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Ben Chananja · 1861-11-15 · 46 (15.11.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
46 (15.11.1861)
Date
1861-11-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Ur. 46. Lzegedin, den 15. November 1861. WscheMM MrmMW. für Maische TheslsHie Vierter IMrgang. «Qerausgß&eu uni) Ma&teiir: L. Low, flfierraßßiiiet 511 Zzegedin. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Pränuiiicraiionspreis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., viercljährig 2 fl. österr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Manuskripte sind an die Redaktion zu senden. Inserate sind an den Verleger S. Burger in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt, vr. Smolka und die galizischen Juden Von Nrh. Landes. — Die Tradition. Von vr. Weil. — Wie predigt man? V. vr. Jellinek. — Nekrologe: MoseS Löwy und Melchior Schreier. — Korrespondenz. (Ausland). Koblenz. — (Inland). Wien. — Aus Siebenbürgen. — Zichydorf. — Miszellen. Von Lcop. DnkeS und M. Fein. vr. Siiioflui’s Holum uni) Die galiz. ׳luöeuftijnfl. Bolechow, Ende Oktober. Für den Ausschlag, den der Reichsrath-Abgeordnete, Herr Dr. Franz Smolka, als Obmann im Ausschüsse für konfessionelle Angelegenheiten, zu Gunsten der unbedingten Gleichberechtigung der Israeliten gab, haben ihm, wie aus den öffentlichen Blättern zu ersehen ist, viele galiz. Gemeinden Dankadreffen und die Krakauer sogar ein Ehrengeschenk zugesendet. Obwol mit der Schlußredaktion des Religions-Ediktes im Ausschüsse unsere Gleichstellung noch nicht ausgesprochen ist, und wahrscheinlich während der Debatten in den beiden Häusern noch manche Modifikation erleiden wird, so sind wir doch unserem berühmten Landsmanne, der ans so glänzende Weise seine Konsequenz im Sinne der Freiheit bewährte, gleiches Recht für Alle, selbst für die vom Gesetze so stiefmütterlich behandelten galizischen Israeliten fordernd, zu großer Dankbarkeit verpflichtet, und keine galizische Gemeinde sollte daher mit ihrem Danke gegen den hochherzigen Polen auSbleiben. — Diese Meinung theilte auch unsere Gemeinde, und die hohe Bedeutung des Religions-Ediktes würdigend, beschloß sie, dem Herrn Smolka durch eine Deputation eine Dankadresse zu überreichen. Sie fragte daher am 18. Oktober brieflich bei dem auf seinem in unserer Nachbarschaft gelegenen Gute weilenden Herrn Smolka an, ob und wann er zur Entgegennahme einer Adresse bereit wäre. Noch an demselben Tage antwortete Herr Smolka in einem eigenhändigen Schreiben, daß ihm die Einhändigung einer Adresse durch die israelitische Gemeinde zu Bolechow zur größten Ehre gereichen wird. Res. wurde daher mit der Abfassung der Adresse betraut, und nach Vollendung derselben reiste die Deputation am 20. ab. Bei Ueberreichung der Adresse hielt Ref. eine polnische Ansprache, worin er dem Herrn Smolka für seine hochherzige Gesinnung den isr. Mitbürgern gegenüber dankte, und gleichzeitig die galtzischen Israeliten entschuldigte, daß sie aus Mangel an GeleHenheit sich die polnischen Sprache nicht aneignen konnten; die Ansprache schloß mit der Versicherung, daß die Israeliten Galiziens in Zukunft sich diesen Fehler nicht vorzuwerfeit haben werden; sondern daß sie durch Erlernung der nationalen Sprache ihren Mitbürgern für die Sorgfalt um das Wohl der Israeliten sich dankbar erweisen, und mit ihren polnischen Mitbürgern in jeder edlen That für das Gedeihen des Landes wetteifernd, mit denselben Hand in Hand gehen werden. Darauf erwiederte Herr Smolka, daß er besonders auf die letzten Worte großes Gewicht lege, und daß die Israeliten nur gemeinschaftlich mit ihren polnischen Mitbürgern Vorgehen sollen, und sie werden sich gewiß über dieselben nicht zu beklagen haben. Er wies auch auf die in Warschau herrschende Einigkeit hin, die jeden konsessionellen Unterschied verwischt hat. Nachdem wir noch mit Herrn Smolka bei Herrn Zardecki, Gutsbesitzer zu Dothi, in dessen Hanse wegen der Abreise der Familie des Herrn Smolka nach Lemberg die Ueberreichung der Adresse stattfand, ein frugales Frühstück eingenommen und mehrere Toaste ausgebracht hatten, nahmen wir in den wärmsten und gefühlvollsten Ausdrücken von unserem Hochverehrten Landsmanne Abschied, dessen wohlwollende Sprache in den Herzen Aller unverwischbare Spuren der Dankbarkeit, Hochachtung nnd Verehrung zurückließ.

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