Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 38 (20.9.1861)
- Date
- 1861-09-20
- Page
- Seite 331 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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331 gegeben — ein fruchtbares Feld war, das aber lange brach gelegen. Möchten sich nur viele finden, die mit Hand ans Werk legten! Zum Schluffe muß ich noch eines lobend erwähnen; etwas das man überall finden sollte, und das doch so selten gefunden wird. Friede und Eintracht — die aber in Gr.-BecSkerek zu Hause sind. Ein Sinn, ein Geist beherrscht alle, und nicht hört man hier die ewigen Streitigkeiten, die in manchen Gemeinden leider zur Gewohnheit geworden. ״Mit vereinten Kräften." — ״Einer für alle, und alle für Einen." — Das sind die schönen Losungsworte. Ich und gewiß noch viele erbitten dieser Gemeinde den Segen des Himmels. Joachim H e i t l e r. <D Wien, 1t. September. Das Alumneum, das Sie im vorigen Jahre für Pest vorgeschlagen, ist bis zur Stunde noch immer ein frommer Wunsch geblieben. In der hiesigen Gemeinde wird ein solckeS in großem Maßstabe in'S Leben treten, und wird noch andcrweitige Unterstützung d. Stndirenden damit verbunden sein. Diese Tage ist folgendes Zirkular auSgegeben worden: Angeregt durch das lebendige Wort, das in einem unserer Gotteshäuser am verwichcnen NcujahrStage gesprochen ward: ״Wie es Noch thue, daß für die Studirenden, die in der Residenz ihre wissenschastliche Ausbildung und Vollendung anstrebcn, eine größere Fürsorge getroffen werde, und sich zu dem Ende ein eigener Verein bilde," — haben sich mehrere Freunde an uns mit der Bitte gewendet, die Ausführung und Verwirklichung dieses Gedankens, der schon so oft und vielseitig vor Jahren angeregt ward, in die Hand zu nehmen. Eine Sammlung für bestimmte, dahin einschlagende Zwecke war schon in früheren Zeiten im Gebrauche und üblich. Die Speiseanstalt, deren Thatigkeit eine so umfassende und wohlthätige ist, hat ihre Wirksamkcil bisher auch zunächst nach der Seite hin gerichtet, und namentlich die angehenden Jünger und Schüler der Mittelschulen bedacht. Aber sie reicht mit ihren Kräften nicht aus, so wie der Theresien- Verein über die Volksschulen mit den seinen nicht hinausreicht. Es wäre daher allerdings wünschenswerth, wenn auch dafür etwas AuSgiebigeü geschehen möchte, und die die Ausgabe erkannt, zur Bildung eines Vereines, der ausschließlich den Studirenden seine Theil- »ahme zuwendet, zusammentreten möchten. Es wäre: 1. Die Verpflegung und Beköstigung armer Studirenden; 2. die Unterstützung der mittellosen mit Kollegiengeldern u. 3. mit den oft unerschwinglichen Rigorosen-Taren in den Wirkungskreis dieses Vereines hineinzuzichen. Es versteht sich, daß die Jünger der jüdischen Theologie und Wissenschaft in vollem Maße Berücksichtigung und freundliche Unterstützung finden müßten. Wir bitten daher Diejenigen. die diesen Bestrebungen ihre freundliche Theilnahme zuwenden möchten, sich gefälligst auf beiliegendem Bogen einzuschreiben, und den Beitrag, mit dem sie das gute Werk zu fördern gedenken, uns anzugeben. Wir denken uns, daß namentlich junge Leute, die selbst den Schulen und der Wissenschaft noch um vieles näher stehen, sich am ehesten dazu verstehen möchten und richten namentlich au sie die Bitte. Wir würden sie gerne als ״die Gründer" des neuen Institutes begrüßen, und als solche in die Annalen desselben eintragcn. Wir bemerken nur noch, daß sobald eine gehörige Anzahl von bcitretenden Mitgliedern sich znsammengefunden hat, es auch ihre Aufgäbe ist, das ״leitende Komitü" für die weitere Ausführung und Verhandlung