Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 35 (30.8.1861)
- Date
- 1861-08-30
- Page
- Seite 305 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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305 ׳Betlmge zur lijnfimiiltfrfjcii " '' ״ uni) ilflcrtfjiimstalic. Von Simon Bacher. 122. דורשי המורות• (Berachoth 24 a Pesachim 54 Chulin 124 b). Ts ist bereits früher in d. Bl. (B. Chan. I. 163) und erst jungst Nr. 23 eine Erklärung dieses Wortes gegeben worden, ohne daß die etymologische Lösung desselben bedeutend gefördert worden wäre. Ich erlaube mir daher die Frenude kritischer Forschung auf die Leseart des Halachoth Gedoloth zu Berachoth (folio 6 a der Wiener Ausgäbe) hinzuweiscn, wo cs דורשי המורות heißt. — Wir haben es daher hier mit einem rein biblischen Worte zu thun (l B. M. 27. 15. — 2 Chr. 20. 25) und werden unter diesem Worte die Kostbark eit c n, die G e h e i m l e h r e n der Tradition verstanden. (Psalm. 19, 11) vergl. Aboth 5, 14. ״כלי חמדה״ und תי״ט zur Stelle שבו נתנה התורה• Als dem Profeten Daniel die verhüllten Tiefen der Zukunft offenbart wurden erhielt er zugleich den Namen איש המודות״" sDanicl 4, 23. — 10, 11, 19.) Ob sich diese Leseart auch in den andern Ausgaben des )ה״ vorfindet, möge Herr Reifmann bei der beabsichtigten Drucklegung dieseö Buches kritisch sicher stellen. Analogien zu ähnlichen bei diesem Worte stattgefundenen Koruptionen durch Verwechslung des ר mit ר flnden wir auch Chulin 54 a Sanhcdrin 52 a — woselbst Aruch Rad. המד statt נהמת und נהמדו הומרת und חומדת liest. — Solche Korruptionen schlichen sich nicht nur bei dem nonchalanten Abdrucke des Thalmuds, sondern auch bei dem in Hand und Mund des Volkes befindlichen Sidur ein. — So muß es z. B. in der 3. Strofe des ChanukaliedeS מעוז צור allenfalls statt כמעט שעברתי heißen כמעט שעבדתי; analog dem אזי אבדתי (Ps. 117 , 92). — Sowol die Gleichförmigkeit des Reimes mit dem Vorangehenden — שקטתי — עבדתי — wie auch der natürliche Wortsinn des sonst unverständlichen Verses lassen dies unbezweifelt erscheinen. Originell erscheint auch die Erklärung des Aruch, wonach להט המודות (Daniel 10, 9) bedeute: frischgebackenes Brod. — Doch heißt wol un Thalmud המר Verbrennen, auch ממרתא Kohle, verwandt mit dem biblischen כמר und המרמרו (Miob 16, 16. Vergl. 1, 20) keineswegs jedoch המד Die Worte des Thalm.להמא המימי רהטי דכיא (Joma 77 b) (nach Jalkut II 157 b — und Reschith Chachmah 137, b) mögen wol Aruch hierzu veranlaßt haben. Ans dieser Ursache erklärt gewiß auch der Kommentar SaadiaS diese Stelle mit לחם הט• Sollte die Leseart דורשי המודות im hal. Ged. nicht kritisch sicher gestellt werden können, und wir bei דורשי המורות bleiben müssen, so verdient die Erklärung des R. Jonah beim Alfasi Berachoth (15, 6 d. Wienerausgabc) allenfalls Beachtung. הומרתא heißt so viel als Knoten (vergl. Jebamoth 102, a Sabbath 112 a) daher דורשי חמורות Erklärer verschlungener, schwieriger Stellen. Diese Erklärung läßt sich auch auf das dunkle כמין הומר Sotah 15 a Kiduschin 52 b) anwenden, und scheint sie auch Raschi (2 B. M. 21, b) zu adoptiren. Das dunkle במהמרות (Psalm. 140, 11) könnte dieser mit Fallstrick, Schlinge, Netz übersetzt werden, was dort der Stelle einen sehr passenden Sinn geben würde. Auch des vom Aruch nicht zitirte מהמתח (Jeruschalmi Moed Katan 2, b) könnte ebenfalls mit fluchtwerk erklärt werden. DaS Targum zu Psalm. 