Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 40 (4.10.1861)
- Date
- 1861-10-04
- Page
- Seite 349 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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349 Hungarica. in. Pest, «0. September. עלית לקרתא הלך בנימוסיה. Midrasch rabba. Für die Herausgabe einer ungarischen Bibelübersetzung hat sich nunmehr ein Schriftsteller, P a u l Z i l a h i, und ein Verleger, Filipp Gallia in KceSkemüt gefunden. Die vorliegende Ankündigung läßt das Erscheinen des ersten Heftes in nächster Zukunft erwarten. Dem jungen, begabten und strebsamen Berf. dürfte zu ratben sein, daß er nicht sogleich an die Uebcrsctzung eines ganzen Buches schreite, sondern zuvörderst in'S Reine zu kommen suche, wie er die zahlreichen, verbalen und nominalen Synonyma der Schrift im Ungarischen wicdergeben werde. Die Aufgabe ist zu losen. und an Hilfsmitteln dazu fehlt es nicht: aber Vorsicht ist hier sehr nölhig, um in der Folge nicht in Inkonsequenzen zu verfallen. Der Lehrer Salomo n Klei n hat Dr. I. H. I a kob soh n's Katechctischcn Leitfaden in ung. Ncbersetznng herauSgcgcben (bei Herrin. Kraus in VeSvrim. 8. V. 53). DaS Merkchen wird von Rabbiner Abrab am H o ch m u l h, einer anerkannten Autorität ans dem Gebiete des VolköschulwesenS, in einem Vorworte warm empfohlen. Bei einer zweiten Auflage wird der Ucbers. noch manche sprachliche Unebenheiten zu entfernen beflissen sein, welche nns bei einer flüchtigen Durchsicht ausgefallen sind. Auch ans die Nebcrtraguug der Bibelstellen wird eine schärfere Sorgfalt zu verwenden sein. Wir machen den wackern Ucbersetzec nur ans den Sing, und Plur. in der 36. Frage und Antwort auftncrksam. יום ה^פותיכם S. 53 heißt nicht zsenge iiunep, sondern zseugek nupjii. Das Merkchen wird aber auch in seiner gegenwärtigen Gestalt ein tief gefühltes Bedürftiiß befriedigen Helsen, und vielen Lehrern eine sehr willkommene Erscheinung sein. lieber die in prachtvoller Ansstatlimg erschienene Großwardcincr Einwcihnngöpredigt muß ich niich an dieser Stelle wol eines jeden Urthcils enthalte». Die Friedcnswortc des ersten Theils haben die hies. Leser befriedigt, dagegen finden manche die eingestrente Polemik zu Gunsten der Emanzipation für die Kanzel — besonders in Rücksicht aus die Anwesenheit vieler hochgestellter Ehristeu — etwas zu scharf. Sie vergessen aber, daß man sich dem Ungar gegenüber ein freieres Mort gestatten darf. Folgende Stelle aus dem 2. Theile, welche ich vielfältig hervorheben hörte, dürfte auch in weitern Kreisen mit Interesse gelesen werden. Nachdem der Redner die religiöse Belehrung als eine wesentliche Aufgabe der Synagoge bezeichnet hat, fährt er fort: ״Die Belehrung geschah zu allen Zeiten in der Muttersprache der Zuhörer. In unserer Zeit wird Gottes Wort in den Synagogen in >4 Sprachen verkündet: eine wunderbare Mannigfaltigkeit, wenn wir erwägen, daß Israels Glaube nicht unter verschiedenen Nationen verbreitet ist, sondern sich auf ein einziges Volk beschränkt. Dies aber beweist zugleich unwiderleglich, daß die jüdische Religion und die jüdische Nationalität nicht unzertrennlich von einander sind. Denn obwol in jeder Synagoge dieselbe Religion gelehrt, in jeder Synagoge dieselbe Thora bewahrt und gelesen wird; obwol in jeder Synagoge Davids Psalter und die Reden der Profeten erhallen: obwol in jeder Synagoge dieselben Grundsätze, Lehren, Uebcrlieserungen, Empfindungen und Hoffnungen genährt werden: so ist dennoch in der ganzcn Welt keine einzige Synagoge, wo die