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Ben Chananja · 1861-10-25 · 43 (25.10.1861) · p. Seite 373

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
43 (25.10.1861)
Date
1861-10-25
Page
Seite 373 (sequence 7)
Language
German
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373 Das; der מ ןc, ich c Xat mit hebräischen Buchstabe» geschrieben ist, beweist, Laß cs einst unter Leu Juden iu diese» Gegenden zirknlirte, we uiau chattäisch gesvrochen bat. Diese Sammlung mochte im gconäischen Zeitaller etwa kompilirt worden sein. Es ist uns übriv!cuo nicht bekannt, das; diese Sammlung irgendwo »amcntlich erwähnt Die Sammlung ist au und sür sich iuieressant, die Herausgabe derselben sehr oerdiensilich. Der Herausgeber hat mit vielem Flcißc den Tert pnnktirt, und mir gelehrten Noten aller Art versehen, sowol in rein filologischcr als in literarijcher Hinsicht. Ein Glossarium ist dem Werke angehängt, welches den Werth desselben erhöhet und das Lesen des Werkes sehr erleichtert. Es enthält dasselbe einfache Wortcrklärnngen, jedoch siuleu sich auch hie und da manche intcreffantc Bemerk»!!- gen eingesireuet, oder sonstige lehrreiche Nachwetsniigen gegeben. So $. B. im Art. טיטכום ist ans die thalmndischc Stelle טוט אמר יכ׳ aufmcrffam gemacht. Dieses Wort Tut tut ist nur Nachahmung eines Klanges wie cs derlei in allen Sprachen gibt l:l). Im Art. קוקיס ist manche natnr-hisiorische Notiz gegeben "). Zin Art. ,שודאך ist manche Erklärung des etymologisch nicht ganz klaren thalmitdischen Ansdruck שודא דרייני vorgesührt. Dieses Glossarium, vbwol es keine besondere literarische Ansprnche macht, hätte dennoch ans manche biblische und thalmndische Wörter ausmerksam machen können, die näher als das arabische liegen. So z. B. im Art. אגן hätte auf das biblische אגן ansmerksam gemacht werden sollen. Im Art. עריה ans das Biblische Habaknk 3,!>) hingedeutet werden sollen. In תוא hätte das lhalm. ת י הא על הראשונות angeführt werden mögen. Im Art. חביבאית wäre das thalmndischc :תכף anznsührcn gewesen. Im Art. הרבותא wäre das תרבות אנשים הטאים am rechten Platze gewesen, so wie auch der chaimudischc Ausdruck בני תרבות. Wir hätten diese Andeutungen hier gar nicht gegeben, wenn wir nicht gesehen hätten , daß der Bersasscr das Arabische in Anspruch nimmt, welches doch viel ferner liegt, und genau genommen zur eigentlichen Erklärung nicht viel beiträgt. Der Herausgeber hat dieser Sammlung eine lauge Einleitung (über 150 Seiten stark) vorangcschickt, welche Material aller Art zur Betrachtung dem Leser darbietet. Hätte der Verfasser diese Einleitung mehr logisch angcordnet, oder wenigstens dieselbe in gewisse Abschnitte gcthcilt mit besonderu Ucberschriften versehen. so hätte er dadurch den Werth derselben erhöben können: die jetzt nur gelehrte Einleitnng hätte dadurch auch lehrreich werden können. Die Grundidee der Einleitung ist, daß die alten griechischen Fabeln ursprünglich dem Hebräischen entnommen sind. Die Möglichkeit dieser Behanplnng ist nicht zu widerlegen, die Wirklichkeit derselben ist nicht zu beweisen. Wir lassen diese Behauptung übrigens auf sich beruhen. Die Brücken die einst diese Fabeln verbunden haben, hat die Zeit hinter sich abgebrochen. Die bloße Beruiuthnng, die aus einem einzelnen Haar eine Brücke bauet, kann nur die Fantasie eines einzelnen hinüber tragen, ist aber nicht für den allgemeinen Gebrauch bestimmt. Die Priorität der Gedanken zu kennen, hat einen großen Reitz für den Forscher. Es hat dies keinen Einfluß auf den Gedanken selbst. Die innere Schönheit und Wahrheit desselben gibt ihm seinen eigentltchcn Werth. Für allgemeine kultur-historische Zwecke ist die Kenntniß