sich zu wählen, dem wir dann gerne unsere heilige Mission anvertrauen und in die Hände legen. Em. Biach. Mannheimer, Laz. Horwitz, Dr. G Wolf, Prediger. Rabbiner. Neligionslehrer. Pest, im September. Wenn wir den Umstand erwägen, daß alle Berichte, die wir über Schulprüfungen zu lesen bekommen, nicht» als Lobhudeleien, selten oder nie eine ernste, der wichtigen Angelegenheit angeuieffene Kritik enthalten: so drängt sich uns unwillkürlich det Gedanke auf, daß solche Berichte meistens die Lehrer selbst zu Verfaffern haben. Fast möchten wir von dem in der 35. Nr. des B. Chan, enthaltenen Berichte über die hiesige Normal- und Mädchenhauptschule dasselbe behaupten, wenn wir die vielen Unrichtigkeiten in Betracht ziehen, die in demselben Vorkommen. Vor Allem können wir, die wir — wie es scheint — zugleich mit dem Referenten den heurigen Prüfungen beiwohnten, unsere Zustimmung nicht dazu geben, daß solche Leistungen seit Jahren hier nicht gesehen und nicht gehört wurde». Ohne uns in eine nähere Beleuchtung dieser Meinungs-Differenz einznlassen, bedaurcn wir, die wir doch der Prüfung in der Mädchenschule vom Anfang bis zum Ende beiwohnten, von jener Auszeichnung nichts gehört zu haben, welche dem Lehrer Rosenberg zu Theil geworden sein sollte. Um einer Auszeichnung würdig zu sein, muß man die Sprache, in der man Unterricht ertheilt, erst genau kennen, und sie richtig sprechen. Man darf sich nicht darauf beschränken, den Kindern Antworten auf gewisse Fragen für die Prüfuiig einzuprägen, was deutlich an die Schule erinnert, aus der gewisse Lehrer hervorgcgangen, oder an andere, in denen sie die ersten Sporne verdient haben. Oder will man alles Verdienst um die Einführung der ungarischen Sprache in dieses Institut nur für Herrn R. allein vindiziren? So viel mir, als Laien, bekannt ist, gebührt dieses eher dem auch an der hiesigen Handels-Akademie fungirenden Professor Großmann, welcher sich nicht nur um die Einführung, sondern auch um die wahrhaft gewissenhafte Verbreitung d. ung. Sprache Verdienste erworben hat. Sehr unrichtig ist die Behauptung, daß die Fragen und die Antworten in der Mädchenschule ungarisch ertheilt wurden. Die Fragen eben wurden von dem Vorsitzenden Herrn vr. Hauser in deutscher Sprache ertheilt, was die braven, an ungarische Fragen gewöhnten Schülcrinen nicht wenig konfundirte. Ebenso unrichtig ist die Erwähnung des städtischen Direktor», Herrn Krieglec bei beiden Prüfungen vom 16. und 19. v. M-, da dieser am 19. wenigstens nicht gegenwärtig war, folglich auch keirr Lob aussprechen konnte. Fast lächerlich erscheinen uns aber die Fräsen bezüglich der Musterhauptschule. B . . . . r. Literkrische Äiyeigrn. שערי שמחה.Die Halachoth des Zsak den Giathr Herausgegeben v. S. Bamberger. Fürth 1861. 4. 1. Theil. Fortsetzung*). Wenn wir im Thalmud die Sage lesen"), ״daß in der Trauerzeit über MoseS 3000 Halachoth vergessen werden, welche Othniel b. Kenas durch seinen Scharfsinn herstellte, so gibt diese Stelle — eine der sehr intcrcffanteu für thalmudische Kulturgeschichte — Stoff zum Nachdenken. Wir sehen hier den Gegensatz von הילכה und סלסול* Wir sehen auch den Unterschied zwischen der eigentlichen logischen Entwickelung und der in'S B laue treibenden Dial c k t i k der später» Zeit . welche mit gemäßigter Dialektik nichts gemein hat. Daß hier nicht von einem Prinzipe die Rede ist. siehet der Leser klar. Gin Prinzip als solches kann nicht sobald vergessen werden. Es kann diese Entscheidung über einzelne Fälle vergessen werden. — Einzelne Fälle — durch verwickelte Einzelnheiten ausgezeichnet — find *) S. vor. Nr. S. 323. J