Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 41 (11.10.1861)
- Date
- 1861-10-11
- Page
- Seite 353 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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353 waren die ׳Thoravorlesungen schon von Mose angeordnet, Esra erweiterte sie bloS. B. K. 82, 1; diese Vorlesungen fanden statt bald in den Tempelumgebnngen, bald in eigenen Wohnungen, oder in sonstigen dazu geeigneten Lokalen. Dieß der Ursprung der Synagogen. Die Agada entdeckt jedoch schon die Synagogen in Ehiökiaö Zeiten, Synh. 24, 2. Nach dem sonst geschichtskundigen R. Jochanan, war daö große HanS, welches 2 K. 25, 9 von Nebuseradan verbrannt ward, ein Bethans, und die Häuser Jerusalems waren nach Meg. jer. 3, 1 die 480 Synagogen, welche zn Ende des ersten Tempels standen. Nach Ernbin 21, 1 zeigte man in Babylon die Synagoge, in welcher Daniel gebetet bat. Die Pietät hat auch neben JecheskelS Grab Synagogen gefunden (Benjamin von Tudelaö Reisen a. dlusg. S. 66). Daß sich in der Umgebung dcS zweiten Tempels daS Volk zn theokratischen Zwecken versammelte, finden wir Esra 10, 1—9. Gespannt lauschte baö Volk auf Esra's Worte. — Um Nehemia zu vernehmen, versammelte sich das Volk in der Straße vor dem Wasserthorc (Nehem. 8, 1). Daö für solche Versammlungen eingerichtete Lokal erhielt den Namen- כיה הכנסת daö Haus der Genossenschaft. So hießen die Männer der großen S. אנשי כנסת הגדולה eigentlich Männer d. g. Genossenschaft; die im Tempel den Dienst verrichtende Priesterschaft ward ebenfalls בני הכנסת genannt. (M. Bechoroth 5, 5). Eine Synagoge war auch im Tempel selbst, deren Hanptfunktionär Ehasan Hakneset, und deren Oberhaupt Rosch Hakneset hieß. (M. Joma 7, 1. Sota 7, 7. 8). Sie reichten dem Hohepriester die Thora ans welcher er vorlaS. Sie waren beim Opfern behilflich (Tamid 5, 5), bewahrten die Pflanzungen deö Hüttenfestes auf (M. Sukka 4, 4.), begleiteten die Wallfahrer mit den Erstlingöfrüchten (Thos. Bikkur. 2); sie fungirtcn auch als Gerichtsdiener (M. Makkot 3, 12); sie beaufsichtigten auch die Schuljugend (M. Sabbat 1, 3), und waren in den Synagogen die Vertreter. Ein Ehasan Keneseth war im Alerandrischen Tempel, wo nicht geopfert ward. Da der Ehasan Vorbeter war, und die Gebete ursprünglich Psalmen waren, so verdankt er seinen Namen dem' הןה, welcher nach 1 Ehr. 25, 2. 2 Ehr. 29, 30. 35, 15. den Seher u n d den S ä n g e r bczeichuete. Ohne Zweifel war die Quarderhalle des zweiten Tempels zugleich die Tcmpelsynagoge. Ausdrücklich wird Tamid 4, 3. 5, 1. berichtet, daß in diesem Lokale, wo Recht gesprochen ward, das Morgengebet verrichtet wurde. Auf dem Lande bestanden überall Synagogen, wo diejenigen zu gotteödienstliehen Zwecken zusammen kamen, die nicht nach Jerusalem ziehen konnten. In Megilla 24, 1 werden Synagogen der Alexandriner, Kirenaiker rc genannt, welche in Jerusalem selbst bestanden. — Zum Bau einer Synagoge wurden die jüdischen Bewohner einer Stadt gezwungen. (Tosifta B. B. 1). Nach dem Vorbilde des Tempels, mußte sie auf dem hervorragendsten Orte situirt werden, ״auf der Anhöhe der Städte erhebt sie ihren Ruf" (Tosifta Meg. 3). Diese Norm wurde in Persien auch nach der Zerstörung des Tempels beobachtet. Rab profezeite den Städten, in welchen die Häuser über das Gotteshaus hervorragten, den Untergang (Sabbat 11, 1). R. Aschi rühmte sich, durch die auf seine Veranlassung so hoch