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Ben Chananja · 1861-09-27 · 39 (27.9.1861) · p. Seite 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
39 (27.9.1861)
Date
1861-09-27
Page
Seite 337 (sequence 5)
Language
German
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nicht minder in der Mischna und Gemara: ״ד מפרח> — anö Persien nach Palästina verpflanzt wurde? Wie stünde eS aber dann um den Sinaitischen Ursprung der Ethrvg-Tradition? Wenn die Frucht selbst erst nach dem babilvnischen Erile nach Palästina verpflanzt wurde, so kann doch die rituelle Prariö in keinem Falle älter sein, da nichts unkritischer ist, alö die Voraussetzung, daß man schon in der biblischen Zeit die Ethrogim aus dem AuSlande nach Palästina habe holen müssen! Der vulgären Traditionödoktrin ist übrigens auch mit der Suppositio» einer älter» Zitronenkultur in Palästina nicht geholfen, indem Jahn's Befrem« den zentnerschwer auf derselben lastet: Woher kommt eö, daß eine Frucht, die ein Jahrtausend hindurch alljährlich zu einer religiösen Uebung gebraucht wurde, im Munde des Volkes und seiner Lehrer einen fremden Namen erhielt und behielt? Die Karäer verwerfen den Feststrauß gänzlich, indem sie das darauf bezügliche Gebot ans die Anfertigung und Ausschmückung der Laubhütte beziehen. Zur Begründung ihrer Ansicht führen sie folgende Worte aus Nehemia an: ״Gehet hinaus auf den Berg, und holet Ölzweige und wilde Ölzweige und Mvrtenzweige und Palmzwcige und Zweige von dickbelaubten Bäumen, um Laubhütten zu machen, wie geschrieben stehet (8, 15)." Ueber daS פרי עץ הדר sind sie unter einander uneinig; manche beziehen dasselbe auf den Ölbaum ׳׳'). Sie stehen exegetisch auf unsicherm Boden, historisch im Widerspruche mit dem offenkundigen Usus in der Periode des zweiten Tempels. Die Nabbaniten begnügen sich mit dieser geschichtlichen Grundlage nicht, und urgiren den Sinaitischen Ursprung des Ethrog. Schon Maimonides hebt das traditionelle Moment desselben hervor^). Rapoport folgt ihm hierin, ohne zu bedenken, welche sprachliche und sachliche Einwürfe die angebliche Tradition zu beseitigen hat, um der vulgären Traditionsdoktrin als An- Haltspunkt dienen zu können. (Fortsetzung folgt.) A n m e r k u n g e n. •־׳*) S. oben Nr. 20. 27, 33 und 35. דברי שלום ואמת (״׳׳ Prag, 1800. Verlag voll D. Ehrmanu. 8. 35,. ״׳׳) Das. S. 34.:מקובלת מסיני ממש ׳י׳) Das. das.: .ידעתי כי בהלה נפש כ״ת במנינים באלה '") Saalschutz, das Mosaische Recht, I. Th. S. 418 vergl. mit Hedcffi'ö Eschkol Ha-Kofer Alsab. 221—224. das. S. 85, b, :בלשון י^מר ביודעי הלשון ממהררת s*1אינו מקובל פירושם כי?־־ השבוע ולא ממהרת הדש ויותר פירשו השבת האהת יום טוב במדרשם והאחרות שבועית בגזרתם לעיניך. '") Mailn. Mischne Thora Tcm. und Muff. 7, 11. A. Z. 3 M- 23, 1t. Die Berufung auf 4 M. 33 , 3 findet sich schon bei Hcdeffi, Eschkol 85, (1. lieber Kalonymos s. Emek Ha-Bacha p. 13 und Wiener in Frankels Monatschr. 3, 23<i. Nachmanldes zu 3 M. 23. 17 sucht die daselbst gegebene Vorschrift kabbalistisch durch den Umstand zu bcgründen, daß das Wochcnfcst zugleich das Fest der Gesetzgebung ist, ohne zu bedenken, daß nach Rosch Ha-Schana 6. b. und Sabb. 87, b. das Wochen fest ans den 5. 