Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 37 (13.9.1861)
- Date
- 1861-09-13
- Page
- Seite 322 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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dic polnische Nation wurde durch das geincinfchaftlichc Vorgehen der Polen und Inden in fccr feierlichen Kundgebung des Nationalwillcnö bei den in jüngster Zeit in Warschau ftattgchabtcu Ereignissen eklatant erwiesen. Und denen, welche noch immer in ungerechter Beschränkung der Juden das Heil des Landes selicn, mögen diele geschichtliche» Fakta als Lcbre vorgehalten werden! Ncb. Landes. Korrespondenz. Ans Galizien, Ende Anglist. Die Nachricht in Nr. 27 Ihres geschätzten Blattes, daß ״Ben Ehauanja von Zeit zu Zeit auch hcbr. Gaben seinen Freunden bringen wird" wurde von den galizischen FortschrittSmänncru sehr freudig begrüßt; denn obwol wir jetzt ein eigenes hcbr. Organ in Lemberg unter dem Titel ״Hamwasser l'Galizien" besstzcn. so können wir doch dic Befriedigung der mciftcn galizischen Fortschrittömanner darüber nicht auSdrücken und profezeicn diesen! fpetiilativen Unternehmen des Herrn McnkcS keine lange Dauer. Schon der Name des faktischen Redakteurs, Herrn I. Kohn, an denn sich bereits GeistcSgeburten (wie Mcged Jerachim, Ozar Elwchmah) von kurzer Lebensdauer knüpfen und zu dem das galiz. Publikum kein sondcrlichcS Zutrauen hat, heißen uns ans ein baldiges reqmescat in pace des Hamwasscr gefaßt machen. Herr I. Kohn kann sich unmöglich der Erfordernisse, dic man jetzt an einen Redakteur einer periodischen Wochenschrift, dic für die Zukunft eine größere Beachtung der Politik verfvricht, rühmen. — Die ׳Redaktion und deren Helfershelfer besitzen keine Selbstständigkeit, sondern buhlen um dic Gunst einer gewissen Kotterie;!0 sucht Herr Menkes seinem Protektor Sal. Klüger aus Brvby zu gefallen, um auf diese Weise von dem galizischen Inquisitor die alleinige Erlaubnis! zur Auflegung des Thalmud zu erlangen, Herr Kohn wiederum sucht irgend eine Professur an einer städtischen Thalmud- Thora. Wahrlich! ״Mit solchen Mächten ist kein Bund zu flechten!" Was ferner dic Tendenz des gedachten Blattes betrifft, so vermag sie hier zu Lande keine Partei zu befriedigen; denn der Fortschrittspartei ist der wässerige Hamwasscr zu reaktionär und kann keineswegs den Vergleich mit dem daselbst beliebten Hamagid aushalten, und für die sogenannten Orthodorcn ist er ganz überflüssig; denn Ortbodoric ist bei uns gegenwärtig gleichbeventend mit Ignoranz, die nicht das minbeste Bednrfniß einer GcisteSnahrung suhlt. Ich glaube daher, daß mir dem II. Quartale der Lesekreis des Hamwasscr ans eine sebr geringe Zahl rcdnzirt werden wird. Soll aber ein derartiges literarisches Unternehmen auf Fortbestand Anspruch machen, so muß es ganz andere Kräfte aguiriren und eine andere Tendenz verfolgen; denn mit Halbheilen richtet man nichts ans. Der Hamwasscr muß, wenn er nicht so geschwind das Zeitliche segnen will, auf eigenen Beinen stehen lernen und den Fortschritt auf sein Banner schreiben *)! — Bor Schluß meines Artikels will ich noch eines kuriosen Verfahrens von Seite des Herrn I. K. erwähnen. Im Hamwasscr ist nämlich eine Korrcsvondenz תשובה בלאהבה eröffnet worden, worin Herr Kohn Sachen, worüber er gar nicht befragt wird, beantwortet, um gleichsam dem Lesepnblikum von seinen großen Verbindungen zu erzählen. — Der bebräische Literat, S. H. Mondschein ans Bolcchow, beschäftigt sich gegenwärtig mit der Herausgabe seines bereits vor einigen Jahren vollendeten Werkes עמודי עולם» worin die bestehenden Mißbräuche in Kultussachen in Galizien und besonders dic Mißbräuche beim Jugendunterrichte gerügt und die Gründung von Schulen sehr befürwortet werden. Es *) Wir durften vem Tadel um so weniger das Wort entziehen, als wir auch das Lob lanr