angelegte Synagoge, Suva vor dem Untergang geschützt zu haben (ibid); daß aber Sura mit seinem Lehrhause dennoch verfiel, ist nach dem Thalmud andern Eventualitäten zuzuschreiben. Nach Aschen B. B. 1 hat R. Aschi die Erekution gegen den angcwendet, welcher sein Hanö höher als die Ortö-Synagoge baute, und es nicht abtragen wollte, was Nachahmung verdient. Daß in späterer Zeit diese Vorschrift nicht beachtet wurde, entschuldigt A. Gumb. mit den Zeitnmstände» (Magen A. 150, 2.). — Ueber die Richtung der Betenden nach der Seite, wo der Tempel zu Jerus. stand, s. Tosifta Berachot 3. Ein Amora, Namenö R. Abin meint jer. Ber. 4, 8. Diese Richtung war nur nothweudig, so lauge der Tempel in Jerusalem stand. Wenn er dennoch im Babli Ber. Jerusalem nv0Sn nennt: תל שהכל פונים אליו, so kann תל nicht Trümmerstätte bedeuten , sondern Anhöhe, Jerusalem ist ihm mctaforisch תלפיות. So gab eS viele Ortschaftsnanren, die mit תל anfinge». תל אביס Ez. 3, 15. 84הרש Sn Esra 2, 59. rS2 Sn ibid. Burkh. bemerkt, daß Namen von Ortschaften, welche mit Tel ant'angen, in Affinen, Mesopotamien und Sirien häufig sind, und daß sich bei denselben immer künstliche Hügel oder Erdwälle befinden. Reisen nach Sirien 1, 253 ff. Auch Muhamed ertheilte seinen Gläubigen den Befehl, ihr Angesicht bei dem Gebete gegen den Tempel zu Mekka zu richten, was Kibla genannt wird, und mit dem 'לקבל ירוש bei Daniel gleichlautend ist. — Wenn B. B. 25 die Richtung beim Gebete westlich ist, so galt dieses nur für die in Palästina Wohnenden, wo das Allerh. im Westen stand, die ibid. vorkommeudett Autoritäten waren Palästinenser. Dem zufolge wird auch in der palästinensischen Tosifta Megila 3 erzählt, daß man den Eingang der Synagogen an deren Ostseite anbrachte. Der dunkle Auöspruch R. AbahuS B. B. ibid, besagt nichts anders, als daß im Westen des Heiltgthums, wo die Lade ftand, gleichsam die göttliche Atmosphäre אויה יה war. ES ist demnach Usus in allen jüdischen Gemeinden Europa'S den Eingang in die Synagoge, da man mit dem Gesichte nach Osten gewendet betet, in Westen anzubringen. (S. hierüber Ben Eh. Jg. 3). Der Schrank welcher die Gesetzrolle enthält, heißt in der Mischna תיבה, das Volk nannte ihn אדנא, und tadelten es die Rabbineu, daß man nicht הקדש beifügte, da ארנא auch eine gewöhnliche Küste bedeutet. Vor der Teba war der Platz des Vorbeters, welcher zuweilen vertieft, zuweilen, um den Vorbeter besser zu vernehmen, erhöht war (I. Karo Tur 90), daher in der Mischna bald יורד לפבי התיבה bald עובר ל״ה vorkommt. Nach Tur O. Eh. ibid. heißt יורד ל״ה auch von der Bima hinabsteigen. Ueber היכל כילה פרכת ec. s. B. CH. Jg. 4. Die Synagoge wird mit einer Bima versehen, auf welcher gepredigt und die Thora vorgelesen ward. (Maim. v. der Synag. 1). der Platz der Bima war je nach der Opportunität in der Mitte oder auch anderswo (I. Karo Maim. v. Gebete 11, 3.). In Alexandrien stand die Bima in der Mitte der Synagoge (Sukka 51, 2), weil die Synagogc zu umfangreich war, als daß man von einer andern Seite her den Vorlesenden hätte hören können. Moses Sofer fühlt daö Unzulängliche der Beweismittel für die Situation der Bima in der Mitte, er haut den gordischen Knoten mit dem Witze durch.: הדש אסור מן התודה• In keiner Synagoge fehlt das immerwährende Licht, welchem die ewige Lampe im Tempel zum Vorbilde dient. — Die Sitze waren nach Tosifta Meg. 3 so angebracht, daß die Archisynagogoi, von