Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 42 (18.10.1861)
- Date
- 1861-10-18
- Page
- Seite 363 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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363 Söhne Ahrons am VcrsöhnungStage gelesen wird. 71. a. Eine Sage erzählt, wie R. Jesa und R. Chisk. auf einer Reise mit einem Todten in ein Gespräch sich einließen, der Todte erzählte, wie einst durch ein ס״ח ססול welches man zu ihnen brachte großes Unglück geschehen wäre, wenn nicht der bei ihnen begrabene R. Elasar sich ins Mittel gelegt hätte. — 80. b. Ein kurzes Reisegespräch über Reinheit und Heiligkeit 110. b. Wunderbares Abenteuer, der dabei gehaltene Vortrag fehlt hier und ist im Sohar chadasch 40. b. nachzulesen. 115. a. Ende der Sidrah. Auf der Reise kamen sie in eine Höhle, wo R. Chija nach Art der schlechten Darschanim gezwungene Dikdukim aufstellt um sie nach seiner Weise beantworten zu können. Ibid. b. gibt er im Namen R. Elas. eine ״neue Sache" zum besten in welcher לכלותם בגין האי כיה דבגוויהו die Ponikc bildet, in Folge welcher das בן יכבה אב ans R. Elas. bezogen wird. — 122. a. Ein kurzer Neisevortrag über Buße, in welchem der so populär gewordene Grundsatz ausgesprochen ist: היבא הדבעלמא קל קולא דכמה אהרינין בגיניה ווי להייבא ווי לשביבי׳ soll heißen 157 לשיבבי׳. R. Ehisk. und R. Jesa bec^gnen auf der Reise dem von den babylouischen ״Genossen" an R. S. gesandten R. Chagi, der in richtiger Eregese verschiedene Meinungen in Koheleth angeführt findet. Doch ist die Erkl. des לכהם keine gelungene. 168. a. Zwei Reisende kehren in einem Dorfe bei der Wittwc der R. Hamnuna Saba ein, deren kleiner Sohn, als er aus der Schule kam, sich den Gästen nicht nähern wollte, weil er aus dem Gerüche ihres Gewandes erkannte, daß sie an diesem Tag das Schma zu lesen unterließen. Beim Speisen hält der Jennka ihnen einen Vortrag über die Mystik des Händewaschens. Als er in seinen 'מילי דאו׳ והדושי או fortfnhr riefen sie האי ינוקא לאו ב״ג הוא! Er trägt dann Halachisches über זמון vor. Als die Mutter ein ״böses Auge" von Seite der Gäste fürchtet, witzelt der Sohn diese Furcht weg, er ist, sagt er, der Sohn Hamnunas und Nun ist Fisch, über den bekanntlich das ״böse Auge" keine Macht hat — bei welcher Gelegenheit er dann auf המלאך הגואל zu sprechen kommt. 188. Zu N. S. angelangt stimmt er der Meinung von der Uebermenschlichkeit dieses Jenuka bei, und N. Elas. kann dem Verlangen, dieses Wunderkind zu besuchen, nicht widerstehen, wie auch gleich nach einer kleinen Unterbrechung erzählt wird, daß derselbe auf einer Reise zu seinem Schwiegervater, einen Unweg nicht schenkte, um den Jenuka zu sehen. Wie früher das ק״ש, so ermittelte er jetzt durch den Geruch den Inhalt ihrer Unterhaltung, und R. Elas. spricht seine Bewunderung aus. In kriegerischen Bildern werden die Disputationen und abwechselnde Vorträge geführt, bei welchen der Jenuka sich den Heroen des Sohars ebenbürtig zeigt. Nach den Vorträgen vindizirt er sich das Recht das Tischgebet vorbeten zu dürfen, u. leitet dasselbe mit einigen kasualen Worten ein. R. S. verspr. diesem Wunderkinde keine Zukunft 'לא סליק בשמא - אעא דקיק כד סליק נהודא סל דלסום שעתי׳. Das Folgende 192. a. scheint zu dem 193. a. beginnenden Reisegespräch zu gehören, mit welchem es auch *) Hier könnte Herr D1\ Jellinck eine Beziehung zu seiner Konjektur betreffs des ersten Planes der Sohariten finden, wenn das Ganze nicht so sehr unter dem Niveau des SoharS