Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 40 (4.10.1861)
- Date
- 1861-10-04
- Page
- Seite 350 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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350 Miszellen. xx. Zwei thalm. Sentenzen, die sich auch bei Cicero finden. Neulich laö ich in dem Wcrkchcn: das Prinzip des MosaismnS von I)r. David Einhorn nachstehende Behauptung. ״Nach dem Vorgänge der Gnostiker wäre die Lehre vom Snndcnsallc und der Erbsünde auch in das rabbinische Jndcnthnm gedrungen, da aber dein MosaiSinuS die Einheit Gottes und demzufolge die Güte und Reinheit alles Geschaffcncn als erster Grundsatz gilt, so sei die Stelle Vcrachoth 10. ו .« מה הק״בה טהור בעולמו כך הגסש טהורה בגוף• w. cut Ausgleich des Widerspruches zwischen dein MosaisNliiS und der Vorstellung von der ursprünglichen Sündhastigkeil der ineiischlichen Natnr. Gott konnte das Böse nicht erschaffen haben, und so wird der Mensch hingcstellt als ein ursprünglich vor dem Sünrenfalle reines Wesen, das durch die Sünde den Sündenstoff erst erzeugt und seinem ganzen Gcschlcchtc als einen wesentlichen Bestandthcil cingeprägt." Wie wenig diese Behauptung für sich bat, gehet schon daraus hervor, daß wir die angeführte Stelle Berach. lO. a. in dcrs. Faffuug n. Gliederung auch bei Eicero finden, der gewiß von der Erbsünde nicht die geringste Ahnung hatte. Nam ut illa natura coelestis et terra vacat et huraorc, sic iitriusque harum rerum kn man ns aniums est expers; nec vero deus ipso, qui intclligitur a nobis alio 1110(10 intelligi potest, liisi omnia movens, 110c e genere atque eadem c natura est liumana mens; mentem hominis quamvis eain non videas, ut denn! non vides: tarnen ut douin agnoscis cx oporiüus ejus sie nientis agnoscito; 11t deum agnoscis etsi ejus ignorcs et locuiu et l'aciem , sic animum tibi notum esse oportere, etiam si ejus ignorcs et locum et formam. T. quaest. I. 1. Ebenso stellt Jost Geschichte des JndenthnmS B. 1. die Konjektnr aus, daß dem Satze: נוה לו לאדם שלא נברא משנברא Er. 13. 2. der Begriff der Erbsünde zu Grunde liege; aber auch diese Sentcnz findet sich merkwürdiger Weise schon in Eicero, sic lautet: Man führt auch eine Erzählung von 81'lenus an, welcher von MidaS gcfangen als Geschenk für seine Freilaffnng dem Könige folgende Lehre gegeben haben soll: Nicht geboren worden sei für den Menschen bei Weitrn das Beste. Auch JoscsnS b. j. B. 7. K. 8 schreibt: hat man uns doch von zartester Jugend an die Lehre eingeprägt, daß nicht der Tod, sondern das Leben für den Menschen ein Unglück sei; mir will cs scheinen, daß der Streit zwischen Schammai nnd Hillcl die Lehre von der Präcristcnz der Seele zum Gegenstand hatte, welche auch obsiegte nnd daher auch später an vielen Stellen des Thalmnds säst ohne von irgend einer Seite Widerspruch zu finden, anzntrcffen ist. Daß aber die Erbsünde im rabbinische« Jndciithiime auch nur zur geringsten Geltung kam, ist nur durchaus unbekannt. BloS Jcb. 103 b. בשעה שבא נהש scheint eine Anspielung ans die Sekte der Ofiten nnd der Theorie von 05;zu fein. Rabb. M, F c i n. XXs. Zwei Religionögebränchc, die erlernen Ursprunges sind. Es ist bekannt, daß sich manche fremde, ja heidnische Gebräuche im Laufe der Zeit in'S Indent hum cingeschlichcn, und nnbcfngtcrwcise daselbst das Bürgerrecht erhalten haben; wer weiß cö nicht, daß die Kavaroth am VersöhnnngStage schon von Salomo b. Adcrcth als heilnisch verpönt werden. So halte ich auch folgende zwei Gebräuche für fremde Pflanzt», die auf jüdischen Boden übertragen worden sind. Schon R. Hai Gaon schreibt ע״כ יאכלן מיני מתוקים להיות שנתם (Bergt. Dark. Mosch. S. D. uo.) מחוקה ואני אומר מתוקה שנת העובר הש״י Und dennoch beharrt Tor. O. Eh. 583 und Nema daselbst darauf, daß am jüdischen Tische am NenjahrStage der Honig nicht fehlen darf, obgleich dieser Gebrauch ans einer Linie mit dem Kaparoth stehend durch und durch heidnisch ist, da ans Ovid P. 1. v. 185 erhellt, daß auch die superstizivsen Römer ihren Göttern ansnahmoweife am ncncn Jahre die ihnen dargebrachten Opfer mit Honig nnd sonstigen Süßigkeiten bereiteten, damit auch ihnen von den Göttern ein süßes und glückliches Jahr zu Theil werde. Wie würde ein Rabbiner verketzert werden, wenn er sich über d. Osenlum religiosuin , dessen im O. Eh. 28 und 140 und a. a. O. Erwähnung geschieht, hinweg setzen möchte, und dennoch ist dieser Brauch erternen Ursprunges, da in den Thalmuden nirgends anch nur ein Anhaltspunkt dafür sich findet, wol aber ist ans Lnkrct. iib. 1. zu ersehen, daß Osculuin religiosuin ein läpischcr Gebrauch der Heiden war. Man küßte die Statuen der Götter, deren Mund, Hand, die Schwelle der Tempel oder deren Thürpsosten. Rabb. M. Fein. JE M». s e 1• 5• t Ck• So eben ist erschienen im Verlage von «n in Pest (Bnchhandlnng Waitznerstraße, Marokkauerhanse) Ala^^ru׳ tär8alK»8i liyelvtiin. Ungarische Aomiersatioiis-Grmmnatik für Schulen und Selbstlernende. Von L. M. Bauer, ord. Lehrer an der israelitischen Normal- Hauptschule in Pest. LM- Preis , bv. 45 kr., steif gebunden 35 kr. ö. W. -MG K.onl5.urs.?111 der von der Großwardciner lUag>׳ar-xsidü Kö286g am 1. November l. I. zu eröffnenden 3-klassigen Hauptschule sind folgende Stellen zu besetzen: 3 Lehrerstellen 1!m jährlichem Gehalte von 500 fl. t Hilfslchrerstelle ״ 300 ״ ״ ״ l Jndnstrieschullehrerinstelle ״ 400 ,. ״ Die allfälligen Bewerber werden darauf aufmerksam gemacht, daß an der hiesigen Hauptschule die Nnterrichtsgegenstände ausschließlich in ungarischer Sprache vorgetragen werden, wcßhalb von den Betrcfsenden die erakte Kcnntniß der Landessprache gefordert wird. Die in ungarischer Sprache verfaßten, eigenhändig geschriebenen. Gesuche, belegt mit authentischen Zeugnisse» über Hauptschullehrersbcfähignng, über Kenntniß der hebräischen, ungarischen nnd dcucschcn Sprache, moralisches Betragen, nnd über Familieuverhältniffe, sind bis Mitte Oktober l. I. an die gefertigte Gemcindevertretnug Franko einzusenden. G r o ß w a r d e 1 n, 25. September. Die Vertretung der Großwardeiner jMagyar-zsidu közseg. Szegedin, Leipzig, Verlag von Sigmund üurger. Lonnnisstons-Verlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szrgedin.