Sprache der Belehrung die hebräische wäre, weil es in der ganzen Welt keine einzige jüdische Gemeinde gibt, die sich Israels alter, nationaler Sprache bedienen würde. Für ihren Glauben mit Leib und Seele glühend, verschmolzen [ die Israeliten in Rücksicht auf Sprache und Nationalität mit jenen Nationen, in deren Milte sie leben. In cinsprachigen Ländern geschieht diese Verschmelzung natürlich früher, als in mehrsprachigen. Wo die bürgerliche Gesellschaft den Inden nicht zurückstößt, so lange er der Synagoge nicht den Rücken wendet, dort schreitet die Verschmelzung mit Riesenschritten fort. Zn unserem Batcrlande verbreitet sich die Nationalisirung sichtbar von Tag zu Tag; ein erfreulicher Beweis dafür ist auch diese Synagoge, wo die Lehre Moses und der P r o s c t e n in der Sprache verkündet werden wird, welche 4rpüd und die Hunyader gesprochen haben." L. M. Bauer, Lehrer an der hiesigen israelitischen Normal- Hauptschule, hat eine ״ungarische Konversations-Grammatik" herausgegeben (Pest, Verlag v. Zsak Nathan. 8. XII. 122). Das Büchlein wird in Schulen, in denen die nng. Sprache deutsch gelehrt wird, gewiß sehr ersprießliche Dienste leisten, wenn cs auch nicht hinreicht den nng. Sprachunterricht in allen 4 Klassen der Volksschule zu erschöpfen wozu cs vom Verf. bestimmt ist. Von Ladislaus Gouda, einem protestantischen Gelehrten, ist erschienen : Sangen vom Felde der A l t t c st a m e n t l i ch c n Poesie, nach Herder (Pest, Osterlamm. 8. 112). Das protestantische S ch u l- und K i r ch c n b l a t t (Nr. 39) cmpsichlt das Wcrkchcn sehr an, und führt daö Lied Moses (האזינו) als Probe an. Als Dichtcr fühlte sich Herr Gonda von der Manir Herders besonders augezogen, und die ungarischen Leser werden sich von seiner Bearbeitung sehr angezogen fühlen. In Deutschland ist die NcbcrsctzungSkunst so weit gedie- Heu, daß die Treue gegen den Tcrt mit dem poetischen Schwünge vereiniget wird, und die Ucbersetznng den Tcrt in viel höherm Maße abspiegelt, als dies bei Herder und dem dems. folgenden G. der Fall ist. Trotzdem verdient das Wcrkchcn auch jüd. Lesern empfohlen zil werden. Nach einem in der nächsten Zukunft zu erscheinenden Statthalterci-Jntimate wird auch von den jüd. Lehrern die Kenntniß der ung. Sprache als unerläßlich gefordert werden. Korrespondenz. Anöland. || Paris, im September. Ein Pajtoralschreibe» des Oberrabb. des Zeiitral-KonslstorinlnS vom 23. Oktober v. Z. verbreitet sich über die Nothweuvigkeit einer gründlichen Vorbereitung der Zöglinge des rabb. Seminars. Der Rabb. zu Verdun macht nun in d. Bl. bekannt, Laß er diesen VorbercitungSnnlcrricht übernehme. Die Königin von Spanicn hat dem Hrn. Zsak Per e ire das Großkreuz des Jsabellenordens verliehen. Hr. Zsak Artom (der bekannte höhere Staatsbeamte in Turin) ist von Kaiser Napoleon zum Offizier der Ehrenlegion eriiaimt worden. D Berlin, im September. ״Gott sichet!" dies ist der Titel der letzten Predigt (über 1 M. 22, 1 — 19) welche Hold heim für das Neujahrsfest des vor. Jahres (5621) konzipirt, aber nicht gehalten hat, weil er vom Tode überrascht wurde, und die vor Kurzem mit einem Vorworte von Geiger im Drucke erschien. Eine Ahnung des nahen Lebenszieles weht durch die ganze Predigt, welche nicht nur von den Freunde» sondern auch von den Feinden des Verblichenen viel gelesen wird. — Posen, im September- Dr. Joses Perles hat an den hohen Festen hier gepredigt, und die wohlverdiente Anerkennung gefunden. Die hiesige Brüdergemeinde hofft ihn zu ihrem Prediger zu aequiriren.