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Ben Chananja · 1861-10-11 · 41 (11.10.1861) · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
41 (11.10.1861)
Date
1861-10-11
Page
Seite 356 (sequence 6)
Language
German
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356 jener Stelle Ehag. 13 b. zu sprechen. Allenfalls aber scheint uns Sandalfon die freithätigc Entwickelung, welcher mit dem Ausdrucke ״שהוא גבוה וכ'" der Vorrang eingeranmt wird über die starre Erhabenheit der Engel, so wie (Bab. bathr. 12 n) der הכם über den נביא gcsetzt wird. Aorrefpondenz. Ausland. Pholtzbourg, im September. An! Grabe des hiesigen christlichcn Bürgermeisters Parmcntier hat der Rabb. Lipmann dem Gefühle der Hochachtung und Anhänglichkeit der jüd. Bevölkerung für den Verblichenen Wort und Ausdruck gegeben (Lien d'Jsrael). |j 3»t Lager Arlington, HeightS-Virginia, 5. August. (Aus dem Briefe eines jüdische» Handwerkers au feinen Vater in Szcgedin). Ich bin gegenwärtig Gemeiner d. Eomp. I. des 14. Ncg. New-Porker Staatsmiliz. Unser Lager befindet sich 5 Meilen südlich von Washington. Wir wohnen in Zelten, je 4 Mann in einem Zelte, das eben groß genug um seine Einwohner zu fassen. Tornister und Wolldecke sind unser einziges Möbel. Fleischkost genießen wir täglich, viermal cingesalzenes, dreimal frisches Fleisch. Jeden andern Tag bekoiumen wir Oicies oder Bohnen, Kaffee täglich. Mit Kleidern und Wäsche versieht uns die Negierung; die Löhnung des Gemeinen beträgt 1l Dollar monatlich. . . . Ich habe die Schlacht am 2l. Juli mitgcmacht, deren Beschreibung Du ohne Zweifel gelesen Haft. Unser Regiment hat den Feind dreimal angegriffen; aber trotz des tapfersten und desperatesten Kampfes von unserer Seite mußten wir dem Bomben-, Kanonen- und Kleingewchrfener des Feinocs weichen. Letzteres richtete in unserem Reg. furchtbare Verheerung an, da uns unsere Unisorm — kurze blaue Jacke vorn offen yiit rothen Ausschlägen, scnerrothe Hosen, und Brustlatz und Mütze von derselben Farbe — zur Zielscheibe des Feindes machte. Auf dem Bauche liegend luden wir unsere Gewehre nnv sencrten ab; aber dem Bombcnregen des Feindes zwang uns zum Rückzüge, Europäische Offiziere, deren es in unserer Armee ziemlich viele gibt versichern, niemals einen so heißen Kamps gesehen zu haben. Um 5 Uhr Abends riß eine Kanonenkugel unserm Obristcn den Kopf weg, der dritte Theil der Offiziere war thcilö todt, thcils verwundet. Um li Uhr löste sich unsere Armee in die wilde Flucht auf, von der Kavallerie des Feindes verfolgt. Wir warfen unsere Tornister weg; ich nahm ans dem mcinigcn nur Dein Bild. Mittag am 22., meinem Geburtstage, kamen wir in unserem früher» Lager an. . . Unser Reg. wird in der nächsten Zukunft wol schwerlich verwendet werden; cch werde wahrscheinlich in ein anderes Reg. eintreten. Koblenz, 30. September. Wie gewisse Thicre Blnmen und Pflanzen verschmähen, und nur in Sümpfen und Marästen sich wohl fühle», so wendet Hr. D1\ Lehmann zu Mainz selbst da von der Wahrheit sich ab, wo sic seinen Zwecken dienen könnte, und macht nur Gcbrauch von der Lüge und der Erdichtung. Bei dem, zu Ehren der zur Feier der Einweihung der Synagoge zu Köln am Rheine eingeladenen Rabbiner und Vorsteher veranstalteten Festessen, nahm ich Veranlassung in einer längern Rede meine Freude über den dort ganz und gar resormatorisch abgehaltenen Einweihungs-Gottesdienst zu äußern, und dem darin sich manifestirenden Streben der Gemeinde nach einem würdigen Kultus den besten Fortgang zu wünschen. Von fast sämmtlichen Anwesenden wurden meine Worte mit großem Beifalle anfgcnommen und mir der Dank für die freie, offene Darlegung des als wahr und richtig Erkannten ausgesprochen. Nur der Oberrabbiner Sntro aus Münster bekam aus Schrecken vor meinen Auslassungen eine, übrigens ganz gefahrlos gebliebene Ohnmacht, und zwei andere, diesem Herrn gleichgesinnte Kollegen gaben durch verschiedene Demonstrationen