Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 33 (16.8.1861)
- Date
- 1861-08-16
- Page
- Seite 289 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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bekannt, wo einer schwängern Witwe ober Geschiedenen die Wiederverehelichung erlaubt wäre. Stebet eS nun fest, daß das Verbot hinstchtlich der Saugenden kein kategorisches ist, so Hort es auf mit dem Aufhören des MotiveS. Hinsichtlich der Säugungszeit ist es geschehen wie bei manchen andern Dingen, bei denen die Poskim eingeftehen: ״Die Natur der Dinge hat sich verändert." Es kann kein vernünftiger Mensch behaupten es sei uothwendig für die Gesundheit des Kindes, daß es 24 Monate sänge, sondern die Erfahrung hat gelehrt, daß 12 Monare hinlänglich genug sind, sonach wäre in bentiger Zeit festzusetzen, daß die Säugungszeit (הנקה T) nicht länger als 12 Monate dauere. Und da nach vielen Poskin 3 Monat vor Ausgang der Sängungö^eit die Wieder- Verehelichung gestattet ist, (Siehe besonders Resp. Pene Josua) nach jener Behauptung im Thalmud (Iebanoth 42, b), daß vor 3 Monat in der Schwangerschaft die Milch sich nicht trübe; so würden 9 Monate nach der Geburt des Kindes zur Wiederverehelichung genügen. Es wäre mir lieb, wenn meine Herren AmtSbrüder ihre Meinung über diesen Gegenstand aussprcchen würden. Korrespondenz. Ausland. ß Frankfurt, (>. August. Der Hirsch-Frankel'schc Streit hat wieder zwei Schristchcu iu deutscher Sprache hcrvorgerufcn. die keine weitere Erwähnung verdienen, als daß sie erschiencu u. daß die Bestimmung aller werthlosen Flugblätter sie erwartet. Es siud diese: Meor Euajim, von eiucm Anonyme«, der aber kein anderer als der Sohn des R. Hirsch ist. und ״das rcformhenchelnde, daskonservativorkhodore und das wahre Iudenthiim", vo» Dr. Steruschuß. Ein andcres Schristchen in hebe. Sprache, gegen Frankel und Rappo- Port, von Nabb. Klein iu Collmar. ist uns in Aussicht gestellt. Von dem wissenschaftlichen Ernst und dem acht religiösen Charakter desselben dürfen wir etwas mehr als seichte Nekriminationen und Reproduktionen streitiger Prämissen erwarten- Es ist bemerkeuswerth, daß die potnischen und galizischcn Schulen, in ihren verschiedenen Organen, von dieser Polenuk gar keine Notiz nehmen, obgleich, oder vielleicht gerade weil sie auf dem sircitigen Terrain heimischer sind als die denrschcn Wortführer. Wenn man hier, an der Kriegsstätte selbst, wo der streitsüchtige Kämpfer mit seiner Basiliskenznuge sein Banner entfaltet, nichts mehr von dieser Polemik wahr nimmt, und ihr gar keine Aufmerksamkelt widmet, so ist dies die natürliche Folge des geiiuß- und gewinnsüchtigeil Treibens unserer Handelsstadt, wo überhaupt die jüdische Presse gar keine Leser hak; selbst dem orthodoxen Häuflein ist das Lesen des ״Icschnriiil" kein Bcdürfniß nud das ״Halten" desselben nur Ehrensache. Höchst lächerlich ist'o daher auch, wenn ein hiesiger Korrespondent in einem befreundeten Wochenblalte vorgibt, daß die eingehende Besprechnng deö Hrn. Di•. P. über das Bcrfahren unserer Gemeinde gegen R. Stein ״die verdiente Beachtung gefundeil und eine nicht geringe Sensation gemacht habe." Wenn der Referent wirklich in unserer Mitte lebt, so wollte er sicherlich nur auf Kosten der Wahrheit dem Verfasser jenes Arlikelö ein wohlfeiles Komplimeiii machen; denn wir können mit Gewißheit sage», daß sich an maßgebenden Orten gar keine Kenntniß von diesem Artikel verrathen hat. Von Einfluß und Wirkung waren dagegen vier gediegene Art. ״Die iir. Gemeinde und Herr Stein" im ״Volkssreund" und eine ausführliche