Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 41 (11.10.1861)
- Date
- 1861-10-11
- Page
- Seite 355 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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355 ner Machtvollkommenheit veräußerte. Megila 27 , demzufolge in der Halacha statuirt wird, daß man gleich beim Bau einer Synagoge einem einzelnen eine solche Machtvollkommenheit einräumen könne. Von einer Innung der Kupferschmiede wird ib. erzählt, daß sie ihre Synagoge in Jernsalem verkaufte. Wenn aber Raba gestattet, den Erlös einer veräußerten Synagoge zu verprassen, sobald der Vorstand sich dafür erklärt, so konnte er, der übrigens nach Bolksgunst zu hascheu gewöhnt war, seinen Mchusancrn gegenüber sicherlich nicht umhin. Eine veräußerte Synagoge gestattete er auch dem profansten Gebrauche zu überantworten. Wenn auch nun die Halacha diese himmelschreiende Maßregel Rabas für alle Zeiten und Umständen gestattet, so müssen wir dagegen mit dem Satze protestiren ״tempora mutantur, et nos mutamur in illis.“ Schon Du ran sträubt sich dagegen und gestattet dieses alles ebenfalls nur in Bezug auf die Ruine einer Synagoge. Auch Maimuni nahm Anstoß an der flotten Verwendung des Erlöses einer veräußerten Synagoge und beschränkte diesen EpikuräiömuS nur auf den Rest von dem zu einer Synagoge bestimmten Betrage, doch die Halacha lies sich auf diese Beschränkung nicht ein. zur lhatinuilischm Zprachsorlchung und Non Rabb. Dr. Adolf Hubs ch. 136. Der Sardonyr im Thalmud. 31! Nr. 38 d. Bl. hat mein geschätzter Freund S. Bacher ein geistreiches Etymon für das schwierige סנדלבק (Synhedr. 59 b.) geliefet t, wozu wir uns nachstehende Bemerkung erlauben: Den Alten war der vegetabil. Ursprung des Bernstein'S nicht unbekannt, Aristotel. de Mirab. auscult. lib. erwähnt der Pappeln auf den Elektrischen Inseln iS <öv tuninteiv ro /.ahn1/uvov )}hxr^ov. Plin. bist. nat. XXXVII Cap. 3 erklärt den Namen 811eeimun , weil der Bernstein vom Saft (Succus) der Bäume fließt, Paeit. de Mor. Germ. C. LV sagt von ihm 8״uceum tarnen arborum esse intelligas etc. etc. Ovid Metam Lib. II. weiset auf den Ursprung des Bernst. hin: -— Nostrum laceratur in arbore corpus Inde fluunt lacrymae stillataque sole rigescunt De ramis electra novis, — — — — Die Benennung ״bitumen electrum“ ist jünger und entstammt der spätem Anschauung ״quod instar viscosi bituminis e cautibus littoreis, praesertim in mari Baltico, profluit, ac velut aequoris purgamentum coucrescit etc.“ Durch die neuesten Forschungen jedoch haben die Ahnungen der Alten von pinites succifer ihre Bestätigung gesunden (S. Humb. Kosmos B. I S. 298, B. II S. 412 Not. 31 Ende). — Was Herr B. vom Bernst. sagt das paßt trefflich auf den Ambra, von dessen Ursprung man nichts Gewisses weiß, und von dem es lange unentschieden war ob der Pottfisch das Meer um seinen Ambra bestehle, oder ob er dasselbe mit diesem kostbaren Erzeugnisse bereichere. R. Nathan im Aruch s. v. כסת bringt für כי0ת הירדן (Kerith 6 a) eine von Naschi'S abweichende Meinung ״וי״א רעי של דג הגדל בירדן עכלב״רא בלען" Mnffasia vervollständigt die Notiz, »ntcrscheidet den Ambra von der Naphtha durch die härtere Konsistenz und betont seine große medizinische Brauchbarkeit, die heute nicht mehr so hoch angeschlagen wird. — Getäuscht von dieser Aehnlichkeit des Ambra und des Bernsteins hat auch Schindler in s. Lerik. pentaglott כסת mit ״Ambra" und ״Succinutn11 übersetzt, das Letztere ist zu emendircn. — Auch scheint die L. A. נדלבק□ mit כ die ältere so wie sie die häufigere ist, Ionath. zu