ihr Mißfallen zu erkennen, wie ich dies! auch nicht anders erwartete. Nun bcrichtet Herr Dr. Lehmann in einem, die von ihm vertretene Richtung gar oft verlcngcnden Leitartikel (Nr. 37) dessen nähere Beleuchtung ich aber nicht der Mühe Werth halte, ich hätte in einer Rede zur allgemeinen Indignation Propaganda für die Reform zu machen gesucht. Diese Lüge verzeihe ich dem frommen Manne um so mehr, als das gegenwärtig in Köln so vielseitig sich regende Verlangen nach Verbesserung der gottesdienstlichen Zustände den nnzwcidentigstcn Beweis liefert, wie das von mir geworfene Samenkorn in einen empfänglichen Boden gefallen ist, und ich daher nur wünschen kann, daß meine Worce stets solche Lehmann'schc Indignation zur Folge haben mögen. Anders aber verhält cs sich mit einer zweiten Behauptung des Herrn Dr. Lebmann. Er will mich als einen Reformrabbiner kennzcichncii. Zu diesem Zwecke hätte er aber Mancherlei ansührcn können, in welchem ich die, nach seiner, oder besser, nach der von ihm geäußerten Ansicht. miau׳ tastbaren Einrichtnngen in der Synagoge mvdisizirt habe, und die jüngst von nur veröffentlichte Brochürc: ״die GotteSdienstwcisc in der Synagoge zu Koblenz" bot ihm das Material dazu. Allein da hätte er doch nur auf dem Boden der Wahrheit sich bewegen können, und die Wahrheit scheint ihm nun einmal zuwider zu sein.ככלב שב על קאו greift er zur Lüge und behauptet: . . ״B. I. aus Koblenz, bekannt durch Einführung einer Jnstrumenkalmusik anstatt des Schofar am Nosch-Haschana." Unter dem 24. d. M. schrieb ich daher an Herrn Dr. Lehmann, ihn um Aufnahme folgender Entgegnung ersuchend: Herr Dr Lehmann fügt in Nr. 37 des ״Israelit" meinen Namen die Benierknng bei: bekannt durch Einführung einer Jnstrnmentalmnsik anstatt deö Schofar am Nosch-Haschana. Thatsache aber ist'S, daß die hiesige Svnagogc wol im ersten, wie am zweiten Tage des Rosch-Haschana die üblichen Töne des Sobar zu שהריח und zu הוסף geblasen werden, und daß noch am verflossenen Jahre das beste der שופרות, welche ein Herr Mavcr zu Worms vorräthig hatte, für unfern Gottesdienst an geschafft wurde. Die Bchanptnng des Herrn Dr. Lehman», daß ich am Itosch-Haschana nichi Schofar blasen lasse, ist demnach mehr als eine gemeine Lüge, sie ist eine niederträchtige Verlä nmdung. Ben Israel, Rabbiner. O Berlin, 5. Oktob. Wie Sie ans der letzten Nummer des Ha-Maggid ersehen, haben auch die Herren Samuel David L u zzatto in Padua und Albert Eohn in Paris die Leitung des Vereins M c k i z e N i r d a mim mit übernommen. Hoffentlich werden die Leiter nicht unterlassen, auch in Rußland — und wo möglich auch in der Türkei — Mitglieder für den leitenden Ausschuß zn gewinnen, um dadurch dem Vereine einen weitern Wirkungskreis zn sichern, und den Bedürfnissen der jüdischen Wissenschaft nach allen Richtungen hin zu genügen. Da die Amtssprache des Vereins die hebräische ist, so ist derselbe in der Lage, die ganze Jndcnhcit zu umfassen. An Vorschlägen und Projekten wird cs natürlich nicht fehlen. Ich will hier nur einige Wünsche vormcrken, welche sich von mehreren Seiten vernehmen lassen. Die Drucklegung des nur handschriftlich vo rhandencn Theils des Pachad Jizchak wäre ohne allen Zweifel ein höchst verdienstliches Werk. Die lerikalische Technik dieser Eneyklopädie läßt allerdings viel, sehr viel zn ivünschcn übrig; aber cs ist nichtsdestoweniger sehr brauchbar, wie jeder, der sich dessen längern Zeit bedient hat, gerne bezeugen wird. Der Verein könnte die vorhandenen Eremplare kaufen, und die fehlenden Buchstaben (נ—H)» die sich handschriftlich in Paris befinden sollen, ediren. Ferner dürften die noch nicht gedruckten Thalmud-Kommcntarien Meiri'S besondere Berücksichtigung verdienen. Eine kritische Ausgabe des Maimonidischen MischnakommentarS im Arabischen Oeigi nalc mit gegenüberstehcnder hebräischer Nebersetzung wäre eine wahre Zierde der

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