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Ben Chananja · 1861-11-08 · 45 (8.11.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
45 (8.11.1861)
Date
1861-11-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 45. Zzegedin, den 8. Mmicmber 1861. (thananja. Vierter Jakrgrrng. Heransgekei und Redakteur: L. Löw, Lkerrakkiner zu Szegediu. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Präniiliicrationspreis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 fr., viercljährig 2 fl. vsterr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Jlhuwflirlplc sind an die Redaktion zu senden. Inserate sind an den Verleger S. Burger in Szcgcdin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Der ästhct. Kanon d. Hagg. V. vr. Jellinck. — Z. LeidcnSges. d. Thalmud. V. vr. A. Müller. — RabbinatSattgclegenheiteii.Dlon enicm deutschen Rabb. — Der Sohar. Von I. Stern. — Korrespondenz. (Ausland). Dresden. — Belgrad. — Amsterdam. — Posen. —‘3)\יi1* fand). Ans Mähren. — Wien. — Jankovncz. — Szcgcdin. — SnroS-Patak. — Lemberg. — Literärischc Anzeigen. JcitcleS hebr. Gebetet >4 Hecht'S Trostbccher. -- Jannasch Gejaugbuch. — Landsbergcr'S Rede. — Jclliucf'S Predigt. Angezcigt von ..HerauSg. — Miszellen. — Bcilgl^/ Zer ästhelislhe .Kanon Der ' ' . Von Dr. Adols Iellinef. Obwol es dem jüdischen Geiste, dessen schwächste Seite Mangel an strenger Methodik und an Formgewandtheit ist, fern lag, die öffentliche Rede, besonders die Haggadische, für welche eS bei den indo-europäischen Völkern keine Analogie gibt, nach den Regeln griechischer oder römischer Rhetoren einzurichten: so ist es doch höchst unwahrscheinlich, daß Belieben und Zufall allein bei der Abfassung haggadischer Borträge gewaltet hatten, und daß gar keine Normen über das relativ Schöne maßgebend gewesen wären. Ließen sich diese Normen fefthalten, so hätten wir einen Einblick in die Geschmacksrichtung, welche der Midrasch zu befriedigen suchte, und bestimmte Gesichtspunkte für dessen Formen gewonnen. Ich will nun den Versuch machen, die allgemeinen Umrisse eines ästhetischen Kanons festzuhalten, nach welchen mau die haggadische Rede ausgeführt hat. 1. Regel. Eine vorzutragende Wahrheit muß der haggadische Redner durch einen Bibelspruch beweisen, durch ein Gleichniß (Maschal) erläutern, durch einen Spruch im Munde des Volkes bekräftigen. Diese Regel gibt der Midrasch sebst an. Wir lesen nämlich im Midrasch Chassit: Anfang .וכולהון יש להן מקרא, ויש להם משל, ויש להם מליצה. Diese Fassung setzt voraus, daß die von uns aufgestellte erste Regel allgemein giltig war und daß sich der Midrasch auf sie als auf etwas Bekanntes bezieht. Vergleicht man nun die Midrasch-Fragmente aus älter» Reden (man muß nämlich zwischen dem Midrasch, der aus gehaltenen Reden hervorgegaugen, und jenen der ein schriftstellerisches Produkt ist, wol uuterscheiden) so wird man finde», daß in sehr vielen Fällen mit einen Schriftvers begonnen wird, dem dann ein Gleichniß oder ein Volksspruch folgt. Dies ist daher nicht Zufall, sondern die Beobachtung einer festftehenden Norm; und wenn von R. Meir berichtet wird, daß er viele Gleichnisse gedichtet hat, so werden wir dies so verstehen müssen, daß er in seinen Vorträgen durch eine Fülle von Meschalim sich auszeichuete. 2. N e g el. Die Aufmerksamkeit des Zuhörers wird rege gemacht und der Vortrag erhält ein neues Colorit, wenn anstatt eines bekannten ein fremdes Wort, oder wenn neben einem hebräischen noch ein fremdes gebraucht wird. Wir lesen nämlich im Aruch 8. v. אד־ורקי folgende alte Ueberlieferung ושמעתי מפי ר, משה הדרשן דל מעיר נרבונה זיל כחוב אדנדקי בהגדה שלך שכן דרך לכתוב בהגדות תיבות קשות. Dadurch wird die auffallende Erscheinung erklärt, daß im Midrasch Fremdwörter angebracht sind, wo sehr leicht ein hebräisches hätte gesetzt werden können, oder daß außer einen hebräischen noch ein fremdes steht. Vergl. z. B. Ber. R. e. 7 :מהדר להדר ומקיטון לקיטון; Midrasch Chas. 1, 1;בת טובים ובת נינוסין. 3. Regel. Die Schönheit des Vortrages wird erhöht durch die Auffindrurg von Analogie zwischen Zahlen und verwandten Personen z. B. zwischen David und Salomo, worüber wieder Midrasch Chas. zu vergleichen ist. Es ist nämlich bis jetzt nicht bemerkt worden, daß die 27—30 Midda in der Baraita R. Jose Ha-Gelilis — welche für uns hier in Betracht kommen — nicht mit כיצד an fangen, sondern durch מניין שדרשין eittgeleitek werden, was wol 616

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