Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 46 (15.11.1861)
- Date
- 1861-11-15
- Page
- Seite 398 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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398 כלערציג; derselbe verband mit seinem großen und gründlichen thalmnbischen «nd hebräischen Wissen anch noch andere Kenntnisse und war einer der edelsten, thätigstcn »nd bescheidensten Männer dieser ganzen («egend, und vorzüglich die Gemeinde Merzig. in welcher er auch Vorsteher war. wurde durch diesen nnersetzlichen Verlust in die tiefste Trauer versetzt. Denn sic verdankt seinem edlen und uneigennützigen Wirken eine schöne Synagoge, ein zweckmäßiges Franenbad, eine gute Elementar- »nd Religionsschnle, mehrere Vereine und einen vorzüglichcn Gottesdienst», den sein würdiger Schüler »nd Schwiegersohn, Hr. Godchanr Schn erb, als einer der ausgezeichnetesten und tüchtigsten Vorbetcr mit Choralbegleitung begleitet. Bei dem Leichenbegängnisse, dem daranffolgenden Tage, war eine sehr große Menschenmasse ans N a h und Fern, unter denen auch die meisten Beamten und viele andere Bürger der Stadt sich befanden, anwesend. Der edle und beschcidcnc Mann hat in seinem letzten Willen jede Leichenrede (הספר) sich strengstens verboten. Wenn es nicht gegen seinen letzten Willen sein wird, worüber ich noch Erkundigungen einziehen muß, so werde ich dem Seligen, der mir stets ein treuer und aufrichtiger Freund und Rathgcber war —- in d. Bl. habe ich ja Manches in seinem Namen mitgetheilt, — dessen Verlust mich daher in die tiefste Trauer versetzt, eine ausführliche Beschreibung seines Lebens und Wirkens in dieser Zeitschrift noch Nachfolgen lassen. Jetzt rufe ich mit R. Simon (I־. Midr. Kohelet) aus meinem um ihn trauernden Herzen ihm nach: אגו ״ אבינו את ר׳ משה מי מביא לנו חבוורחו!Wir haben verloren den R. Moscheh, wer gibt uns hiefür einen Ersatz!" Trier, im November 1861. Oberrabbiner I. K a h n. » Melchior Schreier. Nach langen qualvollen Leiden ist unser geachtetes Gemeinde- Mitglied Herr Melchior Schreier, Inhaber des goldenen Verdienstkreuzes, Bürger der königliche,! Frcistädte Arad und Agram im schönstcn Maniieöalter von 41 Jahren aul 6. November l. I. verschieden. Durch seine riesenhaste Geisteskraft, die von den grausamsten körpcrlichen Qualen bis zur letzten Stunde seines Lebens nicht gebrochen, ja nicht einmal geschwächt werden konnte, hat er eö verstanden, sich in ganz kurzer Zeit aus einer höchst bescheidenen Lebensstellung zu großem Reichthum euiporzuschwingen, nnd sich durch seinen edlen Wohlthätigkeitssinn, durch die Biederkeit seines Charakters, Achtung und Ansehen zu erringen. Das Leichtllbegängiiiß war so großartig, wie hier noch keines gesehen worden ist. Im Hofe des Traucrhanses stand ein mit schwärzem Tuche reich drapperirter Katafalk, auf welcheur der mit schwarzem Sammt n. Silber ausgeschlagene Sarg ruhte. Zu Füßen des Sarges waren die Bürgerbriefe und sonstigen Diplome von wohlthätigen Anstalteri, die er sich dnrch seine Wohlthätigkeit errungen hatte, angebracht. Den Katafalk umstanden 41 brennende Kerzen. um an die 41 Lebensjahre zu erinnern, die ihm hienieden zu wandeln vergönnt waren. Die Leichenrede, die unser ehrwürdiger Herr Oberrabbiner am Sarge hielt. machte einen so mächtigen Eindruck aus die zahllose Meilschenmaffe, die sich berandrängte nm dem