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Ben Chananja · 1861-09-13 · 37 (13.9.1861) · p. Seite 323

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
37 (13.9.1861)
Date
1861-09-13
Page
Seite 323 (sequence 7)
Language
German
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Nachbemerkungen der Redaktion. 1. Die Liturgie in der nng. Svnagogc zu Großwartein ist ausschließlich hebräisch ׳, nur das Gebet für Fürst und Vaterland wird in ung. Sprache verrichtet, was auch in der dortigen orlbodoren Spnagoge geschieht. 2. Ein Organist ist nicht ««gestellt, indem die Snnagoge leine Orgel besitzt. 3. Zn der Krirolyi-Konfcrenz steht die neue Großw. Gemeinde nicht in der geringsten Bczi c b n n g; die Gemeinde zählte ,a bereits mehrere Monate des Bestandes, als die Kons, abgehalten wurde. Die Kons, konnte gegen die aller historischen Unterlage entbebrendcii Journalberichte nicht energischer anftrctcn, weil ein Mitgl. dcrs., I)r. M.. dem Grafen wirklich das Versprechen gegeben hatte, die nng. Inden ״nach seinen in anderen Staaten gemachten Erfahrungen zu klassifiziren." Rücksichten, die nach der Auflösung des Reichstages nicht mehr vorhanden find, hielten mich damals ab, diele Thatsachc zur allgemeinen Kcnntniß zn bringen. Ich beschränkte mich also, indem ick, die übrigen Konscrcuzgliedcr ihres Wegeü gehen ließ, daraus, in der ״ung. Presse" zu erklären, baß ich bloß die Gründung eines Kultur- Vereines zur Sprache gebracht habe. In dieser m. Erkl. bediente ich mich nicht des Wortes Kultur, sondern des nng. Wortes: miveKMes. 10־ daß die Vcrwcchsknng zwischen Kultur- und Knltusverein gar nicht stattfiudcn konnte. Meinen Vorschlag machte ich in Folge der v. d. Gr. geschilderten Ucbelständc im nördl. Ungarn. Di׳. M. letzte!11. Vorlchlage die Bemerkung entgegen, daß ״der Hr. Gr. etwas Greifbares und Faßbares haben wolle." Ich nothigle nach der Kons, den Di. M., sich in meinen Wagen zu setzen, und warnte ihn vor weiteren Schrine!! auf der betretenen Bahn. Von Konzessionen aus religiösem Gebiete!Hai der Gras durchaus keine Erwähnung, und wurde in dieser Rücksicht leine wie immer Name» habende Proposillvn gestellt. Wien, im September. Die hiesige ״Presse" veröffentlicht einige Beschlüsse des zur Regelung der k o nfe ssio »eil cn An g elc.- ge nh ei tcn vom Wiener Abgeordnclcnhansc eingesetzten Ausschusses׳, es befinden sich darunter folgende: ״Allen Kirchen- und Rcligioiiögenossciischasten ist vom Gesetz gleicher Schutz und gleiches Recht verliehen. Es gibt keine durch den Staat bevorrechtete Religion. Jede Kirche und ReliaionSgcscllschasr ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbstständig, bleibt im.Besitze und Genüsse der für ihre Kultus-, Unterrichts- *und WoblthärigteilSzweckc bestiuimten Anstalten, Stiftungen und Fonds. Der Einfluß jeder Kirche und Religioitsgeiioffcuschaft in den Volks- und Mittelschulen ist aus den Unterricht in der bezüglichen Religion eingeschränkt. Die Vorträge in der Religionswissenschaft an Universilälen sind von dem Einflüsse der Vorsteher und Diener jeder Kirche und ReligiouSgenosscuschast frei. Die Gesetzgebung in Absicht auf Ehcangclöbnissc nnd die Ehe, soweit es sich um ihre rechtliche Giltigkeit und ihre bürgerlichen Wirkungen handelt, steht dein Staate allein zu, und er übt die bezügliche Gerichtsbarkeit in Ehesachen durch weltliche Gerichte aus. Die bürgerliche Giltigkeit der Ehe ist nur von deren Abschlüsse vor dem durch den Staat hiezu bestellten Beamten abhängig. Eine kirchliche Trauung kann nur nach der Vollziehung des vorgedachlen Aktes stattfinden. Die ReligionSverschiedeuheit ist kein bürgerliches Ehehinderniß. Szegeditt, 9. September. Gestern Morgens ist eines der hervorragendsten Mitglieder der hies. Gemeinde, Hr. Herrmaun Kotnny