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Ben Chananja · 1861-10-11 · 41 (11.10.1861) · p. Seite 352

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
41 (11.10.1861)
Date
1861-10-11
Page
Seite 352 (sequence 2)
Language
German
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352 (geb. 185; gest. 254): ״Wir leisten den Kaisern eine göttlichc Hilfe, indem wir eine göttliche Waffenrüstung anziehen, worin wir dem Apostel folgen: l. Timoth. 2, 1. Und je frömmer Einer ist, desto mehr vermag er, eine macht!- gerc Hilfe als die gewöhnlichen Soldaten zu leisten. Wir möchten sodann auch dies zu den Heiden sagen: Eure Priester bewahren ihre Hand rein, um mit Händen, die von keinem Blute befleckt sind, den Göttern die üblichen Opfer darbringen zu können, und ihr zwinget doch in Kriegönoth die Priester nicht, in's Feld zn ziehen. Sie sollen als Priester Gottes durch Gebet zn ihm für Diejenigen kämpfen, welche einen gerechten Krieg führen, und für den gerecht regierenden Kaiser, ans das; Allcö, waS Denjenigen, welche daS Rechte thnn, entgegenstebt, vernichtet werde." lind nicht nur mit dem Kriegssondern auch mit dem Staatsdienste wollten die ältesten Christen verschont sein. Denjenigen, welche unter Berufung ans daS Alte Testament behaupteten, daß eö den Christen erlaubt sei,Aemter im Staats- und Kriegsdienste zu übernehmen, entgegnete der Kirchenvater Tert nllian (geb. um 1 HO; gest. 240), das; sie sich zn dem höher» Standpunkte des ChristenthumS noch nicht emporgeschwungen haben: ״Scito non semper coniparanda esse vetera et nova, rudia et polita, eoepta et explicita, sei־- vilia et libcralia (De idulolatria c. 18)!" Dem Afrikanischeu Kirchenvater ist also daS- Judenthum servil, weil dessen biblische Heroen Staatsmänner waren, und das. Schwert führten, daö Christenthum dagegen liberal, weil eö den Staatsdienst weder im Kriege, noch im Frieden gut zn heißen geneigt ist. Ueberhanpt waren die christlichen Zeitgenvssen Tertullians gewohnt, den Staat als eine feindselig der Kirche entgegenstehende Macht zu betrachten, und cS lag ihnen wirklich der Gesichtspunkt fern, das; daS Christenthum sich mit den Staatsverhältnissen innig verbinden und vereinigen könne. In der nachkonstautiuischen Zeit Habenaber die Christen diese Grundsätze und Anschauungen gänzlich aufgegeben. Wenn nun die Träger der konservativen Ideen und Tendenzen sich von ihrem wirklich jeder Begründung entbehrenden Vvrnrtheile gegen einen Theil deS jüdischen Schriftthumeö, namentlich gegen die jüdische Patristik, nicht zu trennen vermögen; so sind sie darum noch nicht berechtiget, hieraus Schlüsse gegen die Emanzipation zu ziehen, da sie selbst auf ihrem Standpunkte zngeben müssen, daß der Einfluß deö sozialen und bürgerlichen Lebens viel zu mächtig ist, als daß er die ihm etwa cntgegenstehenden Elemente nicht zu besiegen und zu überwinden vermöchte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dem hochwürdigen Herrn Bischof Litwinowitz bei fortgesetztem Thalmudstudium Manches in einem andern, viel mildern Lichte erscheinen wird, als eS ihm bisher erschienen ist. Aber gesetzt auch, er verharret bei seiner vorgefaßten Meinung vom Thalmnd, so wird er doch nach unparteiischer Vergleichung der christlichen und jüdischen Patristik sicherlich zu dem Resultate gelangen, daß die praktische Emanzipationsfrage nicht von patristischen Studien abhängig gemacht werden darf. Die alten Rabbincn nahmen nicht den Standpunkt unseres Jahrhunderts ein; haben aber die Kirchenväter diesen Standpunkt cingenommen? Die Werke der Kirchenväter enthalten deö Wahren, Trefflichen und Beherzigenöwerthen viel; kann aber der Kundige behaupten, daß die Werke der Synagogenväter des Guten, Trefflichen und Beherzigenöwerthen weniger enthalten? ES ist die Ausgabe der unparteiischen Wissenschaft, jenen wie diesen ihren Platz in der Geschichte anznweisen, wie eö die Aufgabe der Legislatur ist, Alle an den Wohlthatcn der Gesellschaft Theil nehmen zu lassen, die die Lasten derselben tragen. ES ist aber auch die Aufgabe deö mittelalterlichen Konservatismus, die Unterdrückung der Juden ans seinem Programme zn streichen, indem er, solange er dies zu thnn versäumt, unter den Inden gegen sein eigenes Prinzip und seine eigenen Grundsätze Propaganda macht, so daß selbst diejenigen Juden, die vermöge ihrer Neigung und sozialen Stellung seiner Fahne folgen würden, sich in daö gegnerische Lager hinübergedrängt sehen. Die Sijnaijogp. Von Rabl׳. D1-. M. D u s ch a k. I. Schon ans der vorerilischen Zeit finden sich Andentnngen von Gebet- und Lehrversammlungen. 2 K. 4, 23. Ferner ist eö außer Zweifel, daß während des Erils an den Fasttagen, welche nach Secharja 7,3. 5. 8, 19. begangen wurden, Versammlungen stattfanden, in welchen Andacht und Belehrung die Hauptrolle spielten, um in daö Herz der Theiluehmenden neuen Trost und neue Hoffnung zn gießen, und eö zur Rene und Buße zn stimmen. Religiöse Versammlungen fanden auch an den Sabbaten und Festtagen statt, um die Erulanten in der göttlichen Lehre und in den göttlichen Gesetzen zn bestärken. Diese religiösen Versammlungen dauerten auch bei den in Persien znrückgebliebenen Inden fort, welche die liebgewordene Heimat nicht ansgeben und verlassen wollten. Doch waren nicht mehr Tröstungen und schmerzliche Sehnsucht der Grnndton dieser Gebete; hätten sich die persischen Juden nach dem gelobten Lande gesehnt, so wäre ihnen ja nichts im Wege gestanden, diese Sehnsucht zn befriedigen, umsomehr aber war ihnen Belehrung zum Bedürfniß geworden, als ihnen Sprache und somit auch Inhalt der Thora immer mehr entfremdet wurde. — Esra, welcher sich'ö zur Lebensaufgabe machte, die Thora in Judäa von Neuem fest zu begründen, fand es für nothwendig, die im Eril eingeführten Sabbat- und Festvorlesungen auch hier einzuführen. Nach der Tradition

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