Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 44 (1.11.1861)
- Date
- 1861-11-01
- Page
- Seite 379 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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379 ויגעו לריק ולמפה נפש כי הזהב הועם ויקרה מפנינים היתר! למרמס כלי הקדש השתפכו בראש כל חוצות ומעילין ותפילין ומסורת בכל סנה נפוצורת ובשחיתורת הרשע נלכדות כי יג' מדורת באף קסוצורת זולתי העטרה ושני ההמונים האלה השג השגו להציל וישליכו נפשם מנגר ובתלאות הביאוכם לבירוות הסליטי□: ומשכם נסעו כי מצאו אני׳ באה מעיר וויניצתאה המעטירה ויבואו קורסו ויבתאו ביד□ הרמוני□ והעטרה ש^תרית הפלטה הנוהרה המה 4שועי ארץ אשר הקדישו□ לעבודת הקדש בבית תפלתם הברונה: נכתב ונחתם פה ק״ק קורסו יום ו׳ לחדש טבת הרע׳ט. יפת בן מנשה סט. Es geschah im Jahre 5278 nach Erschaffung der Welt (1517 der übl. Zeitrechnung) int siebenten Monate am Laubhüttcnfeste als der grausame ni.d gcwaltthätige Mann, des hochgelobtcn heiligen Gottes Rachcwerkzcug und Zuchtruthe, nämlich Amnrad Bey, Statt- Halter zu Jerusalem, den Entschluß faßte, die Juden seiner Stadt und auch die zu Hebron zu überfallen, indem er dachte: Ich kann die Juden dieser beiden Städte um so leichter angrcifcn und ihrer Habe mich bemächtigen, als sie noch ganz ahnungslos sich unter mir sicher wähnen. Alsobald brachte er auch diesen Entschluß zur Ausführung. Am obenerwähnten Tage nämlich überfielen seine Leute die Inden zu Hebron, tödtcten eine große Menge von den zur Wehre sich stellenden Inden, plünderten und wüthetcn so, daß nur wenige dem Gemetzel entgehen und nach der Stadt Beirut sich flüchten könnten. Vor ihrer Flucht jedoch wollten sie noch die Bücher der h. Lehre nebst den h- Gcräthschastcn mit sich nehmen, konnten aber zu ihrem Kummer und Leidwesen trotz ihrer Anstrengung dazu nicht gelangen; denn das Gold war bereits entwendet und das, was kostbarer, als alle Schätze (die Thora-Rollen) zerrissen, in den Koth getreten, und Thorahüllcn und Gebctheriemcn 1c. lagen in den Straßenecken umhcrgeschleudert, durch der Frevler Hand zu Grund gerichtet und entweiht, da in Zorn sich umwandclt Gottes Barmherzigkeit. Mil Einsetzung ihres Lebens gelang eS ihnen jedoch eine Krone und zwei Granatäpfel (etwa עץ חיים?*) zu retten und mit sich nach Beirut zu bringen. Von hier zogen sie auf einem Schiffe der mächligcn Stadt Venedig nach Korfu und brachten mit sich diese Krone und diese Granatäpfel, als den einzigen Ucbcrrest ves heiligen Schatzes. Diese gehören demnach den Edlen aus dem heiligen Lande, welche derselbe zum Gottesdienste für ihre (künftige) Shnagoge zu Hebron bestimmt haben- Geschrieben und unterfertigt hier in der h. Gemeinde zn Korfu d. 6. des Monates Thcbet 5277. Jefet Sohll des Men affe h. Ich bemerke nur nach, daß das Dokument gewiß noch einen Zeugen hatte, wie es in der Regel sein soll, und die schon ganz am Rande stehende Unterschrift des Jefet k. läßt vermuthen, daß die Unterschrift später abgeschnitten wurde. Uebcr oas EinwaudernngSräthscl dieses Aktenstückes glaube ich vorläufig Folgendes sagen zu können. Da Hebron nachher wieder eine jüdische Gemeinde geworden und die in Korfu deponirten h. Geräthe nach ihrem Bestimmungsorte gebracht worden sind, ward das obenstehende Dokument als ein werthloses Pa- Pier angesehen und so konnte es ein (vielleicht ans Geldsammlung) ausgeschickter Korfiute hier in Mähren verloren haben. Noch muß ich be« *) Es sind Granatäpfel aus edlen Metallen mit welchen die Thorarollen geschiuückt werden: Maim. Sef, Thora 10, 4. I. Dea 282, 12 bei