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Ben Chananja · 1861-08-23 · 34 (23.8.1861) · p. Seite 296

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
34 (23.8.1861)
Date
1861-08-23
Page
Seite 296 (sequence 4)
Language
German
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296 deutsche Schule, deren gute Erfolge aber nicht alle Bewohner Triesch anerkennen wollen, und sich Privatlehrer halten. Anmerkenswerth sind die in Triesch bestehenden Legate. 1) Von Moses Simon Hesky 1000 fl. ä 8% zur Beisteuer bei Gelegenheit der Verheiratung eines mittellosen verwaisten Mädchens; 500 fl. ä 6% wovon % dem Hrn. Rabbiner, und % drei Thalmudisten; 500 fl. a 6% an Arme zu den 3 Hauptfesten. 2) Von Elias Mautner 1200 W. W. =6000 fl. B. z. 20 fl. für die Gemeindebeamten, 40 fl. an alle Chewrot. 3) Von Samuel Heller 400 fl. für den Unterricht armer Kinder. 4) Von Marie Heller 400 fl. für Arme am Jahrzeitstage. 5) Von David Horazdowitz 80 fl. für Thalm.-Thora, 60 fl. für Arme. 6) von Josef Kuh 100 fl. W. W. für 4 Arme, 152 W. W. für die Chewrot. 7) Samuel Kopperl 200 fl. für Thalmud-Thora. 8) Ben Samuel Kazdowitz 40 fl. in das Askarotbuch für dessen Vater 20 fl. für Arme. 9) Markus Bachrach, Staatsobligation pr. 2547 fl. 30 kr. C.-Mze. für die Armen. 10) Elisabeth Wiesenwald 1090 fl., u. z. 400 fl. für T. T. 600 fl. für Arme, 20 fl. für arme Wöchnerinen, 30 fl. für Chewrot. 11) Leopold Katharina Baruch 500 fl. u. z. 100 fl. zur Vergrößerung des Urfonds; 100 fl. für Arme am Sterbetage des verstorbenen Hrn. Weizenkorn, 100 fl. für christliche. Arme, 200 fl. für Erziehung armer Waisen. 12) Jsak Wiesenwald, 1500 fl. u. z. 800 fl. für T. T. 400 fl. für's Armeninstitut; 200 fl. für würdige fremde Arme; 100 fl. für Tefillin und Mesusoth zu Händen des Herrn Rabbiners. Nebstdem noch 1200 fl. als Grundstock Armen zu borgen. 13) Rosalie Kern 1200 fl. an Arme, 100 fl. Rabbinatsstiftung. 14) Mathias Ehrlich 200 fl. Rabbinatsstiftung, 400 fl. dem Armeninstitute. 15) Babet Wolf aus Teltsch 200 fl. Rabbinatsstiftung und für 3 arme Anverwandte. 16) Regina Lichtenstern für Arme am Jahrzeitstage ihrer Mutter. 17) Simon Lichtenstein 50 fl. für's Armeninstitut und 100 fl. für Witwen und Waisen. 18) Katharina Baruch 200 fl. für Arme, 400 fl. für Erhaltung eines Chores oder einer Orgel, oder in Ermanglung derselben, jüdische Meister zu unterstützen. 19) Therese Baruch 40 fl. für Arme. 20) Eva Oesterreicher 100 fl. für Arme. 21) Jsak Kern, derselbe hatte 8 Kinder, da aber dessen Tochter Regina verstarb, so tritt das Armeninstitut an ihre Stelle in der 8Besitztheil des Hauses Nr. 1. Nebstdem 75 Loose v. Jahre 1839 für Arme, die mit 1000 fl. Gewinn gezogen wurden. 22) Salom. Jos. Oesterreicher 200 fl. für Arme. 23) Markus Kachel Baruch 400 st. ö. W. für Arme. 24) Pauline Heller 100 fl. ö. W. für Arme. 25) Judith Baruch 100 fl. ö. W. für Arme. 26) A. Herschmann aus Teltsch 100 fl. Rabbinerftiftung. 27) A. Münch, noch lebend 100 fl. für Kiduschwein, 300 fl. ö. W. für T. T. 27) Ein Haus des I. Wiesenwald für T. T. — Das sind die bestehenden Stiftungen einer Gemeinde, welche vor dem I. 1848, 102 Familianten, d. i. privilegirte Eheleute, zählte. So schied ich von meinem Geburtsorte mit der größten Achtung, aber auch zugleich mit Wehmuth, daß diese Gemeinde, einst der Sitz hoher Intelligenz und wärmster Humanität leider in der Auflösung begriffen ist. Wenn aber auch Triesch früher oder später sich von den lebenden Juden entvölkert, die Todten werden leben. Ein Wort »Der flic ucaefle AunSgetmng der literärischen Bornirtheit und Sykofantie. למה ישטה שוא דמית! - לריב נטה לו ההשית תהיה בטה אף נחבאת ב־שת ע-טה? אז נעלית! Herr Oppenheim, Rabb. zu Gr.