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Ben Chananja · 1861-10-11 · 41 (11.10.1861) · p. Seite 357

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
41 (11.10.1861)
Date
1861-10-11
Page
Seite 357 (sequence 7)
Language
German
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357 jüd. Literatur. Zn seinem ersten Programme verspricht der Verein, den Scfardim besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Eine kritische Ausgabe sämmtlichcr, grammatischer, crcgetischcr, rcligionssilososischer und poctischer Schriften Abraham Aben Esra's mit einer wissenschaftlichen Einleitung und der Biografie dcö Vers.'S wäre ein Werk von moiiumentaler Acdcntniig. Wer den Aben Esra studiren will, muß hcutzurage mit einer kleinen, viele hetrogcue Elemente enthaltenden Bibliothck versehen sein, um nur die Werke seines Antor'S vor sich zu haben. Zur wissenschaftlichen Derständniß desselben hat Nachman Kr och mal einen bedeutenden Beitrag geliefert, welchen der Bearbeiter der Einleitnng sicherlich dankbar benützen würde. Die poetischen Sachen sind noch gar nicht gesammelt erschienen. Selbst christl. Gelehrte würden eine Gcsammtansgabe Aben Esra's zu würdigen wissen. Die ersten bisher!- gen Anmeldungen bei der Ncd. d. Ha-Maggid sind von dem Ned. d. Bl. und von H. Bodek in Leipzig unterzeichnet, Dr. Goldstein, der siebe» Jahre hindurch Polizciarzt war, und vor kurzem resignirte, hat von den hiesigen Polizcibeamten einen Ehrenpokal und eine Dankadresse erhalte». Inland. © Lemberg, l. Oktober. Mit dem ersten des kommenden Monates wird ein neues Journal. ״Ha-Zir" (der Bote), politisch-lechnisch-belletristischeu Inhalts über Stapel laufe». Redakteur: Jsak Wcincrt. Jäbrl. Preis: « fl. 40 kr. Der Red. verspricht nicht nur jedem Sammler von >0 Pränumeranten ein Gratiscremplar. sondern er macht sich auch anheischig, den 10. Thcil der ans einer Gemeinde eingclanfencn PränumcrationSgcldcr zu Gunsten der betressenden Gcmeindearmen zu vcrzehnten. Die Aussätze der vorl. Probenummcr sind in clegante m Hebräisch ab ge saßt. Wien, 2. Oktober. Von dem rühmlich bekannten Di׳. Aloiö M üller ist erschienen: Astartc. Ein Beitrag zur Mythologie des Orientalischen Alterchnms. (Wir werden den Inhalt dieser interessanten Monografie nächstens unseren Lesern vorführen. Red.). Arad, Anfangs Oktober. Die hiesige Knltusgcmeinde beschloß jüngst die Ausarbeitung neuer Gemeindestatutcn. Z» diesem Bchnfe wurde eine Kommission ernannt, bestehend aus Herren: Leopold Epstein, als Präses, Heinrich Blau, Marimilian Herz, I. F. Ehorin, Josef Hirschmanu, Sigmund Lustig, Gustav May, M. A. Poliak, Jakob Schöpfest, Johann Tcrsch, Paul Wallsisch und Leopold Rosenberg als Noiär. Die Arbeit ist vollendet und auch im Druck erschienen. Szegedin, Ansangs Oktober. Die hiesige Gemeinde hat in einer diese Tage abgehaltcnen Sitzung des Vorstandes und der Nepräsentanz neuerdings 1000 fl. ö. W. jährlich für UntcrrichtSzwecke votirt. Die Schule ist um eine VorbcreitungSklasse vermehrt, und für höher» hebräischen Unterricht ist ein eigener Lehrer angestcllt worden. Auch der Franeuverein vermehrt seine Mittel und erweitert seinen Wirkungskreis, indem er fortan nicht nur wie bisher der Ausheiratung armer Bräute und der Bekleidung armer Mädchen, sondern auch der Erziehung verwaister Mädchen seine Aufmerksamkeit und Sorgfalt widmen wird. || Sütov-Nlja-Ujhely, 5. Oktober. Krupka, Gabella, Briefelgeld! Es sind dies Synonyme, die ven Flcischkrcuzcr bezeichnen, durch welchen in den meisten jüdischen Gemeinden iu Ungarn die Gemcindcbedürfnisse gedeckt werden. Diese indirekte Abgabe hat allerdings den Vorzug der Eindringlichkeit für sich: sie ist aber im höchsten Grade ungerecht, indem sie den Reichen, der keine oder