Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 45 (8.11.1861)
- Date
- 1861-11-08
- Page
- Seite 389 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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389 Szegedin, 1 November, (in ist gewiß erwähnenswert!), daß nichr selten erkrankte christliche Handwerksgehilfen in das jüdische Spital aufgcnoinmen zn werden wünschen, und natürlich auch ausgcnommcn werden. S»roS-Patak, l. November. Ein hiesiger christlicher Gclehrtec beschäftiget sich mit einer historischen Forschung über die Synagogen der Ocfterreichischcn Monarchie, über welche er ans seinen wiederholt gemachten Reisen zahlreiche, interessante Notizen gesammelt hat. Die Arbeit soll in Jahresfrist in schöner AnSstattnng und mit Abbild!»!- gen erscheinen. DaS Werk wird von Seiten der jüdiichcn Gemeinten ebne Zweifel eine sehr warme Ansnahme finden. Nom Nerf. selbst habe ich die von ihm verbürgte Notiz, daß von 1818 bis 1848 — also in d r e i ß ig Jahren — in Nngarn 11t ehr S hn a g o g e n crb ant w nrd e n , als in M ä hr c n n nd B ö h m c n in drei hundert Jahren. ״Die Unbarmherzigkeit der Magyaren gegen Ihre Glaubensbrüder", fügte er hinzu, ״muß doch nicht gar so haarsträubend gewesen sein, wie sie von Ihren glanbensbrüderlichen Journalisten in Wien geschildert wird. Wir Ungarn brauchen diese Herren nicht Lügen zn strafen-, sie werden von den Synagogen Ungarns Lügen gestraft!" - Lemberg, 1. November. Das Urtheil Ihres Korrespondeuten ans Galizien über den Me Wasser war nicht nur zn strenge, sondern selbst ungerecht. Das Alait nimmt mit jeder Nummer sichtbar an Interesse zn, und der wackere Redakteur ist eisrigst beflissen, sein Journal den Zeitbedürsnisseu gemäß cinznrichlen. A. I. Menkes füll' digt eine sebr schone und ansprechende Mifthna-AnSgabe an. welche ailch den Maiwonitischen Kommentar enthalten wird. Preis (J fl. f>ü kr. N. Sam. Mödling er, einem fleißigen und strebsamen Privatgelehrten, ist in hebe. Sprache erschienen: ״Limatb Ain, oder Blicke in die Urgeschichte des israelitischen Volkes." Die Abhaudlnng wird ohne Zweitel die Ausmerksamkcit der Fachmänner erregen. Mit nnserm Nabbinerseminar will es nicht recht vorwärts gehen. Dasselbe wird, — vorausgesetzt, daß es wirklich zn Stande kommt, — viele Stadien dnrchzninachen haben, bis es zn einem wahrhaft wissenschaftlichen Institnre wird. 'Koch länger wird es vielleicht dauern, bis die galizianischeu Gemeinden, in denen der Ehaßidäismns von Tag zu Tag znnimmt, das Bedürfnis; studirter Rabbinen empfinden werten. Eine gründliche und bleibende Bessernng unserer trostlosen Zustände wird auch nur in Folge einer allge,::einen höher» Knltnrentwickelnng in uuserm Lande berbeigefnlirt werden. Unter den gebildeteren Inden nimmt daS Slndinm der polnischen Sprache von Tag zn Tag zu; es gibt hier und ilt Krakau jüdische Familien. in deren Kreise nur polnisch gesproche» wird. Literarische Äryeigen. ׳זכרו! ייום אהרץ oder ltebr. Gebete und Gebräuche bei Kranken, Agonisten, im Trauerhause und ans dem Friedhose mit deutscher Uebersetznng v. d. sel. Mos. Wolf Jriteles. HeranSgegeben v. D av. stk a u d n i tz. Prag 1800. Ui. Verl. d. Heransg. 