Berblichenen die letzte Ehre zu erweisen, daß gewiß nur wenige Augen thränenleer blieben. Hunderte von Menschen folgten dem Leichciiznge bis ans den Friedhof, wo der Leichnam in der Familiengruft beigcscht wurde. Die vielen Armen, die hcrbeigceilt waren, »in Thränen des Dankes an dem Sarge des verblichenen WohlthäterS zu weinen, erhielten den Trost, daß der Wohlthätigkeitssinn des Verblichenen in seiner Familie sortlcbt, indem die Witwe sofort mehrere 100 Gulden an dieselben vcrtheilen ließ. Wie ich ans sicherer Quelle vernehme, war die Anordnung ank telegrafischen Wege getroffen, daß in derselben Stunde, in der hier das Leichcnbegängniß stattfand, bedeutende Geldsummen an die Armen aller Konfessionen in Agram und in Wien verrhcilt wurden. Der Eröffmiiig seines Testamentes wird mit Spannnng entgegenschen, da, wie man spricht, der Verblichene bedenkende Stiftniigcn zu Gunsten der Israelitischen und der Stadtgemeinden zu Arad. Agram und Wien errichtet haben solt. Sobald ich Authentisches darüber erfahre, werde ich dem ״Ben Chan." berichten. Arad, I I. November 1861. R — g. Korrespondenz. Ausland. Koblenz, 10. November. Herr Or. Lehmann, welcher wahrlich nicht ans Liebe zu mir in seinem Blatte behauptet hat: ich lasse das Schosarblasen an! Rosch Ha-Schana dnrch Jnstrumentalmnsik ersetze», ist sehr ungehalten darüber, daß ich, der ich ihm nie Beranlassuiig zur Gehäßigkeit gegen uiich gegeben hatte, ihn nicht demüthigst um Zurücknahme jener falschen Beschnldignilg ersucht habe, und ist auf's Empfindlichste von meincr Erklärung getroffen: seine Behauptung sei eine niederträchtige Verlellmdung. Gr fühlt es, daß die Reaktion, als deren Führer er sich unbcrnfener und ungeschickter Weise aufwirft, eö noch nicht so weit gebracht hat, das Verleumden als eine liebenswürdige Tugend erscheinen zu lasten, und daß cs bis jetzt noch keine Ehre ist, vor aller Welt der Verleumdung bezüchtigt zu werden. Es ist darum ein Jammer, zn sehen, wie Herr L. sich drehet und windet, um jenen Vorwurf von sich abzuweiscn. Cr hätte eine Jnjurirenklage gegen mich erheben können, aber sein von Edelmuth und Liebe überströmendes Herz läßt das nicht zu- Er will darum beweisen, beweisen aus Slein'S Bolkslchrer und meiner Brochüre. So gerne er nun hier einmal von der Wahrheit Gebrauch machen würde, — ich glaube eö wol — so zeigt sich diese doch hartnäckig, ihm zur Verherrlichung ihrer Gegnerin ihre Dienste zu versagen. Es bleibt Herrn L. also nichts übrig, als frisch daraus los zu l ü g c n. Und da er irgendwo gelesen haben mag: החוט המשולש לא במהרה ינתק, so lügt er einmal, daß die Mittheilnng des in Nr. 37. s. I. Erwähnten durch eine Korrespondenz aus Koblenz im Stein'schen Volkslehrer ihm geworden sei; lügt ec zum zweiten Male, daß die betreffende Nummer in seinem Besitze sei; lügt er zum dritten Male , daß ich mich in meiner Brochüre mit Geigcr's Schrift: Nothwendigkeil n\ vollkommen einverstanden erklärt hätte. Man soll nun glauben, Herr L. wisse, }Js{ על פי שני עיים שלשה עדים יקום דבר und stelle sich mit solchen drei schlagenden Beweisen znfrieden. Allein עבדה נודדת עברה, und da er gelogen, so bekam er auch Lust, zu täuschen, und führt zu diesem Zwecke einige ans dem Zusammenhänge herausgerissene Worte an, die in mei »er Brochüre das Entgegengesetzte von dem sagen, was Herr L, ourch sie glauben machen will.