140 11 Gatte die Leseart במהמורות und erklärt es mit Gluthen. Wie kann es uns dieser׳ andererseits W״nder nehmen, daß Arnch statt דורשי המורות und ד' המורות כמין הומר und כמין הומר hat. Haben sich daher in der Bibel trotz der Sorglichkcit der jeden Buchstaben zählenden und messenden und den Urtert ängstlich bewachenden Masoreten bei gleichförmigen, leicht zu verwechselnden Buchstaben sich so verschiedene Lesearten einschleichen können; so brauchen wir bei der kritischen Sichtung des thalmudischcn Tertes gewiß nicht lange zu schwanken, wenn wir in dem von Rabenu Tam im Sefer Masoschar zu den ספרים הצוניט des Thalmnd gezählten Mal. Ged. eine richtigere Leseart sinden. Bei dieser Gelegenheit sei es auch bemerkt, daß die von mir in d. Bl. (״B. CH." II 327) gegebene Erklärung ad Berachoth 7 a über die Dauer einer רנע sich auch in dem von der thalmudischen Kritik noch nicht genug gewürdigten Sefer Majaschor befindet (§. 493 Fol. 55 a). (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland. Ätraßburg, im August. In unserer Stadt besteht ein israelitischcr Verein meistens von jungen Leute gebildet mit dem Namen ״sociefö des jeunes gens israölites“ (Verein israelitischer junger Leute). Sr hat sich den schönen Spruch ואהבת לרעך כמוך zur Devise gewählt und ist stets beflissen dieser seiner Devise treu zu bleibcn, indem er nicht nur die Mitglieder, meistens junge Leute, in Krankheitsfällen unterstützt und ihnen auf ihrem Todtenbetie den letzten Dienst erweiset, sondern auch anderen Leidenden hülfreich beisteht. Zur Unterstützung der unterdrückten syrischen Christen hat der Verein eine bedeutende Summe gespendet. Am 19. und 20. Zuli weihte er in seinein Lokale eine Thorarollc ein. Dem Akte wohnten mehrere hochgestellte Personen bei. Besonders große Verdienste hat sich um den Verein und um die Hebung der Feier der Vereinspcäsident, Herr L ö w y erworben. S. L. (Nach dem Hen d’Israel). ® Straßburg, Mitte August. Wie sehr der leitende Vorstand der Alliance universelle beflissen ist, der Aufgabe des Vereins nach allen Seiten genügen, ersehen Sie unter Anderem aus dem Umstande, daß sich der Vereins-Präsident mit dem Grafen d'Escayrac de Lauture in Korrespondenz gesetzt hat, um von demselben Auskunft über die Juden zu erhalten. Den interessanten Brief des Grafen finden Sic m der letzten Nummer des Eien d'Israel abgedruckt (Die in dem vor uns liegenden Briefe enthaltenen Notizen bleiben weit hinter dem zurück, was bisher über die Chinesischen Juden bekannt wurde. Auffallend genug ist es, daß die umsichtige Redaktion des Lien nicht einmal auf die Forschungen 8. de 8avy'S hingewiesen hat, welche schon Jost benützte (Gcsch. IX. Reg. S. 36—41.) Originell, aber noch sehr der Bestätigung bedürftig scheint uns folgende Notiz d. Grafen: ״Die Juden verehren ConfaciuS, aber ich glaube nicht, daß diese Verehrung als religiös angesehen werden könne. Es ist bloß eine, einem ausgezeichneten und daher von Gott zur Leitung seines Volkes bestimmten Manne dargebrachte öffentliche Huldigung. Diese Huldigung, von der katholischen Kirche lange Zeit zugelassen und später verdamnu, wird von dem Staate, den Gelehrten und den Magistraten verlangt, und wir wissen, daß die Israeliten von Kalfou oft höhere Reichsämter bekleidet haben — Red.). 456016