Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 46 (15.11.1861)
- Date
- 1861-11-15
- Page
- Seite 394 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Beim Schluffe dieses Artik. erhalten wir die traurige Nachricht, daß Herrn Smolka seine Lebensgefährtin durch den Tod entrissen wurde. Wir können nicht umhin, der in dem Herrn entschlaffenen edlen Dame ein ״Ruhe in Frieden" zuzurufen l Und möge der Allmächtige dem edlen Manne himmlischen Trost senden und in dessen schwergeprüftes Herz Balsam gießen! Neh. Landes. Wortlaut der Adresse. Hochwohlgeborncr, Edler Herr llcichsratli-Äbgeordnettr! Die hochherzige Gesinnung, die Sie als Präsident des Ausschusses zur Regelung der kottfessionellcn Angelegenheilen beim RcichSrathe gegen Ihre israelitischen Mitbürger an den Tag legten, indem Sie sich für die unbedingte Gleichstellung aller Staatsbürger ohne Unterschied des BekenntniffeS erklärten, veranlaßt die gefertigte israelitische Gemeinde, welche von der Tragweite des toleranten Religionöediktes und von warmer Dankbarkeit für den Mann, den sie mit Stolz ihren Landsmann nennen darf, durchdrungen ist, ihrem Gefühle durch eine Dankadresse Ausdruck zu verleihen. Wir galizischen Israeliten, denen man jede Bürgertugend abzusprechen gewohnt war, sind doppelt erfreut, daß es gerade ein Manu aus unserem Vaterlande war, der durch den großen Grundsatz der Gleichberechtigung alle gegen uns ersonnenen Verleumdungen zu Schanden machte, und hiemit den Satz aufstellte, daß nicht Zurücksetzung und Bersagung der bürgerlichen Rechte den Menschen zu dem machen können, wozu er von Natur berechtigt ist, und wonach er streben soll; sondern die Freiheit und Gleichheit im auSgedehntesten Sinne des Wortes dem Menschen das Bewußtsein seiner Würde und das Gefühl der Selbstachtung einflößen, und zu dem Streben, sich derselben immer würdiger zu machen, anspornen. Nur ein Dezennium wahrer Freiheit, und die hie und da noch vorhandenen Vorurtheile im gal. Israel werden verschwinden und der gesunde Kern dieses Srammeö wird an's Licht treten! So wie einst jener große Polenkönig es war, der den allerseits gehetzten Juden die Pforten der Städte gastfreundlich öffnete, so ist es wiederum heute ein edler Sohn jener hochherzigen Nation, die den Wahlsprnch ״für meine Freiheit und die der unterdrückten Völker" aus ihr Banner schrieb, der uns der Freiheit Pforten öffnet! Wenn auch das Religions-Edikt die Sanktion der Häuser noch nicht erlangt hat, und wahrscheinlich noch manche Modifikationen erleiden wird, so dient dasselbe doch uns galizischen Jsraeliten zur vollen Befriedigung und zur Bürgschaft, daß unsere Landleute mit Aufrichtigkeit für unsere Menschenrechte einstehen und uns brüderlich entgegenkomme». Unter diesen Auspizien können wir der Zukunft hoffnungsvoll entgegensehen und für das Land wird eine neue Aera eintreten , da alle seine Bürger nur nach einem Ziele, nämlich dem Wohle desselben streben u. arbeiten werden. Unb mit Stolz werden Sie dann, Edler Herr, auf dies Ihr Werk hinweisen können! — Sie haben sich ein bleibendes Denkmal in dem Herzen Israels errichtet, dessen Geschichte Ihnen eines der schönsten Blätter weihen wird, und noch unsere spätesten Enkel werden mit Hochachtung und Verehrung den Namen des Verfechters unserer Menschenrechte anssprechen. Der Hort Israels, der dasselbe trotz der vielfachen Leiden und Qualen, denen es durch 18 Jahrhunderte auögesetzt war, vor Untergang bewahrte, wird seine schirmenden Fittige auch über die hochherzige polnische Nation auöbreiten, und ihr eine glänzende Zukunft bewahren! Und Sie, Hochwohlgeborener Herr! möge der Allmächtige noch lange zum Heile und Frommen unseres Landes erhalten, daß Sie ungestört demselben Ihre edlen Kräfte weihen können, und möge Er Sie erleben lassen, Ihre Wünsche und Bemühungen mit glücklichem Erfolge gekrönt zu sehen! Bolechow, 19. Oktober 1861. (Hier folgen die Unterschriften). Die (t r 11Ö i t i 011. Bi1!׳ Dr. Weil. תהת סלסול יגיע יקה טוב Äa l ir. Fortsetzung D1-. K ä m p f's Schutzschrift'-") vertritt die gefühlvolle, sentimentale Orthodoxie. Sie erläßt dem Breslauer Seminar-Direktor nicht nur jede weitere Rechtfertigung, worauf Freund und Rapoport so entschieden gedrungen hatten; sie sucht sogar für den Verketzerten Theilnahme und Mitgefühl zu erregen: ״Welchen Nutzen gewährt es, wenn wir den Angegriffenen in üblen Ruf bringen, und seine Ehre in den Staub treten (S. 26)?" — Den kritischen Stand- Punkt, welchen der Herr Verf. cinnimt, charakterisirt er selber deutlich genug durch die Treuherzigkeit, womit er dem Thalmud nacherzählt, daß König Saul und sein Schwiegersohn David sich mit der thalmudischen Halacha beschäftiget, und über einzelne Punkte des thalmudischen Eherechtes dispmirt haben. In manchem Stücke geht er sogar über den Thalmud hinaus. Die dreizehn hermeneutischen Regeln R Jsmael's sind ihm ein Vermächtniß der Mosaischen Zeit. Auch läßt er sich's nicht nehmen, daß R. Jehuda I. d. Mischua schriftlich redigirt habe'-"). Gleichwol läßt er dieselbe nur ihrem Inhalte, nicht aber ihrer Form nach aus der