werden ließen.! wird nächstens dic Presse verlasse». Wir können nichts so sehr wünschen. * als mögliche Verbreitung solcher Schriften unter den galizischen Jsraclitcn. L. Wien, 8. Scvtcmber. Bestelle dein Hans, ״Ben Ehananja", denn deine Tage sind gezählt. Dic Korvfäcn der ״Nenzeit" — nicht der Neuzeit — erklären mindestens, ״daß heutzutage. wo oft Stunden mebr Geschichte »lachen. als es vormals Jahre lhaten, ein erzciitriscss gelegener Ort sich weniger zur Herausgabe eines dic Situation überschauenden Blattes eigne." Damit, ist das Endnrtheil über Dich gefprochen! Wer hätte wol geahnt, daß die Wiener ״Neuzeit" Männer aufzilweisen habe, vor denen alle Heroen des AlterthnmS und des Mittclalrerö beschämt zurücktreten müssen? Oder ist es schon jemals einem Sterblichen gelungen, dem Weltgeistc, der die Geschichte macht, das Gcheimniß abznlanschen, an welchem Tage Geschichte gemacht werde» wird's Unsere Nenzeitlcr wissen dies genau ans ein Haar.׳ In der Folge wird nur der Donnerst., der SchöpfnngStag der stummen Fische n. d. bloß singenden oder doch nur papageienartig redenden Vögel, das Glück haben, Geschichte zu machen, damit es die Freit, crsch. ״Neuzeit" den anderen ״an exzentrisch gelegenen Orrcn" crscheulcndcn jüd. Blättern an ״Ueberschauuug der Situation" znvorthnn können. Natürlich wird die Geschichte fortan nur dort gemacht werden, woher die ״Neuzeit" früher Kunde davon erhält als die ״Er,zentrischen." Dic Redakteure der ״Neuzeit" haben also einen tiefen Seherblick in die Zukunft gethan! Sie sind die Profctcn der Wiener Journalistik! In ihren Zirkularen an die Gemeinden geben sie sich auch als Profeten zu erkennen, indem sic geradezu versprechen, die Ereignisse der nächsten Zukunft zu signalisircn! Für Dich l. B. Eh., gibt cö nur einen Trost: es werden sich überall Leute finden, die noch nicht vergessen haben den alten thalmudischcn Spruch :הכם עדיף מנביא! Das Programm nuferer Nenzeitlcr kann auch nicht besser charakterisirt werden, als mit den Worten des Tbalmnd: אין אלו אלא דבדי נביאות• — Der Hr. Hofwechslcr Deutsch fährt fort, das religionspolizeiliche Treiben mancher ungarischen Rabbincn und Gemeindcvorständc mit der ganzen Kraft seines Einflusses zu unterstützen. In diesem Augenblicke ist es die ung. jüd. Gemeinde zu Großwardein, gegen welche er zu Felde zieht. Vorlättsig hat er nur so viel erwirkt, daß sich nicht Wenige jener Gemeinde mit warmer Sympathie zngewcndct haben. Eine Sache, gegen welche Hr. I. D. in die Schranken tritt, kann in der That keine schlechte sein. Nichtsdestoweniger sollte die bezügliche Gemeinde ein Programm rer von ihr vorgenommenen Lkeuerungen veröffentlichen. um allen Schmähungen und Verdächtigungen eiitgcgcnzntreten. Josef Z e m p l v uv i. Wie», 10. September. Verehrtester Herr Redakteur! Im Interesse des Friedens und des Fortschrittes unter meinen ung. Landslenken nnv Glaubeusgenossen. erlaube ich mir die dringende und nachdrückliche Bitte, im ״B. Eh." folgende Fragen beantworten zu wollen: 1. Wird in der von Ihnen eingeweihten Synagoge zu Großwar- Wardein der ganze Gottesdienst in ung. Sprache verrichtet, oder sind auch hcbr. Elemente beibehaltcn, wie dies im Hamburger Tempel der Fall ist? 2. Ist der in der Synagoge angestellte Organist ein Jude? 3. In welchem Verhältnisse steht die neue Großw. Gemeinde zu der vielbesprochenen Konferenz beim Grasen Kärolyi? Sic würden der guten Sache einen sehr wesentlichen Dienst leisten, wenn Sie sich entschlößen, über diese Konferenz nähern Aufschluß zu geben. Warum setzte d. Konf. den Journalnachrichten nicht ein einfaches und kräftiges Dementi entgegen? Warum wendete sich dieselbe an den Grafen? Warum gaben Sie, Herr Red., eine besondere Erklärung ab, ohne sich den Schritten der übrigen Konferenzmitgliedcr anzuschließcn? Josef Zempl önv i.