Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 39 (27.9.1861)
- Date
- 1861-09-27
- Page
- Seite 338 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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;388 In der Berliner Mischnaübersetznng ist das erstere Wort »ul ״Äpfel", das letztere mit ״Waldapfel." Wenn Maim. (Kilaj. l, 5) und nach ihm Estori Ha-Farchi (Käst. cd. Edelm. Pag. 123) und Karo (Sch. Ar. I. D. 205, 1) auch den Tappuach mit den, Ethrog als ungleichartig bezeichnen, so hängt dies mit dem Grundsätze zusammen, daß in Bezug auf die in Rede stehenden Beftimlnungen nicht die innere Bcschaffenhcit, sonder die äußere Gestalt der Frucht entscheidet. שאין רולכי׳ בכלאיםי אלא אחרי מראית עין. ■$>aa d. fragl. Gesetz betreffende Raisonncmcnt Hirsch'ö (Horeb §. 408), das znm Theil ans NachmanidcS geschöpft ist (3 M. 19, 19), enthält mithin eine schreiende Op- Position gegen die thalmndische Halacha. R. Nathan liest in d. Mischna a. a. O. nicht הזרד, sondern הזרר , was sich ans der Vcrgl. mit dem Targ. המר als das Richtige ergibt. Die Etttmologic ist dunkel: Landan'S ״Kreisförmig" ist willkürlich. Biellcicht ist an das arab. חזר ncorom eoneepit (In6 vinnmvo) zu denken, womit auch הזרת ziisammenznhängen scheint. Der □ יין תפוחי (Terum. II, 2, 3) ist nicht Acpfelwcin. Daß das '□שרר של ת Taan. 29, b. von Pomeranze» und nicht von gemeinen Äepfeln rede, springt in die Augen. ׳׳'') Mibchar p. 43. Eschkol 80, d. 7,) Vorr. zum Mischnakomm. 93, l>. .1 o c 11 a 11 a 11 P o p e. Abermals hat der unerbittliche Tod einen werthvolleu Ring anö der Kette der jüdischen Gelehrtenwelt gerissen! Iochanan Pope, ein Mathador thalmndischer Gelehrsamkeit Schüler Markus Benedikts und Korrepetitor Löw Schwöbs, der in den meisten jüdischen Gemeinden eines populären NamenS nnd in der gelehrten Welt eines ausgezeichneten Rufes sich erfreute, ist Freitag am 2. Tage deö Laubhüttenfestes (20. Sept.) zn Grabe getragen worden. Die ewige Vorsehung hatte ihn zum Frommen seiner Umgebung ein hohes Greisenalter erreichen lassen; und dennoch schied dieser, durch seine hervorragenden Geistesvorzüge gefeierte Mann noch viel zu früh aus diesem Leben. Dieses Dahinscheideu hat in allen Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung, am meisten aber in der intelligenten Welt eine wahre Trauer hervorgerufen und gab sich dieselbe bei der Bestattung deS Verblichenen offen und unverholen kund; denn trotz des Festtages folgte eine unabsehbare Menschen- Masse dem Leichenznge auf dem weiten Wege biö zum jüdischeu Friedhose, um wenigstens die Hülle deö Verewigten, die Wohnung eines so erhabenen Geistes, an ihren BestimmungSort, die Erde, zurückkehren zu sehen. Am Sarge, um welchen sich die zahllosen Verehrer des Dahingeschiedenen gruppirt hatten, hielt der hochverehrte Prediger, Herr 1)1׳. Iellinek, eine tiefergreifende Rede, in der er die seltenen Vorzüge und unvergleichlichen GeitteSgaben deS Verblichenen mit der ihm eigenen eminenten Rednergabe schilderte. "כשמו ק הוא" rief er ans, יוחנן״ hieß er und er war auch ein in jeder Beziehung Gotteöbegnadigter und Gottbegünstigter", und daraus folgte eine ganze Reihe von geistreichen Zitaten aus dem Thalmud von NamenSgenoffen deS Verblichenen denen der gleiche Geistesgaben besaß. Das Andenken an den Verewigten wird noch lange in Israel fortleben und wenn sein Gebein schon längst vermodert sein wird, werden späte Nachkommen noch manchen schlagenden Witz von Iochanan Pope erzählen, der traditionell von Vätern und Großvätern auf sie übergegangen. Wenn aber NikolSburg einst, wie die Römerin Kornelia aufgefordert würde, seine Schatze zu nennen, so möge eö trauernd auch auf das Grab seines Sohnes יוחנן zeigen. Friede seiner Asche! Wien, 23. September J861. M Literarische Anzeigen. שערי שמחר.Die Halachoth deö Zsak ben Giath. Hcrausgegcben v. S. Bambergcr. Fürth (861. 4. 1. Theil. (Fortsetzung und Schluß *). Diele Sitte ist vielleicht nicht viel jünger als der Thalmud selbst. Arabische Quellen haben sic zuerst erwähnt, eine der Nebcrliefcr. Mohamed'S, worin sie erwähnt wird, ist vielleicht die älteste Quelle "). Das arabische Werk, woraus das אגרת בעלי חיים übersetzt ist, hat es auch 2'). Die jüdischen Quellen welche diesen Gebrauch erwähnen, sind komparativ jünger, berttfen sich aber ans eine Stelle im Midrasch"). Wenn wir diesen Gebrauch — welcher nicht in nnscrm Buche erwähnt ist — anführten, so geschah dieses bloß, weil diese Sitte so allgemein verbreitet ist, oder wenigstens war. Es bietet sich folgende Stelle der Betrachtung dar, woran man manche Bemerkniig knüpfen kann. Die Gconim in Bagdad waren — wie wir ans nnscrm Buche S. 60 lernen — gegen das 3־ כל נדרי)• Wenn man dieses sieht, so wundert man sich allerdings wie man in neuerer Zeit so viel Aufhebens machen konnte über das Beseitigen dcSsc lben, als wenn das Heil der Religion daran hängen würde. Diejenigen, die so viel Lärm darüber gemacht haben, haben nicht gewußt, daß cS einst Gconim gegeben hat. die auch fromm Waken, und die dasselbe für nnbedeutcud hielten. Mau hat viel gegen das כל נ דרי geschrieben. Es darf hier bemerkt werden, daß sich Nchnlicheü auch in der christlichen Welt eingeschlichen hat, und zwar ohne Hilfe des יכל גרר׳ Es sei hier erlaubt folgende Stelle anSzuheben .('׳ ״Die Kapitel im Reich werden durch die häufigen Eidesentbindüngen vorsichtig gemacht. — — — Bald mußten die Erwählte» (Bischöfe u. s. f.) ausdrücklich beschwören, daß sie den a b g e l e gten Eid nicht a u s h e b e n l a s s e n w ü r d e n, u n d d a s a l l e g c f ä r l h c A r g l i st nnd b ö s c n Feind e a n s g e s ch I v s s e u bl e i- Solche Zusammenstellungen könnten der allgemeinen Kulturgeschichte wesentliche Dienste leisten. Kulturgeschichte ist ein Spiegel worin sich die auseinander folgendcn Geschlechter betrachten. Ein alter Filo sof hat eine sehr geijtreiche Anschauung über das sich Ansehen im Spiegel gegeben, welche auch in die hebr. Literatur hinübergangen ist "). Es darf dies auch figürlich ans die Kulturgeschichte angewandt werden. *) S. vor. Nr. S. 33l.