Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 36 (6.9.1861)
- Date
- 1861-09-06
- Page
- Seite 312 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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12 יי; könne, ohne der sonstigen Ausbildung als Weltbüger Ein- Uag zu tbuu. A. E l 0 111 0 1t t a r b i 1 b 1t 11 g. DaS Höchste, daS Unerreichbare feil hier scheu dem schwachen Kinde näher gebracht werden? Ohne Zweifel — ״Liegt ja dem Kinde das Höchste eben näher, alS daS Niedrigc, zumal da jenes in ihm liegt/' (Jean Paul Levana 1. Band.» Gar frühe scheu eröffnet sich im Innern deS Kindes die Wunderblume deS Glaubens, die einzige, die alles! Wissen überdauert und der legte Treff für den scheidenden > Erdensehn ist. Aber se früh sie erblüht, je zart ist sie! und gar leicht streifte sieb ihr Blüthenffanb ab, wenn die unzarte Hand ihn berührt. Nun sendet, jüdische Eltern, eure Kinder in die Schulen anderer Konfessienen und sehet zu, ob ihr im Stande seid, dieses schöne Gut dem Herzen euerer Kinder zu wahren gegenüber dem, was eS nothwendig Erkältendes, weil mit seinem Glauben, mit seinem jüdischen Gemülhe Streitendes vernehmen muß! — Ist darum die konsessionelle Schule für jüdische Kinder ein Bedürfniß, so wird eS eben darum auch für sie zur unabweiSbaren Nolhwendigkeit, sich in dieser ersten Fase ihrer Wirksamkeit an diesen Onell zu wenden, der so lauter und ergiebig fließt. Jeder Unterricht, ganz vorzüglich aber der Unterricht der jüdischen Bürgerschule, wende sich da an daö gläubige, empfängliche Gemüth, daS, weich und bildsam wie Wachs, jeden Eindruck mit überraschender Treue wiedergibt. Dem Gemüthe, daS unbeirrt von jedem Zweifel, den eS nicht kennt treugläubig ausschaut zu semem Lehrer, darf man nicht b e w eise n wollen, darf nicht b e w Lese n werden sollen, waö ihm zu beweisen unmöglich. Darum auf dieser Stufe kein sn ste mal i sch e r Neligionöunterricht, darum auch aus dieser Stufe keine Anforderung über daö gewöhnliche Stundenmaß, das auch in anderen konfessionellen Schulen dem Religionsunterricht eingeräumt wird. Und dennoch, dieses die unabweisbare Forderung unserer Religion in Uebereinstimmung mit dem kindlichen Gemüthe, dennoch habe der Zögling gerade in diesen Jahren größere Bildsamkeit und Empfänglichkeit die meiste Zeit Unterricht in seiner beseeligenden Religion. Aber wie? - Wie?! Sehet auf deö Kindes erste leibliche Nahrung und lernet vom Leben für'S Leben! — Spärlich fließt ihm der süße Born, aber immer und immer wieder wird ihm derselbe gereicht, immer minder und ungesättigt stets wendet eö demselben lächelnd zu. — So durchdringe dieser Unterrichtözweig und beeinstuße jede Disziplin. Spärlich aber oft fließe ihm diese LebenSmilch in Allem, waS ihm vorgetragen wird. Was wird vorzüglich in den ersten Schuljahren gelehrt? Sehen wir vom Rechnen ab, da6 sich nur an den Kopf wendet, so bleiben uns: a) der Leseunterricht — mit ihm verbunden b) die Gedächtnißübung c) der Schreibunterricht, und 11) der Geschichtsunterricht. Welch' herrliches Feld zum Anbau der Gotteösaat gleichzeitig mit der für'S g e s ch ä s t l i ch e Leben bestimmten Pflanze! Wie in den Schulen anderer Konfessionen daS Lesebuch neben seinem einfachen dem Naturgebiete etttnommenen Lehrstoffe, neben kurzen Erzählungen aus dem täglichen Leben, neben kleinen Gedichten als Memorirffoff, die ReligiouS geschichle in leicht faßlicher biografischer Darstellnng als Stoff für den sittlichen Anschaunngö-Unterricht anszeigt, so muß dieses auch in dem konfessionell-jüdischen Lesebuche geschehen, so muß der Leseunterricht seinen bildenden und zugleich für den svstematischen Religionsunterricht vorbereitenden Einfl n ß üben. Solcher Lesebücher giebt eS für die jüdische Schule bearbeitet von Dr. E. Hech t (nach der Haefter'schen Methode» und von I)!׳. Jakobsohn. Wie in den Schulen anderer Konfessionen Bibclverse und KatechiSmuSlehren Memorirffoff, so seien eö vorzüglich, (wir inöchlen sagen ausschließlich) die erfferen für die jüd. Schule, wiederkehrend in kurzen Sentenzen, die als Borkegebläkter den Stoff für den Schreibunterricht geben. Der Geschichtsunterricht, auf dieser Stufe nur als sitllicher AnschauuugS-Uuterricht zu fassen, wende sich in diesem zarten Alter an de>t Knaben mit der, dem kindlichen Gemüthe ganz besonders zusagenden Sprache der biblischen GeschichtSerzählung. Hier werde er genährt der Geist der Gläubigfett, gebildet für'S Leben, gestählt gegen manche Unbill!lud Versuchung desselben. Hier besonders lehrt die jüdische Schule dem Kinde in jedem Augenblick den Lenker der Geschichte seines Volkes, zeige ihm den vorsorglichen Gott Israels in seiner Vatergüte; hier erwecke sie daS Gefühl der innigsten Dankbarkeit, das Gefühl des Gehorsams und der Zuversicht zu seinem hinmilischen Vater. — Hier geschehe dieses, weil eS hier Hand in Hand mit dem formal bildenden Unterrichte geschehen kann. Denn kein besseres Mittel für die Sprachbildung gibt es, als wenn bei den Voru. Nacherzählen der dem Kinde zusagenden Erzählungen ans der biblischen Geschichte darauf m i t Gewicht gelegt wird, daß dieses iu guter Sprache geschehe. Auf diese Weise erhält das Leben, waö sein ist, eben svwol, wie der innere Mensch, der Jude, auch seines TheilS nicht verlustig geht. Auf diese Weise genügt die jüdische Bürgerschule den Anforderungen der Welt, wie denen der Religion. Ein kompetenter Beurtheiler spricht sich über den Unterricht in der Geschichle des jüdischen Volkes auch in christlichen Schulen schließlich folgendermaßen auö: — 1f— — — — Nur darauf will ich noch aus- ״merksam machen, welch' ein Gewinn dem Kinde für die ״Auffassung der Geschichte überhaupt, für das eigentliche ״Verstehen derselben dadurch znkommt, daß eö zuerst mit der ״Geschichte des jüdischen Volkes bekannt wird. Eö ist näm- ״lich in der Geschichte keines Volkes die göttliche Führung ״so sichtbar hervorgetreten, als in dieser; eö ist auch die ״Geschichte keines Volkes so klar ihrem Geiste nach durch- ״schaut worden von denen, die sie niederschreiben, als eben ״diese. Das bedarf keines Beweises, denn jedes Blatt des ״alten Testamentes ist deö Zeuge. Darum aber wird von ״hier auö der Sinn für daö rechte Geschichtsverständniß