i, eines plötzlichen Todes gestorben. Derselbe war durch eine Reihe von Jahren ein thätigcö Mitglied des Geineindevorflandcs, und nahm an der Einführung des gottesdienstlichen Ehorgesaugeö sehr lebhaften Antbcil. Wegen seiner musterhastcn Rcchtschassciiheir wurde er tu der ganzcn Stadt geachtet. ״Als ein echter Israelit" sagte der Rabbiner mit Recht an seiner Bahre — ״kannte er in der Ucbung der Gcrechtigkeit nnd Liebe keinen Unterschied des Stammes nnd der Religion." Ein unabsehbarer Zug, darunter viele Christen, folgte dem von Fackclträgern umgebenen Leichenwagen*). Der Verblichene wird bei Allen, die ihn kannten, in gesegnetem Andenken bleiben. Rübe seinem Gebeine, Friede seiner Seele! W. Literarische Anzeige». •שערי שמהר־').Die Halachoth des Jsak b t II G i a t h. Hcraiisgegcbcn v. S. Bamberger. Fürth 1861. 4. 1. Theil. Kulturgeschichte ist der Brennpunkt, worin sich viele literärische Bestrebniigeu vereinigen. Dieselben bätien ohne diesen vielleicht gar keinen Nutzen. Das, was man gewöhnlich Geschichte nennt, gehört hieher. Der Wcrtb, derselben wurde z. B. von Main! o nid es sehr gering angeschlagen. Andere mohamodanischc arabische Gelehrte thciltcn seine Ansicht^), ob diese Ansicht richtig ist oder nicht, ist für den Augenblick außer dem Bereich unserer Betrachtung. Das hier zu besprechende Werk ist rein Thalmndisch, und insoseru würde cS bloß für Thalmndisten seine besondere Wichtigkeit haben. Es bar aber auch Zilsaninienhäiige mit jüdischer Kulturgeschichte, dieses ist es was uns die uachsolgcnden Zeilen zu schreiben bcstinnntc. Es schließt sich dieses Werk in seiner Methode an das Sefer ha-Masteaeh von Raben» Nißim an^), so ivie auch an das allbekannte Werk des Jsak Alsasi (Ris). Beide haben die dialektische Form des Thalmuds zwar gewiffermassen bcibchalien, aber sehr beträchtlich abgekürzt, und haben dadurch vielen Diskussionen den Weg abgeschnittcn. Insofern beide meistentheils auch die Entscheidung (הלבה pDD) gegeben haben, haben sie ihren Werken zugleich praktischen Werth gegeben- Eö ist doch diese Entscheidung der letzte Zweck alles StndiuniS zu betrachten. Die thalmudische Dialektik, welche die später» Zeiten in Anspruch genommen bat. hat ans das Studium des Thalmud selbst nicht den besten Einfluß anögeübt. Es finden sich im Thalmud selbst manche sehr geistreiche uneigentliche Ausdrücke für dialcktiichc Bestrebungen, die in einer thalmudische Knltnrgeschichtc ihren Platz verdienen, cs sind Ansdrücke von Männern ausgegangen, die wirklich über der Dialektik gestanden haben. Wir wollen hier nur den Ausdruck auöhcben ״Bäume 11 m h a neu nnd wieder a u sst eile 11 Man hat nicht viele Urthcile über spätere thalmudische Werke. Die eigentlichen Thalmndisten von Fach s), hatten nicht allgemeines Urtheil dazu, wirkliche Logik nnd GeschichtSkenntniß aus dem thalmuvischen Gebiete sind dazu nothwcndig. Der Mangel an methodischen Uebcrsichtcn ist der Grund des Mangels an Urtheilü). Diejenigen aber, welche allgemeine literärische Kenntniß genug besitze», ein Urtheil zu geben, haben nicht immer die nöthige Kcnntniß des Einzelnen, oder halten es vielleicht nicht der Mühe werib, viel geistiges Kapital daran zu wagen. Die Werke der alten Gelehrten, sowol ans dem Gebiete des pDC als auf dem der Rcöponscii (Teschuboth ) sind allerdings leichter zu bezwingen, da sie so viel als möglich überflüssige Dialektik ferne gehalten haben. Eö sind Zeugnisse genug vorhanden, wie sehr dieselben diesen Spiegelfechtereien sich cntgegenstellten. Wir wollen nur auf die *) Es ist für den Geist, der in der hies. Bevölkerung herrscht, bczcichuend, das! die Christen vor einem jüdischen, die Inden vor einem christlichen Lcichenzuge den Hut abnchinen. Der Einsender.

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