Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1861-11-08 · 45 (8.11.1861) · p. Seite 390

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
45 (8.11.1861)
Date
1861-11-08
Page
Seite 390 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2542917-2543023-2543068--2343-2546112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

390 sprünglichen ®(erneuten vorgenommen werden kann. Diese Elemente wären nun für den Gottesdienst der Schule anSznsondern, znsammenznstellen und znm Gebrauche in Schulen heranszngeben. Um einem solchen GebetbüchleinS die Einführung zu sichern, müßten sich diejenigen Schulen, die davon Gebrauch zu machen gedenken, verbinden, nnd zur Redaktion des einznführenden Büehleins eine Kommission wählen. Da die Kosten nicht bedeutend wären, so würde eine kleine Zahl größerer Schnlen hinreichen, den vorgeschlagenen Plan zu verwirklichen. Das vorliegende Merkchen ist indes, wegen seines Inhaltes sehr empfehlenswerth, wenn es auch die Aufgabe, die es sich zunächst stellte, nicht gelöst hat. Benützt sind die in Dentschland erschienenen Gesangbücher; acht Lieder sind dem ״israelitischen Volkslehrer" von Nabb. Stein entnommen. Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. Entweihet Israel's Heiligthümer nicht. Konfirmationsrede, gehalten am 2. Juni Ifcül in der Hauptsynagoge zn Berlin von 1)1. Julius Landsberger, Pred. u. Vorst, der Friedrichst. isr. Religionsschule in Berl. Das. W. I. Peiser. 8. 16. In der Ansprache an die Eltern sagt der Redner: ״Ihr seid hieher gekommen, diese Kinder zu geleiten in die Arme der Religion, die da bereit ist, sie freundlich anfznnehmen, nnd sie treulich zn führen durch die Jrrgewinde des Lebens (S. 4)." Die Konfirmation hat also in der Berliner Gemeinde schon so tiefe Wurzeln geschlagen, daß dieselbe als ״Aufnahme in die Religion" angesehen wird, was sie ihrem Wesen nach nicht ist. Die Ansprache an die Konfirmanden geht von dem Gedanken ans, daß ״nicht der Buchstabe belebt, sondern der Geist", also von einem modifizirten nentestamentlichen Ansspruche: tu yc1(> ygdfiua <x7T0Htevt1, tu 1)i 7rvtv/.tn £ta0710t1i (2 Cor. 3, 6 vergl. Nöm. 2, 29. 7, 6)! Wer diesem Ausspruch im Znsammenhange liest, muß sich überzeugen, daß derselbe eine Polemik gegen das Judenthum enthält, nnd doch ist Hr. L. nicht der erste jüd. Prediger, der denselben auf der Kanzel zitirt. Offenbar finden sich aber in der hebräischen Bibel viele Sprüche, welche von dem höher» Werthe der innern Gottesverehrung nnd der Reinheit der Gesinnung reden, ans denen der Redner für seinen Zweck eine Auswahl treffen konnte. S. 9 ist 5 M. 8, 3. und Spr. 15, 24 unrichtig zitirt: in ersterer Stelle steht nicht טלחט, sondern □על הלה , in letzterer ist ein כיי zngesetzt. Sonst ist die Rede mit vieler Wärme gehalten, und sie hat ohne Zweifel den gewünschten Eindruck nicht verfehlt. Sehr zeitgemäß, ist folgende Ermahnung an die Konfirmanden: ״Werdet gute, nützliche und rechtschaffene Menschen, übet gern und Liebe und Erbarmen gegen die Meuschenbrüder weS Glaubens, weö Standes, wes Volkes sie auch seien. Schlaget sie um die düsteren, mit Blut geschriebenen Blättern unserer traurigen VersolgungSgeschichte! Es ist ein freundlicheres Licht ausgegangen am Horizonte der Völker und der Fürsten. Vergebet und vergesset." Glaubenseinheit und Glaubensfreiheit. Predigt, gehalten am Hüttenseste 5622 (49. September 1861) von Dr. A d. Iellinek, Pred. in Wien. 8. 