1. Tb. >85 S. L. Th. 181 S. hebr. 80 S. deutsch. Tie vorliegende Gebelsaminlung ist ״nach dem Ritus der P r a g c r B e e r d i g u n g s b rüd e r s ch a s t" zusammengestellt, ohne daß sie deshalb für andere Gemeinden nicht brauchbar wäre. Die deutschen Gebete machen ans keine Originalität Anspruch, und sind in der Vorrede die einschlägigen Schriften von Blogg. S. Baer, Engländer, F »r st e 1111! a l, E in. H e ch l, Juda I c i t e l e ü, M. W. I e itcles, Fr. Ko Heu, Letlcris, Miro, F. N e uda, vr. Rehfuß, L. Stern als Quellen angeführt, mit dem merkwürdigen Zusatzc, daß die Genannten nach dem ״Mnsterbildc des großen deutschen Dichters der Stunden der Andacht" gearbeitet haben. Ob die angeführten Schriftsteller und Schriftstellerinnen sich wirklich Zschokke zum Vorbilde genommen haben, lassen wir dahingestellt. Merkwürdig ist es jedenfalls, daß Zschokke in der Vorrede eineS liturgischen Buches gepriesen wird, welches unter der Aegidc der altchrwürdigen Ehebra Kaddischa zu Prag erscheint. DaS erste Heft beginnt mit einem Gebet für Aerzte und schließt mit dem Todtenmahle. Jenes Gebet ist von jüngstem Dato, und scheint uns nicht nur viel zu lang, sondern auch vielmehr oder gebührlich im Mnsivstyl gehalten. Die übrigen Gebete sind die herköiiiiulichen. Das Vers, bei Sterbenden ist in deutscher Sprache eingestrent. (S. 120 wird der ״ שמשKondnktenr" genannt). Der 2. Theil enthält Friedhofgcbcte. Die AnSstattnng ist ausgezeichnet schön, und wird das Wcrkchcn ohne Zweifel in allen jüd. Gemcinden Verbreitung finden. Gleiche Bcstimmuiig mit dem soeben angezcigtcn Merkchen hat solgcnde Schrift: כוס הנהמה Der Trostbecher, zu Ni Gebrauche im Kranken- und Trauerliansc und ans dem Friedhöfe, v. Dr. E nt. H e ch t. Bcr-!in 1801. Louis Gerschei. 8. 4(i. Preis 5 Sgr. Das Büchlein ist von dem rühmlich bekannten Vers, bestimmt, ״den Bedürfnisse» Jener gerecht zu werden, die zur Aiischaffnng eines größern ähnlichen Werkes kein Geld, oder nicht die Fähigkeit habe», sich i» unisangreichen Schriften gehörig zn orientircn." Diesem Zwecke entspricht das vorliegende Schriftchen auch vollkommen. Die Gebete am Krankenbete sind vereinfacht, und bestehen ans Elementen der alten Liturgie. Zum Schlüsse ist beigefügt: Verhalten bei ciucin Sterbenden,!)kegeln für den אונן. für die Rcinignng und Beerdigung und die Trauer. Das Schriftchen wird sowol wegen seiner Brauchbarkeit, als auch wegen seiner Billigkeit in jnd. Kreisen als eine willkommene Erscheinung begrüßt werden. Kleines Israelitisches Gesangbuch. Für den Zweck eines täglichen FrühgottesdicnsteS in der Schule geordnet. Von Adolf Hlawatsch. Reichenberg. Franz Jannasch. 18G2. 8. 7!) und 4 Seiten Melodieen. Daß in der jnd. Volksschule ein Gottesdienst gehalten werde, ist ein von allen jüd. Eltern und Lehrern gehegter frommer Wunsch; die gewöhnliche Liturgie nimmt aber zn viel Zeit in Anspruch, als daß die Volksschule dieselbe in ihrer ganzen Ansdehnnng gebrauchen könnte. In Rücksicht des Gottesdienstes in der Schute dürfte auch der tbeilweise Gebrauch der Muttersprache viel weniger Widerspruch erfahren, als in Bezug ans den Snnagogalen Gottesdienst. Der Versuch, die jüdische Schule mit einer Liturgie zn bedenken, ist also vollkommen gcrechtfertiget, »nd das Streben des Vers., einem vorhandenen, nnleugbaren Bedürfnisse der jüd. Volksschule ab.zuhelfeu, verdient alle Anerkennung. Auch mit der Auswahl d. dents. Lieder könnte man sich leicht einverstanden erklären. Dagegen ist es zu bedauern, daß der Vers, ans der hebr. Liturgie minder Wesentliches ansniiumt, dagegen Wesentliches fallen läßt, so daß den Eulogieeu vor und nach dem Schema in seinem Gottesdienste kein Platz angewiesen ist. Die Entwickelung der alten Liturgie ist schon durch die bisherigen Unlersuchnngen so weil erforscht und ergründet, daß eine Sichtung der jüngeren Zugaben von den alten nr-