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Ben Chananja · 1861-12-06 · 49 (6.12.1861) · p. Seite 423

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
49 (6.12.1861)
Date
1861-12-06
Page
Seite 423 (sequence 7)
Language
German
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423 Bernhard Simandel, Rabbiner in Liptan S t.- Ni ko la n s. Der hiesige Rabbiner, ein Schüler N. MoscS Sofcr'S, gehörte zu lei, gründlichsten Thalnindgclcbrten in Ungarn. Sein Vater war unter dem Namen R. Sinai Lanidan bekannt; derselbe erhielt letzteres Epitheton, »in ihn von einem NamcnSgenosscll, der aber nichts weniger als ei» Gclelwter war, zu nntcrscheidcn. Der Selige, welcher am 31, Oktober mit Tode abging, nnd am 3. November mit großer Feierlichkeil bestattet wurde, gab 1857 ein pilpnlistischcö Werk in drei Thcilcn bcraus: 1. Minchat Ani: 3. Schemen Kathith la-Mincha; 3. Pitlhc Mincha. Dasselbe erschien in Klcinfolio bei Ad. dclla-Torre in Wien. Der erste Thcil (1—15) enthält 130 Probleme samint deren Lösung. Der zweite Thcil (15, b—(50 ,!!) liefert Novcllaö zu vcrschicdenen Thalurudstellen. Die Traktate Baba Kama und Baba Mczia sind am meisten bedacht. Der letzte Thcil ((Hi, b—(18,;1) enthält eine Zniammcnstcllnng von 53 Problemen, deren Losung dem Verfasser nicht gelingen wollte. Zn einer Vorbemerkung spricht derselbe all den!eiligen seinen Dank ans, welche ihn bei der Herausgabe seines Werkes unterstützt haben, unter denen er seinen Freunden Samuel Diner, Markus Diner, Kalman Stern eine namentliche Erwähnung widmet. 9k. Jsachar Bär war ein ruhiger, dcmnthvollcr Charakter , und ließ die Gemeinte gewähren, als dieselbe neben ihm auch einen Prediger anftellte. Die Gemeinde ihrer ScitS war stets beflissen, streng konservative Prcdigcr anzustcllcn. DaS Gcdächtniß des seligen Rabbiners wird in der hiesigen Gemeinde nnd in den Nachbargemeindcn stets ein gesegnetes bleibe». R. Korrespondenz. Ausland. Berlin, 3. Dezember. Znm Kassierer des Mekizc Nirdamiitt Vereins ist Herr M. S. Magnus in Königsberg, zum Sekretär Herr David Gordon in Lhck gewählt worden. Die Präuninerationsscheine werden nächstens versendet werden. Metz, Ende November. An der hiesigen Thalmnd-Thora-Austalt wird nicht nur Bibel, sondern auch Mischua nnd Gemara unterrichtet. Mädchen genießen Unterricht in der Uebersetzung der hebräischen Gebete. Zahl der Zöglinge: 6». Die untere Klasse wird von Herrn Uhry, die obere von Herrn Morhange geleitet. Einnahme des Jahres 1860: 1950 fr., in der Kassa blieb 364 fr. Herr Joses Henri, Handelsreisender, ein Jude von polnischer Abkunft, hat am 11. Oktober in Anduze, Dep. Gard, vierzehn Personen ans den Fluthen gerettet. Das Journal de Rouen sagt, daß die Israeliten ein Recht haben, ans die Konduiie ihres Glaubensgenossen stolz zu sein. Lien d'Jsrael. Paris, 1. Dezember. Die heutige Nummer der ArchiveS Jsraelikcs hebt hervor, daß der neue Finanzministcr, Hr. Achill Fould, zu den eifrigsten Lesern des Blattes gehört. Inland. Rendek, im November. Bei der am 4. d. M. stattgefundenen Wahl der OrtSrcpräscntan; wurden auch zwei Juden, Hr. Jonaö Böhm und Herr Filipp Berger, zu Repräsentanten gewählt. W. .Duna-^öldvstr, Ende November. Auf Anregung unseres verehrten Rabbiners Herrn Fischer, ist ein Thalmud-Thora-Vcrein gegründet worden. Herr Heinrich Reich widmet der heiligen Sache seine eifrige Mitwirknng. Er nnd Herr M. A. Schonwald