13. ״Die Glaubeuöeinheit ist das höchste Ziel aller geschichtlichen Entwickelung, nnd die Glaubensfreiheit ist der breite Weg, der allgemälig dabin führt!" Dies der Hauptgedanke der vorliegenden, nach Anlage nnd Ausführung sehr gelungenen Festpredigt, welcher wir unter Juden und Christen zahlreiche Leser wünschen. Folgende Worte voll Licht und Kraft bilden den Schluß derselben: ״So wenig alle Völker je eine Sprache reden werden, ebensowenig werden alle Zeremonien irgend einer geschichtlichen Religion je d. Geltung erlangen, geübt und beobachtet werden bei allen Nationen der Erde. Nur e i n Wort wird den Lippen der gesammten Menschheit geläufig sei» , der Name Adonai und nur dieser Gott mit der reichen Fülle seines Wesens wird den Mittelpunkt der Glaubenseinheit bilden! — Jahrtausende können noch vorüberranschen, Millionen Geister werden die steilen Höhen des Denkens ersteigen. Millionen Dichter der Sehnsucht nach Befriedigung im Gleichmaße und Gleichklange der Worte Ausdruck geben, Millionen Redner die Saaten der reinen GotteSerkenntniß anSftreuen; Jrrthümer werden angehäuft, Zweifel aufaethürmt, Forschungen und Zergliedernngen auf allen Gebieten des Wissens gemacht werden; tiefes Wehe und bitterer Kummer wird die Menschheit erfassen, schwere Trübnnd Drangsale werden sie treffen, gewaltige Kämpfe in ihrer Mitte sich erheben; endlich aber kommt der große Tag, der Adonai znerkannt wird, ans dem Zweifel wird Wahrheit, aus der Schwankung Gewißheit, ans dem Dunkel Licht Hervorbrechen — und dies Alles erwarten wir von der Glaubensfreiheit! Sie, die Glaubensfreiheit, wird wie ein Stnrm dahinbransen über alle Gebilde des Wahnes, wie der rollende Donner die Diener der Lüge ansschrecken, wie der zündende Blitz die Götzenaltäre verzehren, wie der strömmende Regen die kahlen Herzen befruchten, wie der träufelnde Than die lechzenden Gemüther erquicken, wie der feurige Sonnenball Licht und Wärme ausgießen; die Luft wird milde nnd rein, der Himmel heiter und blau, die Erde ruhig und friedlich sein, und die ganze Menschheit wird in den Weltenchor einstimmen: Adonai einzig, und sein Name e i n z i g." Miszellen. XXVI. Die ״Bauleute" in der Mischna. Im 3. Jhrg. d. Bl. S. 7 wird die Vermuthnng ansgesprochen, daß der Name ״die Erbauer" schon in den Zeiten Nehemia's ein Ehrenname wurde, mit welchem man die guten und patriotisch gesinnten Bürger bezeichnete (Neh. 3, 37). Zugleich wird auf Ps. 1(8, 22. Mikw. 9, 6. und Sabb. 114, a. hingewiesen. Mir will es aber nicht einlenchten, daß sich diese Benennung noch lange nach der Zerstörung des Tempels erhalten habe; vielmehr halte ich dafür, daß die apgeführte Mischna in Mikwaoth von Bauleuten in eigentlicher Bedeutung spricht. Die Tosifta berechtigt nämlich zn der Annahme, daß in dieser Mischna nicht von , sondern von טיט die Rede sei. Der Lehm der Bauleute ist fester nnd kompakter, daher gibt derselbe auch von einer Seite eine Scheidewand (חציצה), was von dem nicht knnstgemäß bereiteten Lehm nicht gilt. טיט הכיל hat dieselbe Bedeutung, welche טיט הבוהוח in der 2. Mischna hat. G a l a tz. H. M. P i n e l e S. Leipzig, Lonimissions-Verlag von Franz Wagner. Szegedin, Verlag von Sigmund Üurger. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hiezu ein viertel Bogen Beilage.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.