Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 30 (26.7.1861)
- Date
- 1861-07-26
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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264 Vokale einfacher, als die der Konsonanten, soniit die Vorführung der Vokale vor den Konsonanten gerechtfertigt nnd zn bevorzugen. Hecht führt hierauf nur einen Konsonanten an nnd zwar einen solchen, mit denen die Vokale sich leicht verbinden lassen, er führt als ersten Buchstaben das נ vor. Läßt man das Kind den Laut des 5 etwaö lange anhaltcn und den Laut des Kamctz oder Scgol 1c. damit verbinden, so entsteht die Sylbe na, no . . . viel leichter, als wenn etwa der Laut 2 mit Kamcz oder Segol verbunden wird. Ans die größere oder geringere VcrbindnngSfähigkeit des Buchstaben mit den Vokalen ist nun bei Hecht Rücksicht genommen. Sodann führt er immer nur einen Buchstaben vor (nur dann mehrere, wenn solche einen nnd denselben Laut haben) und übt sic immer mit Untcrn-ischung deö bcreitS schon vorgcnomnicncn nnd dnrchgcübtcn Buchstaben. Wie vcrfährt hingegen die gesetzlich eingesührte österreichische Fibel? Sie gibt auf 5, sage fünf Seiten nichts als Buchstaben. Sollte da dem Kinde nnd dem Lehrer die Geduld nicht ansgchen? Wo findet man heute noch eine hebräische nnd deutsche Fibel, die ein ähnliches Verfahren einschlägt? Dann übt sie zuerst die Vokale an de» Buchstaben ע nnd א, Buchstaben die Hecht mit niibcstreitbarem Rechte erst am Schlüsse seiner ersten Hattptübung vorführt, denn gewöhne ich das Kind von vornherein die Buchstaben in ihrer Verbindung mit den Vokalen als lautlos, als gcwisscrmasscn nicht vorhanden seiend zn betrachten, so muß cS ihm bei den folgenden Ncbnngen um so schwerer werden die Lautverbinduug zwischen Konsonanten nnd Vokalen hkrznsteltcn. Wie Hecht stets die mehr oder minder große Lcseschwicrigkeit einzelner Sylben in Betracht nimmt, erhellt auch daraus, daß er die Formähnlichfeit der Buchstaben einen weit größeren Nebungökreis anwcist, als den übrigen Buchstaben. Hecht geht, nachdem er in der 2. Haiit'tübling cinsylbigc offene nnd geschlossene Sylbcn einübt, allmälig zn 2. 3. 4 und 5 sylbige Worte nnd führt diese so vor, daß von allen hebräischen Formen Mnstcrwörter angegeben werden. Die ö st e r r e i ch i s ch e Fibel hingegen springt ans einmal von den Buchstaben zn dreisilbigen, ja viersylbigen Wörtern über, die in buntester, durchaus keinen methodischen Gang erkennen lassender, Mischung anftrctcn. In der That, das ist ein wahrhaft kopsbrccherischer Sprung für den Lcseschüler. Und von da gehts in stnrmschrittlicher Eile zu Schwa nnd Schwa compositum, f 11 mit wird eine Form als Beispiel angegeben. Während aus solche Weise das Schwa eines der schwierigsten Zeichen beim hcbr. Lescunterrichte kurz abgcscrtigt wird, nimmt andererseits der leichteste Bestand-!heil der Lescübnngcn daö Dagesch eine ganze Seite ein, nicht minder erhält das Makes, das sich unstreitig auf dieser Stufe mit ein paar Worten abmachen läßt, eine ganze Seite in Anspruch, der Neginah werden sogar 2 Seiten gewidmet, als wenn das zarte Kind in diese schwierige Partie überhaupt schon jetzt eiugewciht werden könnte! Auf 12 Seilen sind bei der österreichischen Fibel alle Hebungen absvlvirt und dann sofort ganze Gcbetstücke als Leseübungcn vvrgesübrt. Das müßten aber Wunderkinder sein, die bei solch' mageren Lektionen schon befähigt wären ganze Gebetstücke zn bewältigen! Schauen