Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 43 (25.10.1861)
- Date
- 1861-10-25
- Page
- Seite 372 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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372 gehalten, er sei aber andern Sinnes worden, nachdem er dasselbe bei dem Kabbalisten Abraham Afntai (gest. 104-1) ^itirt gesunden (Ainndc Schani. 22, b). Äorrespon-en). Straßburg, im Oktober. Der vor einigen Jahren gegrünbete T h a l m 1t d - X Hora Verein, der die Beförderung des Unterricht tes der religiösen Studien zum Zwecke hat, feierte Samstag, den 12. l. M. ein solennes Fest. Viele wohnten dieser Feierlichkeit bei, die für dieses vortreffliche Institut die lebhaftesten Sympatiecn hegten und kund gaben. Es handelte sich um die Vcrthciluug der Preise für die zahlreichen, den Kurs besuchenden Schüler. Der Feier gingen vcrschicdcne Lieder, gesungen von einigen jungen Mädchen unter der Direktion der Malle B l n m, der Vorsteherin unserer Kleinkinderbcwahranstack voran. Unter den Anwesenden geivahrtcu wir den Herrn Oberrabbincr L. Bloch, den Präsidenten der Gesellschaft nnd mehrere Mitglieder des Komite'S. Auch daö Konsistorinm und die Tempellommission waren bei der Feier vertreten. Herr Simon Lambert, Sekretär des Vereines, hob in einer begeisterten Rede die moralischcn und finanziellen Fortschritte d. V. hervor; er sieht zu seiner Freude nicht nur gestärkt und gekräftigt den Verein, sondern auch, Dank dem wirksamen Streben der Mitglieder nnd dem unermüdlichen Eifer der Synagogcnkommission, seine Zukunft gesichert. Nun gibt er über daö Wirken des Vereines Nachricht. Im verflossenen Jahre besuchten den Kurs!)4 junge Mädchen, die unter der Leitung der Malle Blum und Nerson standen. Die Knabenklassc zählte 04 Schüler, denen die Herren Bloch. Hagcnaner und Löwh mit vielen! Eifer Vorständen. Die Neve des Herrn Oberrabbiners beschloß die schöne Feierlichkeit. Nach dem ,,lien (!'Israel׳‘ von S. L. Literarische Anzeigen. □ מחליא דסוס׳• Die Fabeln des SofoS. Syrisches Original der griechiichcn Fabeln des Sophoü re. Mit deutscher Ucbcrsctzung von vr. I. Landsberger, Posen 185!). 8. Fabel — die!»genannte aesopische — ist die große Lehrerin der Menschheit gewesen, nnd ist es noch. Fabel ist Kreis, und die M a r i in e oder S p r i ch wort ist der Punkt darin. Eö ist hier unsere Absicht nicht, über Fabel überhaupt zu sprechen — dieses haben bereits ausgezeichnete Männer gelhan '). Hier wollen wir nur die Aufmerksamkeit des Lesers auf das genannte Buch lenken; ohne übrigens eine 'kunstgerechte Rezension darüber schreiben zu wolle». Diese Sammlung — dies mag hier gleich zu Anfang bemerkt werden — ist sehr einfach und schmucklos geschrieben, ohne irgend eine rhetorische Zuthat. D. Fab. enthalten blos den Gedanken, welchen sie verkörpern, und nichts mehr. Sie sind in ihrer Form wie die Fabeln des Aeiop und Lokman׳). Diese schmucklose Form hat Lessing für das Muster der Fabel gehalten, und seine eigenen darnach gefertigt. Das arabische Kelila vadimnah *) ist in einem geschmückten Style geschrieben, rhetorische Details enthaltend und mit Marimen durchwebt4). Der allgemeine Titel der uns vorliegenden Sammlung ist מתלא רסוי!