0. und 7. Sivan fallen konnte. S. G. A. d. R. 2s. b. Scheschet Nr. 06. Heber Peßach 68, b. :,הכל מידים בעצרת das damit nicht übereinstilllint, s. Zijon la-Ncfksch Ehaja das. UebrigenS schwankt die thalmudische Ueberliescrung in Betreff des Tages der Sinaitischen Offenbarung: Sabb. 86, b., über die Inkonsequenz des heutigen Usus s. Magen Abr. 404, 1. "') Oken's Botanik S. 320. Plinins nennt die Pflanze Pala, nach dem malabarischcn IZuIu, Avicenna nennt sic Muzy , woraus Musa geworden. Die Nachm. Ansicht von הרד tbctlt auch Jsak Samuel Reggio, Bikknre Ha-Ittim 11, 3l. Jalknt Jasch ar S. 52. Die Benennniig ״Paradiesapfel" dürfte vielleicht ans Ber. rabba Kap. 15 zurückzusühren sein, wo der Ethrog als die verbotene Frucht im Paradiese bezeichnet wird. Die Bezeichnung ist jedoch niemals im Gebrauche gewesen. *•'׳) Bibi. Archäologie l. 1 , §. 82. Anm. , ׳"') Bibi. Naturgeschichte S. 310. "') Sabb. 88, u. und Tos. das. Schlgw. פריו- Athen. III, kap. 20 Pag. 83, s.: ״fPeiiit r)> rd näöm0> ׳(>nv , rd /׳!»׳ yn^t di[׳)';(')}]tat, tei ,! fti'.'/f, rn ,) f/.rrirrn “ Vergl. Theophr. Hist. Pl. IV. 4. Midr. rabb. zum Hohenl. 2,3. jer. Sukka 3, 5 bab. das. 35, n.: .הדר באילנו משנה לשנה "*) Endlicher's Mcdizinal-Pflanzen der österreichischen Pharmakvpöe S. 487. Athen, ebendas. Kap. 26. '") Plnt. Sym. IX, 9. -') Die Jugend des Hohen!, ist schon von älteren Kritikern bchanptct und vcrthcidigct worden, s. 1)6 VVotto, Ein!, ß. 277. lieber Joel s. Ben Ehananja 3,8. Ti) Dies erhellt aus Targ. zum Hohenl. 3, 5. 7, 9. Der gemeine Apfel heißt הזוה Joel 1 , 12. Der thalmudische Sprachgebrauch verdient um so sorgfältiger nachgcwicsen zu werden, als die traditioncllc Auffassung unter dem thalmudische» Tappnach den gemeinen Apfel versteht, während a n S sch li e ß l ich die Pomeranze d a r u nt c r verstanden werden m u ß : M. Ternm. 10, b.: תפוה שרסקו von einem gemeinen Apfel wäre gesagt worden: שהתבו. In der jer. Gem. das. ist von dem aus dem Tappnach gepreßten Safte (במחמץ במימיו) die Rede, was sich gewiß nicht auf den gemeinen Apfel bezieht (s. auch Me nach. 53, b. ff.) Noch klarer und unzweidcutiger spricht die Mischna Maaßer. 1 , 4. wo תפוחים ואתרתין nicht nur als eine Klasse von Früchten zusammengestellt, sondern auch als ירק, d. i. Sträuche bezeichnet werden. In der Berliner Mischuaübersetzung von 1832 wird letzteres Wort mit ״Krantfrüchte" wiedergcgcben, und die darunter suhsninirten Tappuchim und Ethrogim für Acpfel nnd Paradiesäpfel ansgegeben! Das .תפוחי מילי מילה im Jernsch. a. a. O. ist ohne Zweifel durch zu erklären; welche Art hier gemeint sei, wird erst untersucht werden können, wenn einmal di: Leseart sichergestellt ist. Jedenfalls ist die L. A. d. Jer. richtiger, als die der Tosista : נמילא• In den Wörterbüchern sucht man vergebens eine Erklärung, da das bezügliche Wort ganz und gar fehlt. Der Glossaror, Elias b. Jehuda Löw, denkt in Folge eines seltsamen qui pro quo an Galtapsel, und vergißt, daß von einer für Menschen genießbaren Frucht die Rede ist. Wahrscheinlich wird darunter, wie bei den Klassikern nnter nijkov schlechthin, die Qniile verstanden (S. Rosenm. bibl. Naturgeschichte S. 309. Anm. 5). Die Worte der Mischna: .... התפוח וההזרד אעס״י שרומי׳ זה לזה כלאים זה בזה (Mlaj. 1, 4) müssen daher übersetzt werden: Die Pomeranze und der gemeine Apfel sind von verschiedenen Gattungen, wicwol sie einander ähnlich sind.

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