wir uns wieder bei Hecht um. Ein flüchtiger Blick ans jeder Seite lehrt nnS hier, wie allmälig eine Schwierigkeit nach der andern beseitigt wird, wie für jede neue Form nicht nur mehrere Uebungen stattfinden, sondern früher auch schon vorgckommene Uebnngen immer wieder, um fic vor Vergessenheit zu schützen auf's Nene wiederholt werden. Einem zweifachen Umstand bar Hecht dann noch in zweifacher Weite Rechnung getragen. Alle seine Uebnngen sind nämlich der Tefillah und dem Pentatcnch entnommen und so gewählt und an einander gerecht, daß sie eine völlige lückenlose Kette von Uebungen bilden. Eine Uebnng wächst ans der andern organisch hervor, und eilt darum dem stetig sich entwickelnden kindliche» Geiste, den sie anregcn, stärken und immer weiter führen nirgends voraus. Hier hcißt's methodisch lesen lehren! Nachdem Hecht in 5 Hanptabtheilnngcn die Wörter. die nur einen Konsonantcn haben durchgenommcii, kommen naturgemäß die an die Reibe, welche zwei Konsonanten baben. Ganz logisch und methodisch richtig kommen erst ier die Finalbnchstaben vor, denn diese haben doch offenbar erst da ihren Platz, wo ein Auslaut vorkömnit, also wo Sylben mit zwei Konsonanten bestehen. Hecht macht es sich aber auch hier nicht so leicht. Er wirft die zwei konsonantischen Wörter nicht willkürlich untereinander, er theilt sie einmal in 2 Hanptr,ibriken. in solche, die den Vokal unter dem ersten und in solche, die ihn nnter den zweiten Konsonanten haben. Wir müssen eS uns versagen, weiter ins Einzelne cinzngehen, erlauben uns jedoch noch die Bemerkung, daß der Schüler bei jeder Uebnng in der Hecht'schcn Fibel so geführt wird, daß ibm die eine Uebnng leicht in die Augen springt, er dadurch gereizt wird sie ansz,,fassen, daß ihm nur ein wenig .zilgeinntbct wird, daß auf jeder Seite ersichtlich wie daö Werkchcn ans der Schule für die Schule entstanden ist. Indem wir sohin die Hechl'schc Fibel mit besten Wissen nnd Gewissen allen Kollegen bestens empfehlen, sind wir überzeugt, daß uns jeder der das Büchlein in Gebrauch nimmt, Dank wissen wird. Der Preis (3 Ngr.) ist ein mäßiger, nnd der Druck besonders bei der jetzigen 5. Auflage, sehr schön. In Betreff der gesetzlich vorgeschricbeneil hebräischen Lesesibcl würde es von Wichtigkeit sein, wenn auch andere Schulmänner ihre gemachten Erfahrungen in diesen Blättern mitthcilen möchten und leben in der festen Ucbcrzengnng. daß eine h. Regierung die von Schulmännern nnd Schnlsrrnnden in diesen Blätter» nicdergclegten Ansichten bei einer etwaigen neuen Auflage der פלסלת הלפלור wol berücksichtigen wird. Korrespondenz der Redaktion. Herrn Oberrabb. Kahn. In der nächsten Nnminer. Inserat. Mir jüdische Leser! N Besonders wichtig für angehende Rabbiner und jüdische Prediger. Im Verlage des Uirtcrzcichneten ist erschienen und durch alle Buchbandliiiigeii zn haben: "מטה *־"?.הרן" Der A11rons-Stal3 Hauspostille für jüd. Familien enthält homiletische Betrachtungen über alle Haflorah'S zu den fünf Büchern Moses von Dr. Ad. E b rentheil Rabb. in Horie (Böhmen). Der Name des als Kanzelredner so vvrtheilbaft bekannten Verfasser'S bürgt für die Gediegenheit des Werkes. Preis brochirt l fl. 50 kr. östcrr. Währg. <50tt 11 cli Sdjmrlhrs, Buchhändler in Prag. DM- Zu Bestellungen empfiehlt sich Sigm. üurger in Szegedin. -WG Szegedin, Verlag von Ligninnd Üurger Leipzig, Üo»»»istio»s-Verlag von Frnnj Wagner. (Pin halber Bvgen Beilage. Druck von Sigmund Burger in Szegerin.