וס vder מילתא דסד• Das edlere ist das Richtige, jedoch ist daS letztere kein Fehler. da es bloß die allgemeine Bedeutung Worte Sachen hat, und ist iin Thalwnd iu allerlei Zusammensetzungen gebraucht ז־'). Der Name D1D1D ist wol nur eine syrische Korruption des WoneS Aesop *׳). Die Annahme, daß der griechische Aesop der hebr. Psalmdichter Assas i5אםי) fein soll, ist ganz ans der Luft gegriffen. Derartige Behauptungen sind keiner ernsten Wiedcrlegung wcrth. In der Bibel sowol als in! Thalmnd ist nickt erwähnt daß Assas Fabcln verfertigte, und so hat die Sache ein Ende. Die Araber scheinen nichts von Aesop gewußt zu haben. Im "מוסרי הפילום wo so viele. z»m Tbcil febr korrninpirte, Namen Vorkommen, ist der Name Aesop nicht zu finden. Lokman hat Aes v p ö Platz bei den Arabern eingenommen. Man bat auch zuweilen bcbanplct. daß Aesop gar nicht criötirtc. Auch diese Behauptung ist nicht hoch anznschlagen. Seiner Erisstenz stehet nichts im Wege. Er braucht übrigens nicht alle Fabeln gemacht zu haben, die man ihm znschrcibt. Zn Ende einer jeden Fabel ist die Moral derselben angegeben. Sie ist mit den Worten eingcfübrt ״ מלחא הדאdieses lehrt." Es erinnert dieses an die thalmnbischc Fräse .הרי 1" בא ללמר Die Moral der Fabel ist zu einer Marime oder zu einer allgemeinen Neflerion verdichtet. Im Thalmnd sind auch viele acfopische Fabeln zerstreuet, da aber dieselben dort nur irgend einem Vortrage eingeschaltet waren,!0 ist keine Moral zu Ende angegeben. (Vergl. auch weiter unten). Die Thalmndistcn haben zuweilen eine Bibclstellc als eine Art Moral zu den Fabeln gebraucht. So wie man auch VolkSsprüch- Wörter mit Bibelsprüchen in Zusammenhang gebracht hat7) zur gegenfettigen Erläntcrnng, so hat man auch eine Bibelstelle in Verbindung mit irgend einer Fabel gebracht. Man hat so die Bibelstellen belebt nnd handelnd angeführt und zur prakttfchen Anschauung gebracht. Was der Allegoriker mit den Erzählungen nnd den Zercmonialgesetzen gethan hat, habe» dieselben mir den etiizelnen Sprüchen gethan. Sie haben dem Körper eine Seele gegeben. Die Allegorie stehet oft ferne von dem Inhalte, die Marime fleht zur Fabel in der näckstcn Verbindung, sic sind beide rein menschlich"). Die Thierfabel ist die allgemein betannkc. Banmsabeln sind feiten. In der vorliegenden Sammlung ist eine. Vergl. übrigens Blnmenlese S. 208 Nr. 400. Vielleicht ist das שיחת דקלים B a n infabeln bedeutend Der thalmudifche Anödrnck ״ משלי שועליםFnchSsabelu" scheint der eigentl. Ausdruck für acfopische Fabel zu!ein, d. h. Thierf a b e l im Allgemeinen. In diesem Ausdruck erscheint der FttchS zuerst in der Qualität, iu welcher er später allgemein bekannt geworden nnd ins Sprichwort übergangen ist. Er ist so als der Repräsentant von List und Bersch in i; theit geworden. In der Bibel (hat) sich noch nicht der Begriff der List an den Fuchs geknüpft. Eö ist vielmehr der Begriff der Verächtlichkeit daran geknüpft. ״Kleine Füchse verderben den Weinberg" sic haben dies einst gethan, und thuu es noch. Solche Fräsen begegnen uns im Thalmnd. Es findet sich manche thalmudische Fräse, worin ״Löwe" und ״Fuchs" gegenüber gestellt ist. So in der thalmudische« Fräse ארי ״ שאמרה 5עשה שועלder Löwe von dem du gesprochen hast, ist ein Fuchs geworden." Ein alter gricchiicher Weiser sagte ebenso ״die Löwen Griechenlands sind in Jonien Füchse geworden Der Zusammenhang solcher Fräsen mit irgend einer bestimmten Fabel ist gar nicht nothwendig. Vielmehr find solche Fräsen älter als alle Fabeln. (Vergl. auch weiter unten). Der thalmudische Ausdruck משלות בובסי ist nicht sehr klar. Man weiß nicht ob es zur Klasse der ae so p i scheu Fabel oder zur Klasse der Mä h rch en gerechnet werden soll. DaS Wort כובסין!elbst kann sowol ״Wäscher" als auch ״Korbmacher" bedeuten "). Der Name deS Sammlers oder UeberfetzerS dieser s y r i s ch e >t Sammlung ist nicht bekannt. In dem Buche selbst ist nichts, das aus irgend eine Entdecknng desselben führeu könnte.