stünde. besser zusainmen paßt. Zn merken ist ibid. b. יהללוך זר ולא — סיך. — Es lobe Dich der Fremde, wo nicht — so Dein eigener Mund. 267. a. Ein Besuch bei dem kranken R. Jose — 298. ein kurzes Reisegespräch, das hier schwerlich am rechten Orte ist. (Fortsetzung folgt.) , Korrespondenz. Altsland. Köln, im Oktober. Sic haben ohne Zweifel von der monumentalen Synagoge gehört, welche hier mit einem ungewöhnlichen Pomp cingcwcicht worden, und es interessirt Sie vielleicht, über die inncrn Zustände einer so zahlreichen und wohlhabenden Gemeinde, wie die hiesige, etwas Näheres zu erfahren. Viel Erfreuliches ist zwar in dieser Beziehung nicht zn berichten. Bon der äußern Pracht auf die innere Gediegenheit einen Schluß zn ziehen ist am wenigsten gestattet bei einer Gemeinde, die sich eben erst zu konstituiren beginnt. Allerdings sind schon zn Anfang dieses Jahrhunderts einige Inden aus der Umgegcnd Köln'S hicher gezogen, aber erst im Lause des letzten Jahrzehcnts hat sich die bis dahin nur 40—50 Familien zählende Gemeinde um das Zehnfache vermehrt, und erst unmittelbar vor der Einweihung der neuen Synagogen hat sie ihre jetzige Konstitution erhalten. Fünfzehn Repräsentanten und fünf Borstandsmitglieder nebst einigen Stell- Vertretern wurden in aller Eile gewählt: ein Rabbiner war schon srüher ans die Empfehlung eines baicrischen §....«, der in Jernsalein war und sich dem dortigen R. Schwarz, dem Onkel des hiesigen Rabbiners, gefällig zeigen wollte, durch Vermittlung eines süddeutschen Baiiguicrs dem hiesigen Vanquier Oppenheim empfohlen, und von der Gemeinde, welche dem Erbauer der neuen Synagoge nichts abschlagen durfte, provisorisch angestellt; ein gemischter Chor zum Behufc der Einweihung wurde, Dank der Mitwirkung zweier jüdischen Sangerinnen, welche sich hier für'ö Theater ausbildeu, und Dank dem gutcn Willen unserer jüdischen Jugend, vortrefflich cingeschult; sämuitliche Rabbincn der Rheinlande und Westfalens waren zur Verherrlichung des Festes eingeladen; Kosten brauchten nicht gescheut zu werden. So konnte man mit wahrhaft nordamerikanischer Geschwindigkeit und so zu sagen per Dampf ein Fest und eine Gemeiudc improvisireu, wodurch wenigstens für« den Augenblick nach Außen hin der Würde des Indenthumö Genüge geschah. Mehr wollte, mehr konnte man für'S Erste nicht erzielen. Aber der Rausch der Festlichkeiten war noch nicht verstoffen, als man schon die innere Leere, die Halt- und Gehaltlosigkeit von Bestrebungen empfand, welchen der heilige Geist fehlte. Cs kann von einer so jungen Gem., wie die hies., die nur aus Geschäftsleuten besteht, und nicht Einen jüdischen Gelehrten in ihrer Mitte zählt, nicht verlangt werden, daß sie in dem Streite zwischen Reform und Orthodoric, der unter den jüdischen Gelehrten seit mehr als einem halben Jahrhunderte ausgebrochen ist und heute seinem Ende entgegen zu gehen scheint, sogleich die rechte Mitte herausfinde, welche gleich entfernt von einer bodenlosen Neformsncht und einer ebenso lebensunfähigen Romantik ist — zwei Klippen, die dem Judenthum ח״ל den Untergang bringen würden, wenn nicht ein neuer frischer Lebenshauch die heutige Generation der jüdischen Gelehrten beseelte. — Aber gerade weil die hiesige Gemeinde in sich selbst nicht einen einzigen Mann hat, der einiger Maßen mit den gegenwärtigen Bedürfnissen des JudeuthumS und dem Stande der jüdischen Wiffenichaft vertrant ist, gerade deshalb weil es in ihr keinen Repräsentanten und kein Bor-