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Ben Chananja · 1861-11-08 · 45 (8.11.1861) · p. Seite 384

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
45 (8.11.1861)
Date
1861-11-08
Page
Seite 384 (sequence 2)
Language
German
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384 mit Recht schließen laßt, daß jene vier Middot, die wir hier besprechen, sich von den übrigen unterscheiden, weniger einen herinenentischen, als ein ästhetischen Charakter haben, und daß sie als allgemein bekannt und üblich vorausgesetzt wurden. 4. R e gel: Der Vortrag gewinnt an Reiz für den Zuhörer wenn er durch Wort s p i e l e gewürzt wird. Das Wortspiel soll also nicht zur Erklärung oder Erhärtung eiueS ausgesprochenen Satzes dienen, sondern blos ein äugeuehincs Gefühl in dein Zuhörer Hervorrufen, und es beißt! die ä st h e t i s ch e Seite der Haggada verkennen, die Wortspiele derselben mit dem Maßstabe der Hermeneutik beurtheilen zu wollen. 5. Regel. Die Rede erhält einen Schmuck, der den Geist des Zuhörers angenehm berührt, wenn einzelne Worte in ihren Zahlwerth anfgelöst werden, um dadurch einen Punk! des Vortrages in ein Helles Liebt zu setzen. Soll z. B. dargestellt werde», daß der Diener Elieser allein eine Schaar von Dienern anfwog, so wird dem Zuhörer bemerkt, daß 318 אליעזר auömacht, gerade so viel sei die Zahl der חניכיו Abrahams, vergl. Bersech. R. o. 42. Uns wird dieser Geschmack sonderbar erscheinen; bedenkt mau aber, daß die hebräischen Buchstaben im gewöhnlichen Leben als Zahl- Zeichen gebraucht wurden, so mochte es die Zuhörer freuen, die Buchstaben eines Wortes in Zahlen verwandelt zu sehen. li. Regel. Der Vortrag verliert an Monotonie, wenn der Zuhörer durch die Auslösung einer׳ größer» Wortes in mehrere kleinere, oder durch die Umbildung des Buchstaben eines Wortes zu den Anfängen neuer ganzer Wörter überrascht wird. Diese Regel, unter den Namen Notarikon'^) bekannt, bis jetzt aber nicht als blos ästhetisch gewürdigt, begreift nian erst wenn v.ian erwägt. daß die Römer sehr viele Abreviaturen batten, und daß hier also auch das Fremdländische wie bei der 2. Regel mitwirkt. Lieft uran nun den Midrasch nach Anleitung dieses ästbetischen Kanons, so wird man weniger Willkür und mehr Normales in ihm finden, seine Komposition tvird uns verständlicher und wir werden oft in den Stand gesetzt, den ursprünglichen Vortrag von den später hinzugekommenen schriftstellerischen Elementen so wie von I n l e r p o l a t i oneu zu unterscheiden. Mau vergleiche und aualvsire zur Bestätigung unseres ästhetischen Kanons das 2. 3. und 5. Kapitel von Bcr. Rabba. *) Dü׳ altait Aemu'ii dcs '.UiMaviten stur itlir präzis. So ist z. B. dir A1,ßös»»a oo» ^חשכילי in חי אש כילל ganz richtig, da הי אש nach i'lrl drs Syrischen wie חש grlesrn wird. üur £ci(lcns1jeli1jiff)le (1c.s äf|ttfnml1. Aus dem Lateinischen. Von Dr. 51. Müller. Innozenz IV. An den heiligen Ludwig König der Franken (IR׳Lmen1׳nn1). Er ermahnt ihn, die Sucher des Thalmud verbrenneu zu lassen. Die ruchlose Treulosigkeit der Juden, von deren Herzen wegen des Unmaßes ihrer Frevel unser Erlöser den Schleier nicht gelüftet, sondern sic in der Blindheit, welche theilweise in Israel eingebrochen, noch beharren läßt, wie es sich geziemt, begeht, nicht daraus achtend, daß aus bloßer Barmherzigk. die Frömmigk. der Christ, sie aufnilnint und ihr Zusammenwohnen mit Geduld ertragt, Ungeheuerlichkeiten, welche die Hörer mit Staunen, d. Erzähler mit Schauer erfüllen. Denn undankbar dem Christus, welcher in Ueberstuf; seiner Langmuth ihre Bekehrung mit Geduld erwartet, ohne Scheu wegen ihrer Schuld, und auch nicht achtend die Ehrerbietung gegen die christl. Relig., folgen sie unter Hintansetznng oder Verachtung der mosais. Gesetze und der Proseten gewissen Ueberlieferungeu ihrer Aeltesten. Darüber schilt sie der Herr in Evangelium mit folgenden Worten: ״Warum übertretet ihr Gottes Gebot und habt es zu Nichte gemacht wegen euerer Ueberlieserungen, Menschenlehren und Gebote lehrend?" In solchen Ueberiieferungen nämlich (hebräisch heißen sie Thalmud; und cs ift dicß ein großes Buch bei ihnen, den Tert der Bibel weitaus überschreitend, in welchem Lästernngen gegen Gott, seinen Gesalbten nnd die selige Jungfrau sind, offenbare, verworrene Fabeln, irrige Mißbräuche und unerhörte Thorheiten) unterrichten sie ihre Söhne und ziehen sie groß und entfremden sie gänzlich der Lehre des Gesetzes nnd der Profeten. Sie besorgen nämlich, es möchten dieselben nach Einsebnng der Wahrheit, welche in denselben, nämlich dem Gesetze und den Profeten ist, die offenbar vom eiugebornen Gottessohne, der im Fleische erscheinen soll, Zeugnis! gibt, zum Glauben bekehrt werden und zu ihrem Erlöser in Demuth zurückkehren. Und damit nicht zusrieden machen sie zur Schmach des christlichen Glaubcns zu Ammen ihrer Kinder Christinen, mit denen sie viel Schmachvolles treiben. Darum müssen die Gläubigen sich fürchten, den göttlichen Grimme zu verfallen so lange sie dieselben aus unwürdige Weise treiben lassen werden, was unserem Glauben Verwirrung bereitet. Und vbwvl unser geliebter Sohn, der Kanzler voll Paris in der ״i-ncziim s;kt;i“ waltenden Doktoren im Auftrage unseres Vorgängers des Papstes Gregor seligen An-

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