den Aschkenasim scheint der Schmuck nicht üblich gewesen zu sein. R e d. messen, daß die Abbreviatur סים neben der Unterschrift mir ebenfalls ein ungelößtcs Räthsel ist*). Lorresponden). Ausland. Mannheim, Mitte Oktober. Wenn eine Geschichte der jüdischeu Literatur auch den zn Main; erscheinenden ״Israeliten" sollte charakterisiren wollen, so kann der Verfasser sich die Mühe sparen die Jahrgänge zn lesen, ja selbst auch nur eine ganze Nnmmcr derselben: denn eine einzige Zeile reicht schon hin, dem Herausgeber tief in'S Herz zn blicken. Ich kann es Ihnen nicht verdenken, wenn Sie sich nicht mit ihm befassen und lobe cs vielmehr, aber Manches ist doch zu charakteristisch, als daß eS nicht registrirt werden sollte. Daß der vortreffliche Rabbiner Präger zn Mannheim leider schon mchrereMonate krank danieder liegt werden Sie wissen. Da bringt der Israelit schon vor mehreren Wochen die Nachricht seines Todes, aber so kalt und ohne ein Wort des Bedauerns, daß wer nur einen Funken menschlichen Gefühles besitzt, empört sein müßte. Doch Gottlob die Nachricht war falsch und wenn es schon auffallend ist, daß man in Mainz, so nahe von Mannheim, nicht wissen soll, ob der Rabbiner in letzterer Gemeinde noch lebt oder nicht, so wollen wir hiebei noch keine böswillige Absichtlichkeit annchmen. Aber Wochen vergingen, ohne daß Lehmann die von ihm verbreitete falsche Nachricht berichtigt. Endlich — Herr Präger lebt noch — kann er nicht umhin, eS zu thnn, aber wie thnt er cö? ״Wie wir erfahren, entbehrt die von uns in einer der vorigen Nummern gebrachte ״Privatmittheilung(?)" vom Ableben des Rabbiners Präger in Mannheim der Begründung." Er, Lehmann, der bei jeder Kleinigkeit, den Namen Gottes vergeblich anösprichl, hat hiefür kein ב״ה, auch keinen Wunsch, daß dem kranken Seelenhirten , Gatten und Bruder von Gott möge die ר״ש znTheil werden. So weit geht also der Haß der Parteileidenschast, so lieblos ist man gegen die Andersgesinnten, daß man seine Grausamkeit sogar ostensibel zur Schau trägt! Wo bleibt das בני ישראל רחמנים הם? Wer indessen die Grundsätze dieser Leute näher kennen zu lernen Gelegenheit hatte, wird sich dieses אכזריות nicht ändern.. Sie, für welche das — als ein göttliches מורירין ואינן מעלץ Gesetz heute noch in Kraft besteht, würden ihr Prinzip verleugnen, wenn sie ihre Freude bei dem Schmerze deren, die nicht ihrer VerfolgnngSsncht sich anschlicßen, verbergen sollten. Solche Menschen sind allerdings momentan gefährlich, denn sie gestatten sich jedes Mittel, aber von Dauer kann unmöglich ein solches Treiben sein. Der gesunde Sinn unseres Volkes wird sich nach und nach mit Abscheu von solchem Cynismus abwenden nnd erkennen, wer seine treuen Wächter des Glaubens, wer die wirklichen Hüter des Weinberges, ob die redlichen, gewissenhaften Lehrer, die trotz den Verfolgungen das Wort Gottes rein und lauter predigen oder die Stelzen und Ehrgeizigen, die durch Täuschungen und Verblendungen sich heben und wichtig mach:« wollen. Inland. rp. Wien, 27. Oktober. Es ist ein großer Jrrthum, in welchen die klerikale Partie besangen ist, zu glauben, daß die konkorvatliche Gesinnungen im Volke Wurzel faßte. Ein schlagender Beweis für die freie unbefangene Richtung des Volkes ist die Thatsache, daß sowol. Katholiken und Protestanten den Direktor Herrn Simon Szautü ersuchen, ihre Kinder in sein Knaben-Institut aufzunchmen. Natürlich ver- ) Es heißt: Siman Tob, ein bei sefardischen Unterschriften gewöhnlich vorkommender Zusatz. R e d.