-BecSkerek, fährt fort, in der hcrabgekommenen Zildenzcitung auf eine alberne, geistlose und unverschämte Weise gegen mich zu wüthen. Nur zu! Die leidenschaftliche und übel berechnete Denunziation, mit welcher Herr O. sein letztes Pasquille schließt, charakterisirt sein sittliches Gefühl in eben dem Maße, als die Fibel-Jnkriminatiou sein kntischeS Gefühl charakterisirt. Hätte sich Herr O. mehr ans Denken als ans Schwatzen gewöhnt, so würde er leicht eingcsehen haben, daß die von ihm zitirten Worte der Fibel weder von mir, noch überhaupt von einem jüdischen Schriftsteller herrühren können. Da er sich anmaßt, von Zeit zu Zeit auch über Schul- Wesen das Wort zu führen, sollte er wissen, daß im Aufträge des frü- Hern Kultusministeriums katholische Lesebücher von Juden für jüdische Schulen adaptirt wurden, und daß die Adaptatorcn der deutschen, wie der ung. Bücher aus Mangel an Sorgfalt und Wachsamkeit Manches stehen ließen, was gestrichen werden sollte ')! Ich selbst habe nicht ein einziges Lesebuch adaptirt. Meine Mitwirkung an der ung. Fibel und dem 1. ung. Sprach- und Lesebuche hat sich daraus beschränkt, daß ich die jüdisch-religiösen Lehrstücke revidirte und verbessertc *). Hr. O. hätte sich also den blinden Lärm eben so ersparen könneu, wie die Denunziation! Die Emanzipationssrage in Ungarn versteht weder Herr O. noch Herr vr. Filippson, der sich zuweilen als Rathgeber der ung. Juden gerirt. Auf Grundlage der bisherigen ung. Gesetzgebung hat die bürgerl. Gleichstellung der Juden in Ungarn zwei Stadien durchzumachen. Das erste Stadium hätte der franz. Emanzipation v. 27. Sept. 1791. das zweite dem franz. Gesetze vom 6. August 1831 zu entsprechen. Jenes würde den Juden die vollständige bürgerliche Gleichstellung gewahren, dieses, die Aufnahme des Judenthums in die Reihe der rezipirtcn Religionen, die jüdischen Gemeinden an den aus dem XX. Gesctzartikel vom Jahre 1848 fließenden Wohlthaten partizipircn lassen, an deren größerem und wichtigerem Theile in diesem Augenblicke selbst die protestantische und orientalische Kirche nicht partizipiren, da jenes Gesetz niemals in seinem vollen Umfange zur Ausübung gekommen ist. Man braucht aber in öffentlichen Angelegenheiten nur sehr geringe Kenntnisse und Erfahrungen zu besitzen, um einzusehen, daß z. B. die Bestreitung des Kultus einer Religionsgenossenschaft jedenfalls eine gewisse Organisation dieser letzter» voraussetzt, ohne welche nicht einmal ein Maßstab für die fragliche Bestreitung vorhanden ist ף. ') S. ״B. Chan" II, 45 , 46. ') Die Fibel betreffend, verdient erwähnt zu werden, daß irr der mir zur Revision vorgclegten Handschrift die Unsterblichkeit nicht in tue Reihe der religiösen Begriffe ausgenommen war, wie denn auch in der deutschen Fibel für jüd. Schulen die Unsterblichkeit fehlt. Der ungarisch-jüdischen Jugend habe ich die Unsterblichkeit gerettet'. 3) Zn meinen vor mehreren Monaten in ungarischer Sprache erschienenen ״Geschichtlichen u. religionswiffenschaftlichen Abhandlungen" habe ich nihtSdestoweniger dem letzten Stadium der Emanzipation das Wort geredet, und die Judenfrage in Ungarn von historischem, recht-

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