der Anfeinanderfolge der Gedanken nützlich zu wissen. Die Literaturgeschichte enthält ten Stammbanm der Gedanken. Selbst wo die Priorität bekannt ist. fehlt oft die Brücke, den Zusammenhang nachznweisen. Es sind dieselben als interessante Parallelen zu betrachte», und als solche erhält jedes für sich seinen Werth. Im Midrasch findet sich noch der Ausdruck ״שה0<* ^ורג) ("את העולם webte die Well." Diese Fräse ist oft in den Hieroglifcn. Daß die Hieroglifcu älter sind als der Midrasch ist sicher. Daß aber der Mierasch von den Hicroglifen nichts wußte, darf man für eben so sicher halten. Prvtagoraö versprach seinen Schülern, daß sie durch Dialektik — die er sie lehrte — so zu sagen, schwarz in weiß verwandeln können werden 1,). Im Thalmud heißt es ״mau nininu keinen unter die Sanhcdrln ans, der nicht das Schercz mit 150 Ursachen für rein erklären kann", (לטהר שרץ בק״ן טעמים) d. h. mit einfachen Worten, der nicht ein großer Dialektiker ist. Beispiele dieser Art könnten viele gegeben werden, wenn hier der Ort dazu wäre. Zu seiner Zeit wird eö geschehen. (Diese hier angcführten Stellen werden auch znr Zeit näher betrachtet werden.) Die Fäden, welche das Gr i e ch i sch e mit dem Hc b r ä i f ch e n — nach der Hipotheie des Verfassers — znsammenhalten sollkcn. sind sehr schwach. Daß Allgemeines znsaiumenhängt, liegt in der Natur der Sache. Die menschliche Natur hat sich ja nicht verändert. Sie war nnd ist immer dieselbe. Der Werth der Einigkeit von Geschwistern hat — wenn ein Grieche darüber — »ach der Hypotese des Verfassers — sprechen sollte — die Mythe von den feindlichen Brüdern vor Augen. Sollte ein Jude davon sprechen, so könnte ihm die Geschichte von Salomo und Adonijah entgcgcntrcten (Könige I.) Aber man bedarf keiner Staatsaktion dazu, das alltägliche Leben kann Beispiele in Fülle dazu liefern, (flach dem Gesagten, wird man in der Fabel Babrioö 47 vom Greise und dem Bündel nicht n. s. f. keines biblischen HintcrgrnndeS (Psalm. 131, 1) bciürfen, wie der Verfasser (Eitileitnng S. 94) den Leser überreden will "׳). Levp. DnkcS. (Schluß folgt.) Anmerkungen. ') L essi n g, Herder, Herzberg, Hartung (die 2 letzgcnannten in dem Vorworte ihrer Uebersctzung d. Fabeln des Babrioö). 2) Die kleine Sammlung genannt משלי איזוסיטי ist auch so einfach geschrieben. Vergl. nnser Nachal Ke dum im S. 57. ^) Vergl. darüber nnser Ben Gabirol S. 32. Wir haben bereits im Nachal Kedunim S. 57 aufmerksam gemacht, daß die Fabel des Midrasch zu den Worten כי כבד לב 0רעה mit einer Fabel im Ealila iu Beziehung stehen. Vergl. auch die Einleitung dcö Verfassers S. 83. ') Das משלי שועלים und die bekannten Fabeln von La sontainc stehen demselben nahe. •') Wie ״ מילתא דבדיהותאScherzworte" 11. a. tu. fi) Im chaldäischcn Idiom des Midrasch fehlt das 'א zu Anfang vieler Wörter. So z. B. תימת A t h e n (A ruch Art. הבץ) im Thalmud heißt es אתוני• Im jcrusalemischeu Dialekte heißt z. B. ראבא nur ר* בא u. a. m. Die Worte הכימא רבה beziehen sich natürlich auf A e s o p, er ist hier ״der große Weise" genannt. Vergl. auch die Einleitung des Herausgebers S. 118. 7) Vergl. unsere Blumenlese S. 8 ff. 8) ES mag hier bemerkt sein. daß דקולאי K orbslechter heißen. (A r u ch Art. דקל Nr. 1). Das שיחת רקלים könnte also auch heißen ״Fabeln oder Erzählungen der Korbflechter." Es wäre etwa wie das משלות כובסין• Der eigentliche Unterschied ist jetzt nicht mehr zu bestimmen vergl. auch Note 10.ן 9) A e l i a n: vermischte Nachrichten XIII 18. Vergl. auch unsere Blumenlese S. 122 Nr. 131. 10) Vergl. oben Note 8. Wir haben bereits oben (S. 122) eine Notiz über das Wort בובסין gegeben.

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