Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 48 (29.11.1861)
- Date
- 1861-11-29
- Page
- Seite 410 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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410 und den ״Malki-zedek“ im Auge, die Jdiokrasie that das Ihrige, sie webte geschäftig ein Band, daS bald den Malki-z. der Gen. XIV, 18. mit dem aus unserem u» unlöslich verknüpfte und so blieb er der Angriffspunkt der verschiedenen Kräfte, die auf den V׳ zu wirken suchten. Dem Evangelisten ist diese Einseitigkeit zu verzeihen, er hatte bei feiner Interpretation seine leitende Idee, diese übertrug er auf den Malki־z., wodurch ihm der Name zum auSgefüllten Begriffe wird, um den übrigen Tert kümmert er sich nur in so weit, alö er noch daS etwa für ihn Brauchbare darauö nimmt; die evangelische Deutung ist tendenziös-haggabischer Natur, sie macht weder auf exegetische Durchgängigkeit, noch auf kritische Sonderung irgend welchen Anspruch, ihr genügt es im Terte d e n Anhaltspunkt gefunden zu haben; der Kritik aber; wenn sie an die Feststellung des V3 geht, ist Malki-z. vorerst ein leerer Name, dessen Merkmale zunächst der Tert liefert, sind diese Merkmale zum Begriffe zusammengestellt, dann untersucht sie inwieferne gerade ״Malki-z.“ die passende Bezeichnung dieses Begriffeö bildet, im Falle einer Schwierigkeit verwerthet sie die Analogien, die sie zu diesem Ausdrucke anderwärts findet, die Relation zu dem gleichen Namen an anderer Stelle muß zur Klarheit verhelfen; mit dem also gewonnenen und bezeichneten Bilde durchwandert dann der Forscher das Gebiet deS Verwirklichten, findet er da eine seinem Bilde entsprechende Persönlichkeit, dann gewinnt ihm der y geschichtliche Bedeutung, sucht er aber diese Persönlichkeit vergebens, dann ist sein Bild ideal: die Stelle ist — messiauisch. Es ist nun der Fehler dieser Priesterfürst-Konjekturen, daß der Inhalt des Namens ״Malki-z." durch vorgefaßte und hineingetrageue Ideen festgestellt, die Merkmale aber die zur Stelle angegeben werden, schwankend gelassen sind. Hitzig selbst sagt; ״das Glück einer Untersuchung hängt von ihrer Behutsamkeit ab" (Hitz. 1. c.); wenig behutsam aber ist eS auf das eine höchst allgemeine Kriterion ״בר■(״ hin, (das übrigens auch Defekt ist, da eö weder ״בהן גדול״ nocb wenigstens ״בהן לי״ heißt) Zeit und Bedeutung eines y’d feststellen zu wollen. Mehr noch läßt sich 1)6 Wette, Ewald und ihren Vorgängern, die den y auf David beziehen, zur Last legen, die einzige richtige Andeutung gibt uns die thalmudische Auffassung (Synhedr. 1. 6.) insoferne sie nämlich unfern y mit Jesaj. 41, 2. in Beziehung setzt. Versuchen wir die Feststellung des fraglichen y’ö auf dem von uns bezeichneten Wege; stellen wir vorerst die einzelnen Grundzüge, welche uns der Tert bietet, zu einem Gesammtbilde zusammen: Betrachten wir eö als ausgemacht, daß in den keine Profetien enthalten sind, die nicht schon anderswo ausgesprochen wurden, so bezieht sich v. 1. לאר־רני 'n נאום auf eine bereits früher verkündigte Profezeiung, wo Gott einem Fürsten glänzenden Sieg verheißt; die in den yy ungewöhnliche Profetische Eingangsweise läßt darauf schließen, daß der betreffende Fürst mit dem Inhalte dieser Profetie noch unbekannt, und das schon führt uns auf die Vermuthung, dieser Fürst müsse ein ausländischer sein; diese Vermuthung bestätigt uns v. 2. Gott wird ihm den Zepter der Macht von Zion aus senden, er also weilt auswärts, er wird eine absolute Herrschaft führen in der Mitte seiner Feinde "״בקרב א׳, unter ihnen wird seine Residenz sein. V. 3 bezeichnet uns diesen Fürsten als einen! noch vor seiner Geburt voraus verkündeten. Von v. 4 sagen wir vorläufig nur, daß er sich auf die v. 1. erwähnte Profetie bezieht, v. 5 zeigt, daß die Profezeiung bereits in Erfüllung gegangen, indem v. 6 bereits daS Haupt eines ״großen" Reiches geschlagen ist. Nach dieser Voraussetzung kann sich v. 7 2 מנהלc. nicht mehr im Sinne der Demüthignng auf unfern Helden beziehen, denn dieser strahlt ja schon in der von Gott verheißenen und verliehenen Größe; ebensowenig ist dieser Zug kräftig genug, um als glorifizirender Farbenschmuck zum Charaktergemälde eines abgehärtelen Kriegers zu dienen: es gehört somit dieser v. nicht mehr zur Schilderung unseres Helden, er macht einen eigeneu Bestandtheil des V6 ans, und sein Neruö mit dem früher» ist zu suchen. Fassen wir die von unserem Terte gebotenen Momente zusammen, so köimen wir nur an Eine geschichtliche Person denken, die in allen Punkten entsprechend ist — an den | Perserkönig Cyrus! — Wir wissen, daß die auf Cyrus! Bezug habenden Profezeiungen des jüng. Jesaja den Eru-! lauten treffliche Dienste geleistet haben; Cyrus wurde nach j der Einnahme von Babilon gewiß so viel alö möglich auf! diese göttlichen Verheißungen aufmerksam gemacht und so ( aufgeklärt über die Erwartungen, welche Gott und Israel ן von ihm hegten (Esra 1, 1 ff. 2 Chrou. 3ü, 22. Jos.! Ailtign. XI, 1); außer Zweifel sind Schriftstücke abgefaßt > worden, welche den Sieger auf feierliche Weise begrüßen, ibn alö den Gottverheißeneu erklären und die Hoffnungen der Erulanten ans eine nunmehrige günstige Wendung ihres Schicksals auödrücken sollten; unser y ist ein an Cyrus gerichtetes Stück dieser Art; er besteht aus drei Theilen: v. 1—4 erponirt die in Jesaj. 45, 1 — 14 enthaltene Profezeiung (detaillirter vrgl. weiter unten) v. 5 und 7 drückt ans, daß die Profezeiung bereits in Erfüllung gegangen, v. 7. schließt mit der Bitte, daß nunmehr auch die Hoffnungen, welche Jsr. an diese Verheißungen knüpft, in Erfüllung gehen mögen. Nach dieser Auseinandersetzung ist die Schwierigkeit welche v. 4 bietet überwunden, ja der ״Malki-z." und der ״Kohen" geben das punctum argumentorum für unsere Auffassung! — Haben wir unfern y dem jüngeren Jesaj.