Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 34 (23.8.1861)
- Date
- 1861-08-23
- Page
- Seite 294 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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294 j P!-!§" 1, ohne Unterschied des Glaubens gleiche Rechte zu gewahren", — gerade kiese Regierung sucht Die alte Beschränkung hervor, welche man billig der Vergessenheit preisgeben sollte! Der Akt, der unzählige jüdische Familien in namenloses Elend stürzt, wird von einem ultraliberalen Ministerium diktirt, von der hiesigen Tagespresse gutgeheißen, nnd von einem konservativen Ministerium mit aller Strenge und Pünktlichkeit vollzogen! Leider besitzen wir kein Organ zu unserer Vertheidignng. Ein jüdisch-wallachischeö Blatt, das voriges Jahr gegründet wurde, mußte ans Mangel an Theilnahme eingehen; solchergestalt werden wir fort und fort geneckt, beschuldiget und vernrtheilt, ohne zu unserer Rechtfertigung das Wort führen zu können. Ich wende mich daher vertrauensvoll an Ew. Ehrwürden mit der nachdrücklichen Bitte, in Ihrem geschätzten Blatte an unsere westeuropäischen Glaubensgenossen zu unsern Gunsten einen Aufruf zu richten, welcher als Hilferuf vieler Unglücklicher Familien bei unseren französischen und englischen Brüdem Anklang finden, nnd ihren tiefgebeugten Brüdern ihren Beistand und ihre Fürsprache sichern wird. Der Segen des himmlischen Vaters wird Alle begleiten, die für die Unglücklichen Opfer der Intoleranz in die Schranken treten werden. Im Namen vieler um Hilfe Rufenden Bukarest, 12. August 1861. N. K. Popper, Rcligionslehrer an der isr. Hauptschule zu Bukarest. Ein iiUK&nmrlUges Mnnskchil! Die spätere, meist von Freunden inspirirle, reformatorische Schriftstellerei des Araber Oberrabbiner's A a r o n Chor in bat sein 1803 erschienenes religionsfilosofisches Werk ׳ראש אמנה worin seine damaligen dogmatischen und ethischen Anschauungen ohne fremde Beimischung niedergelegt sind, fast ganz in Vergessenheit gebracht. Selbst Dr. Zunz zog dasselbe nicht in den Kreis seiner Forschungen Unmittelbar nach seinem Erscheinen hat das Werk nicht geringes Aufsehen erregt. Der Mährische Landeörabbiner Markus Benedikt ließ sich durch die demselben vorgedruckte ') Zur Geschichte und Literatur S. 385: ״der Rabbiner Aaron Chorin lehrt, daß nach dein rhalmudischeu Grundsätze von der künftigeu Seligkeit der Frommen, gegenwärtig der größte Theil der Erdenbewohuer, als Anhänger der Offenbarnng und eines einzigen Gottes, einst zur ewigen Glückseligkeit bestimmt." In einer Anmerkung verweist Z. auf EhorinS Hillel (Ofen 1837) S. 60. Aber in dem Rosch Emana ist dieser Gegenstand auf eine ohne Vergleich eingehendere Weise behandelt. (S. 33 ff.). Approbation4) des ersten Thalmuvisten in Ungarn Moses Minz, Rabbiner zu Altofen, nicht abhalten, den Stab darüber zu brechen 3). Benedikt's Interdikt schreckte aber die Aufgeklärten in Galizien nicht ab, Chorins Buch allen Eifers zu lesen und zu studireu. Drei Jahre nach dem Erscheinen desselben wollte A b r a h a m A b u s ch L a u d a u in Lemberg eine zweite, vom Verfasser selbst verbesserte Auflage veranstalten. Clwrin vollendete die für diese Auflage bestimmten Zusätze nnd Berichtigungen am 17. März 1807 4). Der Druck unterblieb jedoch ans Gründen, die kaum mehr zu eruiren sein dürsten. Das eigenhändige M a n u s k r i p t C h o r i il's i st s e i t K u rzem in meiner Hand. Auf der vorletzten und letzten Seite derselben finden sich drei von S. L. Rapoport, Benjamin b. Hirsch (Natkes?) und Jakob Josna ha-Kohen Zolles eigenhändig geschriebene, das Lob des Verfassers und den Werth seines Buches verkündende Gedichtchen. Zolles Gedichtchen ist defekt, und nicht mehr herzustellen. Rapoport's Worte lauten wie folgt: אהלל ספרך אך באמת ובתמים יזקרו דבריו את קוראיהם מחכימים אמנם ל*א בעבורם אותך לפארו יעץ כי יותר תוכל | המה יורו. אני אוהבך מרחוק שלמה יהודא ליב כחן ראפופורט מלבוב• | In deutscher Uebersetzung: j Ich preise wol dein Buch, doch in wahrhafter Weise,! Sein Inhalt ist vortrefflich, macht die Leser weise; Doch ist's der Inhalt nicht, deß Lob ertönt am meisten, Denn der beweiset nur, wie viel du könntest leisten. Ich dein Freund in der Ferne Salomo Jehuda Lob Kohen Rapoport von Lemberg. Da das in Rede stehende Werk nicht der Erledigung von Tagesfragen, sondern religionsfilosofischen Forschungen '* 2) Zn derselben wird Chorin auf folgende Weise titulirt: חרב הגדול המופלא ומופלג המושלם במעלות תורניות ונימוכיות DerApprobator sagt, daß er Bielen seine Approbation verweigert habe, bei dem Vrs. des Rosch Emana wegen der Trcfflichk. u. Verdicnstlichk. des Dcrkeö eine Ausnahme mache. Die Approb. wurde am 17. Feber 1802 ausgefertigt. Später wollte er jedoch Chorin'ö Werk nicht in Schuf nehmen. 3) Kcr. Chcm. 2, 93—102, in dem von Chorin an mich (nach Proßntz) gerichteten Sendschreiben. Die das. S- 98 erwähnten Briefe Benedit's sind niemals veröffentlicht worden. Sollte Jemand im Besitze der'elbcn sein, so erbitte ich deren unfrankirte Zusendung. Ben. war gefcht darauf, daß er sein Vcrdammungsurtheil vor den Behörden werde rehtscrtigen müssen (S. 101), wozu jedoch keine Veranlassung eintrat. Len das. abgedruckten Brief B-'S vom 20. August 1805 hatte ich im T. 1832 im Originale vor mir. ד אדר שני שנת אכן שמע אלהיב ל, »u gegen den Schluß der Handschrift angemerkt ist.