Kritik über Steins Brochüre in der hies. VolkSzeirnng (Nr. 8-17). So beginnt auch in Nr. 85 des VolkssrenndeS eine Reihe von Artikeln ״über die rechtliche Stellung der Rabbiner" von Dr. Geiger, in denen dieser Gelehrte eine Staats- Weisheit bekundet. gegen welche die hohltönenden Fräsen der pro domo Kämpfenden nicht von Wirkung sein können. Von einer ״Verständigung" zwischen R. Stein und dem Gemeindcvorstande ist uns weiter nichts bekannt als daß dieser die von Stein angebotene provisorische Fortfübrnng des RabbuialS angenommen hat, die aber nur sotaugc dauern kann, bis R. Stein seine prvjektirte Märchenschule eröffnen wird, wozu er bereits vom Staate die Erlaubniß erhalten bat. Dresden, 7. August. Die treffliche Trauerrede, welche Oberrabbiner Dr. W. Land a n über Dr. Beer gehalten ist ״zum Besten einer zu gründenden Beer-Stiftung" im Drucke erschienen. Ich hebe solgende Stelle ans derselben hervor: ״Er gehörte zu den seltenen Männern, in denen Wissen und Glauben und Handeln so eng verschlungen und verschwistert sind, daß sie ein schönes, harmonisches Ganzes bilden. In ihm waren der Filosof, rer Mensch und der Israelit nicht in Zwiespalt sondern sein Denken war durchwärmt von dem festen Glauben an den llrgnell der Gedanken. sein Glaube war durchleuchtet von dem Lichte der Vernunft, sein Herz geleitet von dem Geiste, und seine äußere praktische Tl׳at in engster Verbindung mil seiner innern idealen Anschauung. Er war ein frommer Israelit im wahrem Sinne: Während sein Geist sich zn den Höhe» der Wissenschaft erhob, versenkte sich sein Gemüt in die Tiefen des religiösen Fühlens; daher denn auch die religiösen Zeremonien, au denen er mit musterhafter Pietät hing, unter seinen Händen ihren Herz gewinnenden Sinn und ihren veredelenden Einfluß iu Wahrheit bekundeten und entfalteten. Er befricbigte im vollem Sinne die Forderung der Rabbinen: ״all dein Thun sei um Gottes Willen." Sein ganzes Leben war verklärt durch das Gepräge des Göttlichen. (llr.) Fontainebleau, im August. Der Kaiser Napoleon hat der hiesigen jüdischen Gemeinde zum Behnfc der Erbauung ihrer Synagoge 1000 Fr. geschenkt. In dem v. d. Sekretär Mocquard nnterzeichnclen Schreiben heißt es wörtlich: ״Sr. Majestät schätzt sich glücklich, Ihnen einen Beweis seiner besondern Theiluahmc zu geben." Straßbnrg, im Angust. Der Dr. Hirtz ist zum Prof, der Pathologie und der Klinik an der hiesigen med. Fakultät ernannt wvtden. Derselbe hat als Manu des Fortschrittes an den >üd. Angelegenheiten stets den lebhaftesten Aulhcil genommen. (Arch. isr.). / Paris, im Angust. Die Verhandlungen der Alliance v. 00. Mai sind nun mehr veröffentlicht und wird der Inhalt derselben die Theiluahmc für das heilsame und zeitgemäße Instilnt ohne Zweifel er- Höhen. Von Seiten der Juden in Oesterreich sollten Schritte geschehen, den Widerruf des Verbotes der Alliance in der Oesterreichischen Monarchie zu erwirken. Inland. Wien, 7. August. Bei der ausführlichen nud lehrreichen Be- Handlung, welche sie der Monon. Polygamie gewidmet haben, dürste es von Interesse sein, auch ui Ihrem Blatte zu registrircn, daß die Mchrehe noch in unseren Tagen au einem protestantischen Theologen eliien Fürsprecher gefunden hak. Oeffentliche Blätter berichten nämlich wie folgt: Der Right Reverend I. W. Cvlenso, Doktor der GotteSgelchrtheit, und Bischof Natal in Südafrika, hat an den Erzbischof von Kaiiterbur ein Sendschre iben (On kl!» propor tn.*:1tment of Casus polygamy) gerichtet, worin er der Vielweiberei, unter gewissen Verhälrnissen. das Wort redet. Eine zwanzigjährige Erfahrung hat ihn