kleine Familie hat, fast steuerfrei macht, den armen Handwerker dagegen, der jüdische Gesellen beschäftiget und verköstiget, weit über die Gebühr besteuert: Manche Gemeinden haben daher die indirekte und ungerechte Gemeindestener in eine direkte und gerechte Steuer verwandelt. Dieses Beispiel hat nun auch bei vielen Mitgliedern der hiesigen Gemeinde Anklang gefunden. Die Orthodoxie widersetzt sich aber hartnäckig der Einführung der direkten Kultuösteucr, und zwar nicht nur deshalb, weil sie den Neuerern nicht nachgcben will, sondern weil sic befürchtet, daß ein Tbcil der Gemeinde nach Eiusührnng der direkten Besteuerung die Lehre und den Rath der Frommen in Frankfurt und Mainz befolgen, und sich zu einer besondere Gemeinde mit progressiver Tendenz konstitniren werde. Diese Bcsorgniß ist auch gar nicht ungcgründct; denn daß der progressive Thcil der hiesigen Gemeinde mit der Absicht umgehe, eine Synagoge zu gründen , und in derselben Chorgesang und Predigt in ungarischer Sprache cinznführcn. unterliegt keinem Zweifel. Die Krupkafrage ist auch schon bei der Komitatö-Kongregation zur Sprache gekommen. Ein jüd. Arzt, Mitglied des Komitals-Ausschusscö, stellte die Behauptung ans, daß die Krupka von der Mosaischen Religion unzertrennlich sei, indem nur ans diese Weife die religiöse» Institute erhalten werden können. Ein anderes jüd. Mitglied des AusschnsscS (Hr. Kohn) scheute sich nicht, den krupkaistischcn Doktor zu eriunern, daß ja er, der Herr Doktor selbst, in sein eigenes Haus noch niemals ein Pfund mit der Krupka verzolltes Fleisch habe holen lassen. Was würden auch fügte er hinzu, die Gemeinden Mosaischen Glaubens ansangen. wenn in irgend einem Jahre eine verheerende Viehseuche ausbräche? Wie würden dann die religiösen Anstalten erhalten werden? — Der Gegenstand ist einer Kommission zur Berichterstattung überwieseu. Unter den vorwaltenden Umständen dürfte die Entscheidung längcre Zeit auf sich warten lassen. Miszellen. XXI. Erörterung der noch nicht erklärten Stelle im Midrasch r. Gen. Absch. 3 Sekt.. 44: חשיכה זו יון שהחשיכה עיניהם שד ישר^ד בגורותיה, שהיה אומרת לישראל כתבו על קרן השור שאין לכם חלק באלהי ישראל. Daß im Thalinud und Midrasch häufig griechische und römische Sprichwörter und Redensarten Vorkommen hat Herr D1\ Sachs in seinein trefflichen Werke: Beiträge zur Sprach- und Altcrthumskundc sattsam nachgcwiesen, auch die in der Ueberschrist angeführte Stelle ist meines Bedünkens nichts anderes, als die Nachbildung einer griechischen und römischen Redeweise. Es ist nämlich aus den Büchern der Makkabäer hinlänglich bekannt, welchen heillosen Schacher man während deö 2. Tempels zur Zeit, als Judäa unter der syrisch-griechischen Herrschaft stand, mit der Würde des Hohenpriesteramtcs trieb und wie die Simonie dazumal ihren Gipfelpunkt erreicht hatte. Nicht der, welcher die Dignität und Legitimität für sich hatte, sondern der, welcher der syrischen Regierung größere Summe» Geldes aubot, wurde zum Hohenpriester ernannt. Jason, MenelauS und AlkimoS gelaugten zu dieser Würde, ohne einen rechtmäßigen Anspruch darauf zu haben, bloö durch Geldbestechungen: allein mit dem allein begnügte sich die griechische Negierung noch nicht; vielmehr mußten sich die Usurpatoren nebst ihren Geldbestechungen noch verpflichten, unter ihrem Regim durch ihren Einfluß dahin zu wirken, die väterliche Religion nach und nach ans dem jüdischen Leben zu verdrängen, die Juden zil hellenesiren und griechischen Götzendienst und Sitten einzusühreu. Es ist ferner bekannt, daß bei den Griechen und Römern Geldmünzen meistens mit Bildnissen von Thieren versehen war, daher auch bei den Römern p66uuir1 Geld von peeus hieß, bei den Grieche»

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