Job. 28, 18 in 5 B. Moses 34, 6 hat sie mit 2, in Synbcdr. l. c. liest Aruch mit 2 auch in Ab. de R. Nath. I findet sie sich so, und die jüngere Variante mit ב oder ס scheint aus dem Bestreben hervorgegangen zu sein, das gänzlich unbekannte נדלק□ dem geläufigen Engelnamen סנרלסון näher zu bringen. — Ich stimme nun in der Bedeutung des Wortes mit dem gelehrt H. Dr. Ieklinek überein: סגדלכן ist nicht Bernstein, cs ist vielmehr ein glänzender Edelstein; betreffs der Etymol. D. W. glauben wir nicht zu kühn, die Propositio» im נדלק□ den Sardonych wieder zu erkennen. Die Genesis d. W. in seiner!ctzigen Gestalt läßt sich nicht schwer rechtfertigen: Ans ist Sandorich geworden, eine Metathefis die in greeo-aramäischen Wörtern nicht fremd ist, so lesen wir ״Prochomatvö" statt ״Protomachos" (S. Aruch Art. סרוממטיס)• Noch weniger kann uns der llebcrgang des ד in ל, Sandolych für Sandorych, überraschen; der Grieche selbst sagt *1>1ßavo<; und xhfiavo?; der Lateiner macht ans ״ h/!>nv" ״Lilium interessant ist diese Erscheinung bei de» LXX, welche Ics. 2, 16 תרשיש mit ״&aXa66n" wiedergeben und so auf den Ursprung des griechischen Wortes Hinweisen; übrigens haben wir ׳יס^״^״^־-אפרסמון und umgekehrt מרקולס—l^lercurius. Es ließe sich auch über das biblische ראמות eilte Vermuthung ן anfstellen, welche die U ebcrsctznng derselben mit סנרלב^ן vollkommen! rechtfertigen könnte: bekanntlich besieht der Sardonyr aus Lagen von Ehalcedon und Carneol, man schätzte diesen Komplcr vorzüglich hoch wenn die übereinander liegenden Schichten von verschiedener Farbe waren; es wurden alsdann in die obern Schichte Figuren geschnitten und die untere Schichte bildete den Grund dazu, derart geschnittene Steine nannte mau Cameen (LcffingS antiquar. Briese II. Theil S. 145) doch ist dieser Name viel jünger als die Kunst des Hoch- und Tiefschnittes selbst; die to^evnx>] und j׳A171׳r«x>; reicht bis in das hohe Alterthum hinauf. Mit האמות also werden Job. 28, 18 und Ez 27, 16 solche bereits erhaben geschnittene Steine oder doch solche die sich für die Caelatur vorzüglich eignen, bezeichnet (Bernstein kann es schon deßwegen nicht sein, weil in Ez. l. c. Aram als Lieferant desselben figurirt) der Plural d. W. bezieht sich auf die erhaben geschnittenen Figuren. Dieser Auseinandersetzung gemäß wäre die Bezeichnung des Parasrasten ראמות=Sardonix ganz entsprechend. ES erübrigt noch ein Wort über den Engelnameu Sandalfon zu sagen: Ehag. 13 b. wird er als auf Erden stehend und bis in den Himmel ragend bezeichnet, es paßt sonach auf ihn ״שה0יי״& גכוה מחברין מהלך ת״ק שנה" Md.) da Ehag. 13 a. ״מן ה*ארץ לרקיע מהלך ת״ק שגה" ist, da er ans Erden steht und bis in de» Himmel reicht, so ist er um den Raum von der Erde bis zum Himmel größer als die übrigen Engel. Es ist Sandalfon somit das Prinzip der geist. Entwickel., die auf Erden ihren Fußpunkt, ihren Höhenpunkt aber im Himmel hat, die מא הורי המרכב׳ steht, nicht's destoweniger aber dem Schöpfer seine Krone windet. Men. As. Fano im יונת אלם Kap. 19 läßt Sandalfon סוד אליהו״" sein. Wir setzen die Zahlenspielerei bei Seite und nehmen die Grundideen: Auch Eliahu ist: die der Erde entrückte, dem Himmel zngeführte höchste menschliche Ent- Wickelung! Eliahu ist Sandalson. entweder wie Herr Dr. Jellinek sehr einleuchtend meint 6״w-dde\<tov“ der zum ״Mitbrndcr" der Engel gewordene entwickelte menschliche Geist, oder vielleicht der ״üvvöoXq- 7tevo>v•• der unter dem ״^יה מקוס כבודו״ — fragenden Engeln ..mitspähende" menschliche Geist. — Für das letztere scheint der Schluss 90 700974^9