sind Vorsteher d. V., Herr Jak. Strauß ist Kassierer , Hr. L. Spitzer Kontrollor. Unsere Volksschule ist im blühendsten Zustande. I. K. ' Lemberg, 39. November. In der Vcrlagö-Erpcdition des 1 Buchdruckers F. M. Porcmba hier ist so eben erschienen: ״Zukunft des! JndcnthuniS." Diese Brochüre scheint mir der allgemeinen Ansmerk-; sainkcit würdig zu sein. Preis 40 kr. I. L. 1, ן■ Prag, Anfangs Dezember. Herr Obcrrabbiner Rapoport ׳ bereiter, wie ich höre, eine Brochüre zum Drucke vor, in welcher zwischen der herrköinmlichen pilpnlistischcn Methode des ThalmndstudinmS! und der von Um! eingesübrtcn historisch-kritischen Behandlung des Thal- ' nind eine Brücke gebaut, und auch sein persönliches Vcrhältniß zu der allen nnd neuen Schule präzisirt sein soll. — Von der von Seiten des! Stadtverordneten Kollegiums angcordnetcn Ansbcssernng der Lehrer- 1 gehalle blieben die Lcbrcr ber Joseistädtcr Schule ausgeschlossen, wiewol dieselben im Prinzipe den übrigen Lehrern gleichgestellt sind. Diese! Tage haben zwei Israeliten Buchnnd Knnsthandluiigen eröffnet. Wir haben nunmehr 4 jnd. Buchhändler nnd eben so viele jüd. Antiquare. Ans dem flachen Lande sehen sich auch kleine jüdische Gemeinden genöthigct, deutsch-hebräische Schulen zu errichten, indem die OrtSschnlen immer mehr ezcchisirt werden. Szegedin, 3. Dezember. Diese Tage hat sich hier ein neuer Verein (□רופא 1קו^י) konstitnirt, der sich die Aufgabe gestellt hat. seinen Mitgliedern in ErkranknngSfällcn außerhalb des Spitals ärzttichcn Beistand, Pflege nnd gänzliche Versorgung für die Dauer der Krankheit angedeiheii znlassen. Dr. W. Kraus wurde znm Vereinsarzte gewählt. Wir wünschen dem Vereine nnd seinem lobenSwerthen Streben das beste Gedeihen. I. Literimsche Anzeige». סבוב ר' פתהיר. Die Rciscbeschreibung des R, Petachjah aus Regensbnrg, hcbr. mit englischer Uebersetzung von vr. A. Be irisch London 1856. Besprochen von L. Dukcö. Reisebeschreibcr gerathen oft in Verlegenheit, was zu thun: wenn sic nur wahr sind, und nur das beschreiben was sie gesehen haben, sagt man sie sind langweilig, wenn sic hoch fliegen, sagt man sie lügen. In der neuen Zeit haben geistreiche Leute Reisen geschrieben, ohne — wie man sagt — daß sie die Länder, die sic beschreiben, je gesehen haben'). Es macht dies nach unserer Ansicht ihnen die größte Ehre! ״Wer gereist ist — sagt Göthe — weiß was zu erzählen." Wer was weiß, kann übrigens was erzählen, ohne gereist zu sein''). Das zu besprechende Büchlein wurde eigentlich nicht von dem Reisenden, dessen Namen eö trägt niedergeschriebcn, sondern es enthält nur die Relation der Reisen. welche einer seiner Zeitgenossen aus seinen Erzählungen nicdergcschricbcu hat. Es ist also mehr eine Relation vom Hörensagen. Herr Dr. B e n i s ch hat sich durch die Herausgabe dieses Werkeö und der davon verfertigten Uebersetzung ein schönes Verdienst erworben. Derselbe hat auch lehrreiche Noten hinzugefügt, wovon wir weiter unten einige betrachten wollen '). Die schöne Ausstattung erhebt noch den Werth des Werkes. Von den Lebeuönmständcn des R. P-lhachi a ist nichts bekannt. Der Zweck seiner Reisen ist auch nicht angegeben. Die Zeile des Alchar ist (Tachkemoni Kap. 36) von dem Reisenden ויראה נפלאות עולם בלכתו ויצבור הון וילמור בין ודעה mochte ihm vielleicht auch geistig vorgeschwebt haben. DaS Jahr seiner Reise ist ebenfalls

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