dem vorliegenden Berichte korrnmpirt (Mardcchai Giltin Nr. 419. 450), : und die Mitthcilnng der bezüglichen Stelle aus alten Handschriften, wäre sehr wünschcnSwcrth * *). So viel ist aber gewiß, daß die Ans- , spräche der nngarischen Inden von den französischen Nabbincn berückj sichtiges wurde: וחרא לשוגם לרבה לישגא ו^לילא *, mit dem bca«־ j (lauteten und gercchtsertigten מגרש wurde vielleicht die ungarische Pußta bezeichnet**). So lange mithin die angeführten Thatsachcn nnleugbar bleiben, nnd nicht mit unzweifelhasten Zeugnissen bewiesen; wird, daß Hagrim und Sefardim identisch ist, wird man anerkennen; müssen, daß im 10. Jahrhundert in Ösen zwei Judengemeindcu waren: eine ungarische nnd eine deutsche; quod erat demonstrandum. Die IMe eines ganzen Verses im )' Vadjanas. Von Pros. S a m ir e l David Luzzatto. Der 18. Vers des >4. Kap. im Pros. Zacharias hat zu zahlreichen Differenzen der Schristanoleger und Kritiker Veranlassung gegeben. 1. Das aramäische Tbargnm erlaubt sich eine Ergänzung des Tertes, indem es ans daö neunte Wort dieses dunklen Verses die zwei Worte יסק נילוס folgen läßt; Sinn: und nicht wird ihneit anfsteigen *) Forscher, denen alte Drucke oder Handschriften des Mardcchai zugänglich sind, bitte ich hiermit ergebenst, die bezügliche, höchst intereffante Stelle gefälligst kopiren zu wollen. L. *ר lieber die Präponderanz des Nngarischen bei der Schreibung der Ortsnamen in Scheidebriesen s. Nvda Bihuda II. 2, 105. 106. 118. und ״Ben Chananja401.462 ,3 ״. der Nil. Solchergestalt liefe die Aegypten betreffende Drohung parallel mit der Drohung, welche in dem unmittelbar vorhergehenden Verse über andere ״Geschlechter der Erde" anSgesprochen wird, da in diesem Verse von der Strafe durch Rcgcnmangel die Ncdc ist. Allein gesetzt, der h. Tert hätte die dem Thargum entsprechende Worte: לא עליהם יעלה היאור wirklich enthalten, so bliebe es dennoch unbegreiflich, daß hier die folgenden Worte noch eine Stelle gefunden haben, indem dieselben gar keinen faßbaren Sinn geben. Der Thargnmist bat diese Schwierigkeit selbst gefühlt, er fügt daher noch andere zwei Worte: ברם עליהק hinzu. Nach seiner Meinung soll das Wort עליהם auch in dem nächstfolgenden Satze snpvlirt werden: ״Der Nil wird ihnen nicht anfsteigen, aber die Plage wird über sie kommen, wie über die anderen Völker, welche nicht hinanszichen, das Lanbhüttcnsest zu seicrn." So erklärt auch Raschi nach einen in meinem Besitze befindlichen Manuskripte:.אבל עליהם תהי׳ המגפה של רעב אשר עוף (Die daranffolgenden Worte זאת תהי׳ עגש בשרים gehören zur Erläutcrnng des folg. (l9.) Verses, indem Naschi das Work חמאת mit ענש (Strafe) erklärt. Die: nach רעם, die sich auch in meiner Handschrist finden, sind zu streichen, dagegen ist das handschr. ‘))י nach יגדף am rechten Orte, in den Ausgaben ist dasselbe mit den Worten ולא עליהם ausgefallen). Diese Erklär., welche sich auch Nosenmüllcr angeeignct, kann aber nnmöglich befriedigen, indem wesentliche Elemente, die sic voranösctzt, (׳(יעלה היאזר nicht im Tene stoben, und das, was im Tcrtc steht, nicht hinreichend erklärt wird. Besonders ist das ולא באת zu beachten, welches in den Parallelvcrsen 17. nnd 19. nicht vorkommt. 2. Abcu Esra n. Kinlchi erklären die Worte ולא עליהם und d. folgenden: ״nnd sie (die Acgypter) weiden den Negeumangcl nicht beachten, (indem der Nil ihr Erdreich bewässert, dal,er) crifft sic die Plage", .welche oben V. 12. näher beschrieben ist. Da aber oben nicht von einer Renitenz in Betreff des LanbhüttcnsesteS, sondern von einer Belagerung Jerusalems die Nedc ist, so bezieht Kimchi 'יעל nicht ans ה גוי ם , sondern ans Aegypten. Sinn: ״weil sic (die Acgypter) nicht hinanszichen, das Laubhüttenfcst zu feiern. Aden Esra bleibt die Erklärung des Schlußsatzes schuldig. Aber auch nach dieser Erklärung sucht man gerade daö Wesentliche vergeblich im Texte. 3. Die Septuaginta und der Syrer lesen; גבם עליהם תהית הס׳ ihnen folgt Ewald. Allein wenn Aegypten von derselben Strafe getroffen wird, warum wird eö besonders erwähnt? Und wozu die abermalige Wiederholung V. 19? 4. Don Jsak Abravanel erlaubt sich, V. 17. von dem Worte ולא den Satz המק בשרו zu snpplircn, was er in den Waw des ולא angedcutet sinder. Die schwierigen Worte V. 18. saßt er als Frage ans: ״Und sie sollte nicht die Plage treffen, mit welcher der Ewige die Völker Plagt, die nicht hinanfziehen, d. L. h. fest zu feiern? — Das Gezwungene dieser Erklärung braucht wol nicht erst hervorgehoben zu werben. 5. Luther und Philippson'S Ucbersetzung setzt im Texte die Worte גם עליהם לא יהי׳ הגשם זאת תהי המג׳ U.!־. w. voraus. PH. sagt, daß die Worte ,יהיה תג aus dem vorhergehenden Verse supplirt werden müssen; dagegen hat das זאת, daö er mit Luther hinznsügt, keinen Anhaltspunkt im Texte. Er meint ferner, daß nicht ganz Ägypten Regen entbehre, nnd daß es der Proset desh. besonders erwähne, weil die Acgypter mehr denn andern Völker an ihren Götzen hingen, und Aegypten zur Zeit, wo die vorliegende Weissagung verkündet wurde, ein mächtiges Reich war. Allein damit ist die spezielle Drohung gegen Aegypten nicht gerechtfertiget, indem dasselbe mit keiner besonder» Strafe heimgesucht werden soll. Die nachdrückliche Wiederholung V. 19. ist vollends überflüssig. 1956