Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 48 (29.11.1861)
- Date
- 1861-11-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543071--2365-2546137- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 48. Lzegedi», den 29. November 1861. Älmmmj». Vierter Jakrgnng. 4)crnus1jeöeL* unfo Mafiteur: L. Löw, ÜkerrMmer zu äzegediu. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Nriinuiiieraliongprcis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., vicreljährig 2 fl. österr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Manuskripte sind an die Redaktion zu senden. 3»scralc sind an den Verleger S. Burger in Szrgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leivzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcile wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Beitrag zur Literatur über die Psalmen. Von vr. Hübsch. — Korrespondenz. Wien. (Regsamkeit der orthodoxen Partei). — Litcräri, sche Anzeigen. (Munk'S More Nebnchim, angezeigt vom Herausgeber). — Replik von Holländer in Betreff d. Kr'erolyi Konscrenz. — Nachbcmer kungelt der Redaktion. keilmg zur tilcralur iiöcr Äic Pfafincii. Bon Nabb. Dr. Adolf H ü b s ch. ״Ilabent sua fata libelli!" ״Eö geht mit den Schriften, wie mit den Menschen, die Welt macht anS ihnen, was sie am wenigsten sind!" — Der Vater dieses Satzes hat gewiß nicht an den 110. Ps. gedacht, uns aber kommt dieser Spruch unwillkürlich in den Sinn, so oft wir an diesen Ps. denken. — Die Geschichte des 110. ip's ist die Geschichte des Gedankens überhaupt: die Tendenz nimmt ihn in ihr Schlepptau und verdreht ihn absichtlich, die T e n d e n z l o s i g k e i t tappt mit ihm herum und vernnstaltet ihn absichtlos! — Mit der schriftlichen Formulirung der erwachenden Idee des Christenthums beginnt die Leidensgeschichte unseres ip's; gerne und eifrig hat diese neu aufgetauchte Idee ihre Autorisation ans passenden Stellen der Schriften des A. T. herzuleiten und zu beweisen gesucht, und so bemächtigte sie sich auch des in Rede stehenden, zu mistischen Auslegungen sehr geeigneten ip'S (Matth. XXII, 42. 1 Cor. XV, 25, 26 Hebr. VH, 1. ff. u. a. a. £>.). Unbefangener gehr die alte jüd. Auffassung vor und sucht, im Gegensätze zu der ersteren, eine geschichtliche Reminiszenz in unserer Stelle (Nedar. 32, d. Synhedr. 108, b.) und zwischen diesen zwei Punkten, Geschichte und Profette, Vergangenheit und Zukunft oözillirt der n, seither. Die Auslegung im prof. Sinne hat sich auch die spatere Haggada angeeignet (Midr. Thillim z. Stell.: Rabb. Juda Namens R. Acha b. Chanina); ihr folgen die jüdischen Kommentatoren, als R. Saadia Gaon (in s. Komment, zu Daniel) später R. Jizchak Arama (zur Genesis) n. A. Der kritische Ibn Esra (zu Gen. XIV. 18 und y 110) folgt der thalmudischen Auffassung; die ganze Reihe der christlichen Ausleger bis׳ ins 18. Jahrhundert hinab sieht es als Gewissenssache an, den 1p in seiner primitiven evangelischen Auffaffnng zu belassen und ihre Hauptaufgabe ist es, gegen die polemischen Angriffe Kimchi's ('חשוביח ח־־־״ק אל הנוצרי beigedr. zu Nizzachon Ed. Altdvrf 1644) und R. Lippmann Mühlhausen's (Nizz. 1p 110) Phalanr zu machen. Erst die emauzipirte Kritik der neuesten Zeit macht znit dem w Pie Runde auf dem Gebiete der Geschichte und sucht den geeigneten Platz für seine Unterbringung. An Abraham und David haben die Alten gedacht (letzteren adoptiren auch 1)6 Wette, Ewald), aber weder bei diesen, noch bei e inem Nachfolger aus dem Hanse David'ö kann sich die Kritik beruhigen, das ganze Hans David'ö bietet ihr keinen Priesterkönig; es wird also znr makkab. Periode geschritten, da blühen die Priesterfürsten, da läßt sich leicht der Held unserer Ode finden: Hitzig schwankt einen Augenblick zwischeu Jonathan und Aristobul, entscheidet sich aber bald für den erster« (Hitz. Ps. 2. Th. S. 174 ff.) Noch aber scheint dieser Priesterfürst nicht genau genug bestimmt, es muß auch der Malki-zedek gerechtfertigt werden, und so geht man wieder dieselbe Strasse um einen Schritt zurück, in die der makkab. nächst vorhergehende Zeit und vindizirt den 1p als SiegeSlied für einen hypothetischen zadokitischen Priesterfürsten (Geig. Urschrift. S. 28). Wirft man nun einen prüfenden Blick auf die in Kürze erponirten Erlebnisse dieses ip'ö, so findet man alsbald daß sich der bedeutendere Theil seiner Geschichte am v. 4. d. K's abwickelte, ne^lectm cetcribus hatte man nur den ״Kohen"